arundhati roy die diktatur der mittelklasse

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Die Diktatur der Mittelklasse

www.zeit.de/2011/37/Interview-Roy


Roy: Die meisten Leute in meinem Teil der Welt waren nicht so geschockt wie die Menschen im Westen. Wir haben schon so viel Elend gesehen, so viel Gewalt. Wir haben nicht diese Idee von einem perfekten Leben, das nicht zerstört werden kann

ZEIT: Es ist lange her, dass eine linke Kulturkritik in Europa gewagt hat, von richtigem und falschem Bewusstsein zu reden. Heute macht das niemand mehr. Kennen Sie diese Skrupel nicht?

Roy: Nein. In dem Augenblick, als das alte Denken im Stil von »Hier ist ein Paar Schuhe, das ewig hält« abgelöst wurde von dem Versprechen »Hier ist ein Paar Schuhe, das dir ein tolles Gefühl macht«, ist das falsche Bewusstsein in die Welt gekommen.

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Als Autorin und Aktivistin engagiert sich Roy in Indien für Proteste u. a. gegen die atomare Aufrüstung, die Privatisierung der Energieversorgung, den Hindu-Nationalismus und gegen die umstrittenen Narmada-Staudämme im Bundesstaat Gujarat, ein gigantisches Projekt mit verheerenden humanitären und ökologischen Folgen. Auf internationaler Ebene spricht sich die Globalisierungskritikerin vehement gegen die westliche Militär- und Wirtschaftspolitik und gegen die Manipulierung der Medien aus. Scharf kritisierte sie sowohl den Irakkrieg als auch den von der Bush-Regierung geführten so genannten »Krieg gegen den Terrorismus«. Ende September 2001 schrieb sie in der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung«, sie halte Bin Laden für den »dunklen Doppelgänger des amerikanischen Präsidenten«, und erklärte, die verbrecherische Außenpolitik der USA sei entscheidend mitverantwortlich für die Terroranschläge. In dem Artikel »Krieg ist Frieden« (»Der Spiegel«, Oktober 2001) bezeichnete sie die US-amerikanische Bombardierung Afghanistans als »nur einen weiteren terroristischen Akt«. Unter dem Deckmantel von Begriffen wie »Freiheit« und »Gerechtigkeit« werde ein grausamer Krieg geführt, unter dem vor allem die Zivilbevölkerung zu leiden habe. Die USA setze die Gewaltspirale auf diese Weise ungebrochen fort und schüre die Wut in den betroffenen Regionen.


leseempfehlungen:

essay "terror ist nur ein symptom" 9/2001
www.gabrieleweis.de/denkwerkstatt/analytisches/arundhati-roy-aufsatz-298-9-2001-faz.htm

essay "krieg ist frieden" 10/2001
www.spiegel.de/kultur/literatur/0,1518,165236,00.html

"demokratie ist die hure der freien welt" 2003
tomheller.de/theholycymbal/arundhatiroy/demokratie_ist_die_hure_der_freien_welt.html

essay die einsamkeit von noam chomsky - 2003
chomskyarchiv.de/zur-person/artikel-uber-chomsky/arundhati-roy-die-einsamkeit-von-noam-chomsky

über das buch "aus der werkstatt der demokratie"
www.dradio.de/dlf/sendungen/andruck/1234382/

zum buch "wahrheit und macht" - 6/ 2011
nicsbloghaus.org/2011/06/09/arundhati-roy-wahrheit-und-macht/


14:19 11.09.2011
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Geschrieben von

indyjane

etwas ist immer
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