Krach im Kaffeehaus

Friedenspreis Claudio Magris, der Friedenspreisträger des Deutschen Buchhandels, warnt in einer fulminanten Rede Europa vor der Gewöhnung an den Krieg und dem Hochziehen neuer Grenzen
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Auf die Frage, was denn eigentlich Europa ausmache, hat George Steiner einmal mit dem Hinweis auf das Kaffeehaus geantwortet. Darin, so der amerikanische Philosoph, hätten sich Episoden angespielt, die für die Kultur und Literatur des alten Kontinents entscheidend waren.

Die Definition klingt wie maßgeschneidert für den diesjährigen Friedenspreisträger des Deutschen Buchhandels, Claudio Magris. Denn wenn der 1939 in Triest geborene Germanist und Schriftsteller irgendwo zu Hause ist, dann im Kaffeehaus.

Unter den bisherigen Preisträgern gehört Magris eher zu den Stillen. Seine Werke über den Habsburger-Mythos in der modernen Literatur, eine „Biografie“ der Donau, das Buch über seine Heimatstadt Triest und der Roman Blindlings sind