Deutsches Haus

DER DOPPELTE BODEN DER GESCHICHTE Eine Schriftstellerreise nach Kaliningrad und Litauen zeigte den Nachholbedarf im Ost-West-Kulturaustausch
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Das Verschwundene besetzt den Geist. Wie anders soll man es sich erklären, dass die 1958 geborene Schriftstellerin Kathrin Schmidt, kaum dass sie vergangenen Freitag im russischen Kaliningrad ankam, sich in die Straße Mariupolskaja aufmacht, um ein Haus zu suchen, das es nicht mehr gibt. Vor der Übernahme durch die Rote Armee der Sowjetunion hieß die Straße noch Linzentgrabenstrasse. Vor 65 Jahren wurde in Königsberg Kathrin Schmidts Mutter geboren. Nach dem Krieg musste sie ihre Heimatstadt verlassen. Seitdem hat sie die Stadt, die ihr viel bedeutete, nie wiedergesehen. Das Haus mit der Nummer 27, in dem sie lebte, steht nicht mehr. Die Straße ist nicht mehr wiederzuerkennen. Nur eine funktionslose Schienentrasse quer über die Strasse, von der die M