Brüche, Biografien, Irrwege

KULTURKAMPF UM FISCHER UND TRITTIN Mit Erinnerung gegen Veränderungsscheu?
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Oh Elend aller Biographie", klagt der Erzähler in Rainald Maria Goetz' Erzählung Rave. Schaudernd hält man sie eines Tages in Händen wie eine dunkle Fotografie, auf der die Konturen verschwimmen, dazwischen quillt ein unerklärlicher Hass. "Finster und immer verfinsterter bin ich draufgekommen, immer philosophischer. Scheußlich." Was Goetz dem Spiegel Ende 1999 über seine wilden, frühen Künstlerjahre anvertraute, kommt einem irgendwie bekannt vor. Die Karriere des 1954 geborenen Autors begann mit einem literarischen Amoklauf gegen das geschlossene System der Bundesrepublik. In dem 1983 erschienenen Roman Irre verzweifelt der Assistenzarzt Raspe (!) symbolisch am Labyrinth der Psychiatrie. Bis er schließlich den Systemdienst quittiert. Mit de