Bodycheck und linker Haken

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Körper sind permanent Bewertungen und Normierungen ausgesetzt, sind Sammelbecken von Klassen- und Geschlechtssozialisation und von Rassifizierungsprozessen. Körper sind aber auch Orte des Widerstands. 2.2. 20:00 Uhr, Releaseveranstaltung "Bodycheck und linker Haken" im Südblock
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Mehr dazu im aktuellen arranca-heft: www.arranca.org



Der Körper ist nicht nur Opfer der gesellschaftlichen Verhältnisse, sondern schafft sie auch. Ein Ernstnehmen dieser Erkenntnis könnte bedeuten, subversive Praxen als Gegenbewegung und als kollektive Arbeit des körperlichen Verlernens zu verstehen: Vor der Musterung die Körper runterrockern, damit die professionellen Totmacher_innen gleich abwinken. Uns unordentlich anziehen, um im Vorstellungsgespräch zu verhindern, den ungewollten Job zu bekommen. Mit Engelskostümen auf dem Weihnachtsmarkt Spenden für den Afghanistan- Krieg sammeln und hoffen, dass die Menschen nach der Spende die Ironie doch noch verstehen. Irritieren. Querschlagen. Unsere Körper sind kein Spielzeug und wir können nicht einfach so ab jetzt alles anders machen. Und wir werden nicht über Nacht zu unseren eigenen (beispielsweise Drag-)Kings und Queens. Aber vielleicht über dreihundertsiebzig Nächte. Das alles stellt die Welt nicht auf den Kopf, schafft den Kapitalismus nicht ab und führt uns nicht auf direktem Weg in eine bessere Gesellschaft. Aber streng logisch betrachtet ist es so: Wenn wir die Verhältnisse reproduzieren können, dann können wir sie auch brechen. In immer wieder neue Richtungen, die wir für richtig halten. Das ist mühsam und mit Anstrengungen verbunden, und viele Wiederholungen werden nötig sein. Aber manchmal kann es eben auch richtig fl ashen. Try it out. Kopf hoch und Pogo. Oder auch: Bodycheck und linker Haken!

14:42 14.01.2011
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Geschrieben von

indyjane

etwas ist immer
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