Architekturhistoriker und -kritiker Wolfgang Pehnt zum 80.

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Als Germanist und Kunsthistoriker begann Wolfgang Pehnt zunächst als Lektor im Gerd Hatje-Verlag und wurde dann Redakteur beim Deutschlandfunk, wo er zwischen 1963 und 1995 die Abteilung Literatur und Kunst leitete. Bekannt wurde er aber vor allem als Autor einiger der wichtigsten Bücher zur Architekturgeschichte, darunter „Die Architektur des Expressionismus“ (1973), „Deutsche Architektur seit 1900“ (2005) sowie Monographien über Gottfried Böhm, Hans Poelzig, Rudolf Schwarz und viele andere. Für seine Bücher und Essays ist er vielfach ausgezeichnet worden.

http://www.bauwelt.de/sixcms/media.php/797/thumbnails/DAM_E%C3%96-Pehnt_Judith-Walleri.jpg.411309.jpg

“Wir müssen ständig den Weg suchen, bei dem die Wahrheit nicht leidet und das Gefühl nicht hungert”
(Bruno Taut)

Schramm: Hatten Sie denn auch mal die Sehnsucht, selbst produktiv zu werden, also selbst ein Gebäude zu schaffen?

Pehnt: Je mehr man sieht, was das eigentlich für ein Bedingungsgeflecht ist, aus dem Architektur entsteht, und was dafür z. B. auch alles an technischen Voraussetzungen nötig ist, umso weniger hat man da einen solchen eigenen Impetus. Inzwischen ist der Beruf des Architekten ja ein zunehmend schwieriger Beruf geworden und ein Arbeitsfeld, an dem viele andere Berufe teilhaben. Der Architekt ist heute nicht mehr der große Künstler und Arrangeur von allem und jedem. Je mehr man da Einblick bekommt, desto bescheidener zieht man sich auf das Feld zurück, auf dem man wenigstens glaubt, selbst etwas leisten zu können. In meinem Fall ist das eben das Schreiben.

Das gesamte Interview von 2006
www.dam-online.de/download/677/pehnt.pdf.aspx

Ausstellung im DAM "Die Regel und die Ausnahme"

Unter dem Titel “Die Regel und die Ausnahme – Wolfgang Pehnt zum 80. Geburtstag” eröffnet das Deutsche Architekturmuseum in Frankfurt am Main am 19. August 2011 eine Ausstellung über den renommierten Essayisten, Kritiker und Architekturhistoriker. Gezeigt werden seltene Stücke aus der Privat­sammlung Pehnts, darunter beispielsweise Fotografien von Klaus Kinold oder Bernd und Hilla Becher. Außerdem werden Originalzeichnungen von Gottfried Böhm, Le Corbusier und Hermann Finsterlin, aber auch eine Übersicht der von Wolfgang Pehnt verfassten Bücher zu sehen sein.
Eine Ausstellung mal nicht über Häuser und Entwürfe und diejenigen, die sie sich ausdenken: Hier geht es um einen, der seit vier Jahrzehnten über Architektur schreibt, für die Fachleute ebenso wie für das interessierte Publikum, mit Stil und Sprachgefühl, verhaltener Ironie, großem Wissenshintergrund und nie nachlassender Neugier. Das DAM ehrt den Essayisten, Kritiker und Architekturhistoriker Wolfgang Pehnt anlässlich seines 80. Geburtstags mit einer Ausstellung. Gezeigt werden seine Bücher und Korrespondenzen mit bedeutenden Zeitgenossen sowie Sammlungsstücke und Zeichnungen zu Pehnts architekturgeschichtlichen Themen. Er hat mit Vorträgen, Katalog-Essays und als Ausstellungskurator an der Arbeit des DAM mitgewirkt und ist Ehrenmitglied der Gesellschaft der Freunde des DAM.

www.dam-online.de/portal/de/Ausstellungen/Start/0/0/62992/mod891-details1/1594.aspx

Sehr empfehlenswert der gerade erschienende gleichnamige band
"Die Regel und die Ausnahme - Essays zu Bauen, Planen und Ähnlichem".

http://ecx.images-amazon.com/images/I/51MHyW0qdCL._SL500_AA300_.jpg

www.dradio.de/dlf/sendungen/buechermarkt/1544407/

www.pehnt.de/

13:31 12.09.2011
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Geschrieben von

indyjane

etwas ist immer
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