Verschwebte Andeutungen

DE REFLEKTIONE Den grossen Roman aus der Medienwelt hat Rainald Goetz mit seiner neuen Erzählung "Dekonspiratione" nicht geschrieben. Besser gelingen ihm die Mikrokosmen lautloser Verständigung
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Dekonspiratione ist ein sehr schönes Wort. Man denkt an Poststrukturalismus und Mafia, Baudrillard und Puzo. Sofort ist man neugierig. Und das Amalgam passt hervorragend auf den Kulturbetrieb. In seinem Internet-Tagebuch des Jahres 1998 Abfall für alle konnte man nachlesen, wie während eines ereignisreichen Berliner Jahres in dem Schriftsteller Rainald Goetz der Plan reift, die Unzahl der Geschichten aus einem langen Schreiberleben zu Literatur zu machen. Darauf durfte man gespannt sein. Doch der ganz "unbeschreibliche Medienroman", den in dieser Schreiberwelt angeblich alle schreiben, ist ihm mit seiner neuen Erzählung Dekonspiratione nicht gelungen.

Es ist nicht so sehr der Verzicht auf ein ordentlich gebautes Stück Text. Ein klassischer Roman wäre von einem