Wir kommen doch alle aus Odessa

OST-WEST-IDENTITÄTSREISEN Die Debütromane "Wie viele Züge" von Lena Kugler und "Wunderzeit" von Catalin Dorian Florescu
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Das Unbekannte ist eine Projektion. Tritt man ihm gegenüber, löst es sich auf. Zurück bleibt man selbst. Als die junge deutsche Studentin Jula während eines Studienaufenthalts Ende der neunziger Jahre in der Ukraine plötzlich in eine Kleinstadt irgendwo an der Grenze zwischen der Slowakei und Ungarn fährt, um das Elternhaus ihres Vaters zu suchen, findet sie statt der Villa und der Weinberge nur eine verfallene Baracke. Als der halbwüchsige rumänische Junge Alin mit seinem Vater in den siebziger Jahren nach Amerika fährt, gerät er zwar in ein Land von einer Größe, bei dessen Erbauen man offenbar den Maßstab vergessen hat. Aber das großartige Leben in der großen Freiheit endet beim Tellerwaschen in einem Keller in de