dietmar dath hörspiel abschaffung der arten

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der BR produzierte ditmar daths 2008 erschienenes buch
ABSCHAFFUNG DER ARTEN
als 12teiliges hörspiel, nachhörbar unter:

www.br-online.de/bayern2/hoerspiel-und-medienkunst/dietmar-dath-die-abschaffung-der-arten-DID1290696288306/index.xml

Der Roman ist ein Hybrid: Fabel, Science Fiction, utopischer Roman, postmodernes Gedankenexperiment, philosophisches Szenario. In der Tradition von Platon, Thomas Morus, Arno Schmidt, George Orwell, H.G. Wells u.a. breitet Dath einen Kosmos aus, der von unzähligen und unergründlichen Figuren bevölkert ist, dessen Handlung sich unüberschaubar verzweigt und in dem er erfindungsreich und politisch zugleich der Frage nachgeht, warum der Mensch sich selbst abgeschafft und seine Umwelt vernichtet hat.

In bester dialektischer Manier spekuliert er darüber, ob eine posthumane Gesellschaft friedlicher und gerechter sein könnte. Gekennzeichnet von einer poetischen wie akademischen, lyrischen wie wissenschaftlichen, reichen wie kryptischen Sprache zugleich fasziniert und überfordert der Roman seine Leser und polarisierte seine Kritiker.

Die 12-teilige Hörspieladaption des Bayerischen Rundfunks in der Regie von Ulrich Lampen und mit dem Sound von mouse on mars macht die schillernden Charaktere, die Sprachgewalt des Textes, die oppulente klanglich-musikalische Dimension des Romans und das politische Engagement des Autors akustisch erfahrbar.

„Was Literatur kann, ist verspannte Denkmuskeln auflockern ...Wenn Leute sich nichts mehr vorstellen können, können sie drei Dinge machen: Sie können verreisen, dann wird ihnen klar, so wie es bei mir ist, muss es nicht sein. Sie können sich mit der Vergangenheit beschäftigen. Oder sie können ihren Möglichkeitssinn, wie Musil das genannt hat, aktivieren, indem sie Literatur lesen.“ Dietmar Dath

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Es schallt immer ein großes Lachen durch dieses apokalyptische Buch. Ein wahnsinniger Kulturoptimismus, der, empört über die Gegenwart, sich in den Roman hineinbegeistert. Das Lesen ist einfach und immer wieder ein großer Spaß. Selbst wenn der Faden sich verliert. Es ist so viel Liebe darin, Liebe zur Kultur, zu Büchern, zu Shakespeare vor allem, als einzigem verehrungswürdigen Relikt aus dem Zeitalter der Langeweile - und Liebe als Liebe:
„Im zerfallenen Palast der Comtesse und an ihrem Teich, im Wäldchen ihrer Katzen und in ihren zerzausten Parks gab es Wichtigeres als den kommenden Krieg: das gute Leben."

Dazwischen rast und liebt und dichtet und weissagt und trauert und phantasiert der Schriftsteller Dietmar Dath in diesem Buch hin und her. Zwischen dem guten Leben jetzt und für den Wolf und der guten Zukunft für alle. Und nichts davon ist wirklich. Aber alles wahrscheinlich wahr. " Volker Weidermann FAZ.net

vielen dank an ingo stützle für seinen hinweis.
für den AK sprach er 2010
www.stuetzle.in-berlin.de/2010/03/das-wird-schon-wieder-der-schriftsteller-dietmar-dath-zu-kunst-und-politik/

ein 3sat-gespräch mit dietmar dath
www.3sat.de/mediathek/mediathek.php?obj=10035&mode=play

15:08 06.02.2011
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Geschrieben von

indyjane

etwas ist immer
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