Die Bindfäden der Geschichte

VERKNÜPFUNGSPROBLEME Josef Haslingers neuer Roman »Das Vaterspiel« demonstriert das Dilemma der Versuche, Geschichtsbewusstsein zu wecken
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Unter dem Teppich kehrt Josef Haslinger am liebsten. Wenn es um die Dunkelräume und Schmutzecken der Demokratie geht, ist der österreichische Schriftsteller zur Stelle. In seinem letzten Roman Opernball von 1995, der Geschichte eines Anschlags auf das Wiener Gesellschaftsereignis, hat er den grellen Scheinwerfer einer Mediensatire auf die anonyme Gewalt gerichtet, die Medien und Politik in seinem Heimatland durchzieht. Auch in Punkto Meinungsfreude kommt Josef Haslinger gleich hinter dem moralischen Dauerbrenner Peter Schneider. Die Zahl seiner öffentlichen Interventionen ist Legion. Ende August diesen Jahres hat der Österreicher, der als Professor am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig lehrt, in einem Aufsatz für die Frankfurter Allgemeine Zeitung eine Ursache