Gralshüter

ANGST VOR DEM MARKT Ohne Erneuerung geht der Pen unter
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Drei polnische Autoren sind zuviel." Wörtlich hat das Siv Bublitz, die neue Leiterin des Verlages Rowohlt Berlin nicht gesagt. Doch darauf lief es hinaus, als sie letzte Woche begründete, warum ihr Haus nun weniger Autoren aus Osteuropa drucken will. Der Wille zur "Bereicherung" durch fremde Kulturen, den Bundespräsident Johannes Rau zwei Tage später in seiner Berliner Rede konstatierte, scheint sich in engen Grenzen zu halten. Angesichts solch schleichender Ausbürgerung des Fremden aus der auf Buchmessen gern beschworenen, kulturellen Vielfalt ist das "gesellschaftliche Zeichen", als das der 1947 in Teheran geborene Lyriker SAID seine Wahl zum neuen Präsidenten des deutschen Pen vergangenes Wochenende in Nürnberg wertete, nicht gering einzuschätzen.