Die Psychopathenfalle

Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

http://www.inflatabledog.biz/1x1.jpg... schön und gut, warum sollte man eine selbst gemachte Wirtschaftskrise "erfolgreich" bekämpfen wollen? Und was unterscheidet schon eine Krise von einem erfolgreichen Geschäftsmodell? ... doch nur der Betrachtungswinkel.

... warum selbst gemachte Krise ? Die selben Kreise, die jetzt angeblich die Krise bekämpfen, haben ja erst die ursächlichen Möglichkeiten dazu geschaffen. Die Abwendung von der Realwirtschaft und die dazu notwendigen Deregulierungen bzw. Änderungen der gesetzlichen Voraussetzungen waren klar ersichtlich Bestandteile einer lange angeschobenen Agenda, ein "Erfolg" der Anhänger gewisser ökonomischer- bzw. Herrschaftstheorien - man kann auch sagen: Anhänger einer Ideologie, eines Glaubens. Wem sag ich das?

Der Ökonom Milton Friedman hatte da seinerzeits ideologisch "böse" die Fingen im Spiel und hat seine gesamte Branche nicht nur in Verruf gebracht, sondern eigentlich verraten und verkauft, indem er dieselbe zu Kommentatoren einer gigantischen runde Monopoly herabzuwürdigen wusste.

Die Vorteile der erfolgreichen Krise liegen für die besagten Kreise auf der Hand. Wir werden Zeitzeugen einer globalen Ermächtigung durch ökonomisch-finanziell begründete Machtakkumulation. Wer schluckt denn zB. die 125 US-amerikanischen Banken, die dieses Jahr schon aufgeben mussten, für ein Hand voll Dollar ? Monopolismus ist keine Kunst. Eine ganze Welt voller Staaten innerhalb von 50 Jahren zum Abhängigen Schuldner zu machen ist ja anscheinend auch keine Kunst .... dies und anderes vor allem unter der Maßgabe eines proprietären Geldsystems, das die mathematische Eigendynamik einer Kaninchenzucht entwickelt.

Nun treten die Herren der Weltwährung aus dem Schatten ihrer schizoiden Wirklichkeit heraus, um den Zusammenbruch allen anderen Einflusses und Wirkens und aller ihnen vorher wohlweisslich gewidmeten Kontrolle zu geniessen. Sie lassen sich öffentlich für ihren Sieg an der Kapitalfront von den Adepten ihres eigenen Glaubens feiern. Im Krieg ist Zerstörung ein Sieg.

Wir anderen schauen schäl auf den Pomp. Des Kaisers neue Kleider heissen "Katastrophenmanagement". Ob er sich damit selber meint? Sicher nicht. Die ökonomische Katastrophe wie auch andere werden zum führenden Geschäftsmodell, wenn es um die Wa(h)re Macht geht. Wer da nicht die Katastrophen selber produzierte, wäre ein schlechter Geschäftsmann.

Die landläufig als Auslöser der Krise benannten Vorfälle sind nur die augenscheinlichsten Folgen einer langen, globalen, antidemokratischen Politik, die nun keiner mehr übersehen kann. Das schöne an der ganzen Inszenierung ist ja, dass nun auch dem dümmsten Schäfchen klar wird, wie die Entwicklung der Macht mir der des Elends und des Leides, der der Gewalt, der Unmenschlichkeit, der Unterdrückung korreliert. Freiheit und Macht sind nun mal Gegensätze.

Brauchen wir diese Lektion? Eine Frage an Idioten! Nein, wir brauchen sie nicht noch einmal. Und zu allem Überfluss ist diese ganze entstehende und entstandene Macht nicht mal zu etwas nutze - genauso wenig wie selbstredend das resultierende Elend für die Betroffenen. Die Mächtigen selber, auch sie vegetieren unter dem Druck ihrer eigenen Macht in einer zwanghaft scheusslichen Welt vor sich hin, in der nicht mal mehr die Wirklichkeit die Wirklichkeit sein darf.

Wir anderen warten ab und schauen noch ein wenig zu: Machteliten aller Länder vereinigt euch, damit wir euch besser fressen können! Dann haben wir auch das endlich hinter uns.

Was ist nun das speziell fallenartige an der Sache?

Wie bei jeder Falle ist dieselbe nicht unbedingt als solche zu erkennen. Aber sie ist da, in diesem Falle allgegenwärtig, und lockt mit ihren glitzernden Versprechungen als hätte sie das ewige Leben zur Rechten Gottes im Angebot, dabei ist der Köder meist nur ein Stückchen gemalter Käse aus einem Tom-und-Jerry-Film.

Bemerkenswert ist allerdings der Umstand, dass bestimmte Menschen besonders anfällig für die Falle zu sein scheinen. Hier kommen die Psychopathen ins Spiel.

Es handelt sich um Menschen, die wie alle anderen auch sehen, dass die Welt einer durchaus destruktiven Struktur unterworfen ist, und das schon seit langem. Der eine weiss es etwas mehr, der andere etwas weniger, aber jeder ist mit diesen Scheußlichkeiten ja schliesslich dauernd konfrontiert. Wie menschlich ist diese menschengemachte Struktur Überhaupt und was darüber hinaus ist nun das konkret Psychopathische, die Fallenanfälligkeit ?

Das Fallenartige der durch Psychopathen betriebenen, logischerweise selbst psychopathischen Struktur ist ihre artifizielle, bislang nur vorgetäuschte Komplexität, ihre scheinbare Undurchschaubarkeit und ihre Eigenschaft die Wirklichkeit in einem, besser noch mehreren widersprüchlichen, irrealen Erklärungsmustern erscheinen zu lassen. Sie funktioniert auf die eine Art wird aber zwanghaft und nur all zu gerne auf eine ganz andere Art wahrgenommen - besonders von besagter anfälligen Gruppe Menschen, für die die Destruktion anderer oder deren Struktur wie Existenz nachweisslich Siegen und Gewinnen, Erfolg bedeutet. Ein Prinzip der paranoiden Feindlichkeit und daher notwendigen, neurotischen Unterwerfung seiner selbst oder des anderen reift in der Selbstverständlichkeit: Alles andere ist fremd, feindlich und anscheinend nicht verstehbar. Ein Rätsel bleibt der Altruismus. Ist er der total Blackout oder gar extremistisches Gedankengut ? So genannte "Gutmenschen" werden gemobt - wer jetzt (noch) nicht z.B. den Islam hasst ist ein Weichei. Wer nicht auf Harz4 Empfängern rumhackt ist selber einer usw. .... wir wollen nicht so sehr ins Detail der Variante für die geistig Armen abgleiten, denn es soll hier um die Elite der Psychopathen gehen.

Selbst das alles ist aber immer noch nicht der psychopathische Kern der Sache. Der ist vielmehr in der eingebildeten Besonderheit des Individuums zu verorten, das genau damit auch in die Falle geht. Es vertritt nämlich als vermeintlich einzelner, aber nur erfolgreich vereinzelter Mensch und so von der sozialen Kommunikation abgetrennter - wie kann man auf die Idee kommen man sässe alleine in der Falle - die Ansicht, dass gerade die eigene mehr oder weniger bewusste Partizipation an diesem destruktiven bzw. menschenverachtenden bis allroundingnoranten Aktivismus, sei dieser nun militärischer, politischer, industrieller, kriminell-mafiotischer, religiös-fanatischer Natur oder ganz allgemein gewalttätig, ausbeutend, unterdrückend, missbrauchend etc., komplett in Ordnung sei und in gerade diesem Fall ganz sicher nicht der entscheidende Anteil, der das berüchtigte Fass zum Überlaufen bringt, obwohl das ja schon ständig überläuft. Man muss ja leben! ... eine etwas widersprüchliche Ansicht vom Leben, oder?

Selbst wenn eine nagende Selbstkritik auftreten sollte, wird diese mit vielerlei Begründungen meist idiotischer Art wieder negiert: "Andere machen es auch" ( und wenn die von der Brücke springen ?), "Wenn ich es nicht tue, machen es anderer" ( aha - ein Crash Test Dummy ), "Man kann ehe nichts dagegen machen" ( so, so , ein willenloser Fatalist ), "Der Mensch ist eben schlecht" ( wer wird denn da von sich auf andere schliessen ? ), "Das ist die Evolution, der Fortschritt, Wachstum, Gottes Willi" ( bitte Zutreffendes ankreuzen ! ), "Das haben wir schon immer so gemacht" ( ach deswegen sitzen wir alle im Loch) ,"Ich mache was ich will" ( Error 404 ? ), "Nach mir die Sintflut" ( ich lass schon mal das Becken volllaufen) , "Denen werd ich's zeigen" ( Spieglein, Spieglein ...), "zuerst ich" ( wer vordrängelt, steht in der ersten Reihe), "Ich bin der Champion" ( der Ignoranten? ), "Mir nach" ( Flucht der Lemminge ?) .... usw. Es gibt da wirklich jede Nuance von komplexer "akademischer Expertenideologie" bis zu rein fundamentalistischer Idiotie.

Allen gemeinsam ist die psychopathische Selbstverständlichkeit mit der man etwas Grausiges tut, als sei es das Normalste von der Welt. Die einen rauben, stehlen, betrügen, die anderen verstrahlen, vergiften, die nächsten lassen verhungern, misshandeln, ermorden, rotten aus, foltern, erniedrigen ... die Liste ist länger als meine Zeit hier erlaubt .... ohne auch nur das geringste Unrechtsbewusstsein davonzutragen. Man handelt immer im Namen einer "guten" Sache, zur Not im Sinne der eigenen Entlohnung für "ehrliche" uns stolze Pflichterfüllung, unreflektiert möchte man meinen, denn auch wenn man dies alles von einem warmgerubbelten Schreibtischstuhl aus betreibt, es wird dadurch ja nichts anderes als die berüchtigte Vollstreckung. Der CEO als Heldenepos? Rationales Verhalten, erfolgreiches Geschaeftsmodell, gar Rettung der Menschheit usw. wird das dann wohlmöglich noch genannt, meist von ebenfalls (aus)führenden nicht minder anfälligen Kapazitäten des galoppierenden Schwachsinns.

Es sei denn einer der "Missetäter" fällt mal bei noch mächtigeren Psychopathenchefs in Ungnade. Dann ist man sich plötzlich einig und allen anderen wird es eingebläut: ein Psychopath, Massenmörder, Schurkendiktator! ja - das wissen wir genau - aha? ... und der muss weg. "Exekution" ist auch in der Wirtschaft ein gängiger Begriff. Aber lassen wir die täglichen Ausnahmen aussen vor.

Klar wird, der psychopathische Charakter, wie ihn der Durchschnittsmensch wenigstens aus Hitchcock Thrillern kennt, wenn nicht aus übelstem Splatterjunk, wird ganz offensichtlich nicht nur zum gesellschaftsweiten Idol promotet, sondern beweist seine ewige Anwesenheit durch die Praxis hinter einer Fassade von vorgeschobenen Lügen, die wir hier mal der Einfachheit halber "Menschenrechte" nennen. Eine schöner Fall für die political correctness dies.

Eine selbstdestruktive und psychopathisch zu nennende Systematik bebildert unser Geschichte ohne dabei aus scheinbar zu seltenen Reflektionen auch nur die geringsten praktischen Erfahrungen und reaktiven Folgen hervorgerufen zu haben. Ganz im Gegenteil brüllen noch immer ganze Völker den grössten Psychopathen unter stehenden Ovationen oder wie im Kasperletheater ihr kollektives JA zu und helfen so die besagte Weltfalle zu industrialisieren, kommerzialisieren, instrumentalisieren, intellektualisieren, legalisieren, normalisieren ... das sind dann die praktischen Felder der Erfahrung: die Perfektionierung der psychopathischen Macht. Und dies betrifft mit aller Wahrscheinlichkeit oft sogar Menschen, die eigentlich oder privat gar keine Psychopathen sind. Sie werden in ein gesellschaftliche Psychopathie hineingenötigt mit einem Konsensverfahren, das auf selbstrefferenziellen Unterlassungen , Gewalt und Angst basiert, angereichert mit den, wie Chomsky sagt, "notwendigen Illusionen" eines Massenkults durch Propagnada und deren Spielarten.

Mit Einsichten zum Konstruktiven und Sozialen scheint also bis auf weiteres eher nicht zu rechnen zu sein in diesem Untergangsspektakel.

Unser berühmte Aufgeklärtheit, Humanität, Rationalität hat noch nicht ausgereicht eine menschenwürdige Gesellschaft zu verwirklichen. Im Gegenteil hilft sie uns wie Religion eher die krassen Widersprüche zwischen Erkenntnis aus Erfahrung und aktueller psychopathischer Praxis zu vernebeln. Ja wir wissen angeblich alles ganz genau, nur nicht, dass wir uns von einer Psychopathenelite subordinieren lassen. Das wollen wir lieber nicht wahr haben.

Wir fragen uns natürlich wie Menschen zu diesen Psychopathen werden. Von den Antworten auf diese Fragen haben die Psychopathen selbstredend noch nie etwas gehalten. Sie behandeln ihre "Kinder" immer noch wie Fremde und verlangen gleichzeitig bedingungsloses Commitment in einem Ambiente der gnadenlosen Gewalt.

Ein berühmter Vertreter der betroffenen Gruppe hinterliess uns ein denkwürdiges Zeugnis: "Either you are with us, or you are with the terrorists!"

Jedem steht somit natürlich frei auf welche Seite er sich da schlägt !

Bleibt zu fragen, ob das beschriebene Phänomen als eine Folge der kulturellen Ontogenese erscheint oder vielmehr die Ursache unserer destruktiven Killerkultur selbst ist.

Bei diesem Hochseilakt ist selbstverständlich darauf zu achten in welcher Richtung man die alles beherrschende und mittlerweile bis zum Äussersten gespannte Kausalkette beschreitet.

Danke für Ihre Aufmerksamkeit!

iDog

18:49 27.09.2010
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

iDog

Wem nützt eigentlich die Staatsgewalt ?
iDog

Kommentare 19

Avatar
sachichma | Community
Avatar
Avatar
Avatar
Ehemaliger Nutzer | Community
Avatar
Avatar
Ehemaliger Nutzer | Community