Feuchtgebiete: Die Moorschutz-Pläne der Ampel – und ihre Gegner

Klimaschutz Weltweit speichern Moore mehr CO2 als alle Wälder zusammen. Wenn Bauern sie trockenlegen, um dort Landwirtschaft zu betreiben, entweichen die klimaschädlichen Gase. Die Ampel will das ändern – und legt sich mit der Bauern-Lobby an
Exklusiv für Abonnent:innen | Ausgabe 16/2022
„Birkenstamm am Moorkanal“ (Otto Modersohn 1904): Auch sehr nasser Untergrund lässt sich bewirtschaften
„Birkenstamm am Moorkanal“ (Otto Modersohn 1904): Auch sehr nasser Untergrund lässt sich bewirtschaften

Foto: Akg-Images/dpa

Es gab Zeiten, da sprachen über Moorschutz nur die Ökos: Krötenfans, Vogelliebhaber*innen oder Freund*innen seltsamer Pflanzen wie des Sonnentaus oder des Scheidigen Wollgrases, welche sich optimal an die schwierigen Lebensbedingungen im Nass angepasst haben. Heute gilt Moorschutz als Paradebeispiel naturbasierter Lösungen, die gleichzeitig zu Klima- und Artenschutz beitragen. Weltweit speichern Moore auf nur drei Prozent der globalen Landfläche doppelt so viel Kohlenstoff wie alle Wälder zusammen. Er bleibt dort jedoch nur, solange der Wasserstand ausreichend hoch ist und die Abwesenheit von Sauerstoff verhindert, dass Pflanzenreste sich vollständig zersetzen können. Einmal trockengelegt, verwandeln sich Moore in wahre CO2-Schleudern.

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