Historisches Stadtarchiv Köln eingestürzt

Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

Nach dem Einsturz des Stadtarchivs und zweier Nebengebäude in der Kölner Severinstraße, werden zum jetzigen Zeitpunkt noch Menschen in den Trümmern vermisst. Die Zahl der Vermissten variiert von zwei bis neun. Es bleibt zu hoffen, dass alle Menschen lebend aus den Trümmern gerettet werden können!!

Das Gebiet rund um den Waidmarkt wurde großflächig gesperrt, da weitere Einstürze benachbarter Häuser nicht auszuschließen sind. Die Mitarbeiter des Stadtarchivs selbst haben sich offenbar und glücklicherweise rechtzeitig in Sicherheit bringen können. Es ist die Rede von Leichtverletzten und einem Sachschaden in Millionenhöhe.

Das Archiv bewahrte wertvolle Dokumente der Kölner Stadtgeschichte auf, darunter auch einzigartige, bis ins Frühmittelalter zurückreichende Codices und Urkunden von überregionalem Interesse. Auch hier ist nur zu hoffen, dass Dokumente noch sicher geborgen werden können. Der Verlust für die Forschung ist aber wohl kaum hoch genug anzusetzen!

Unter dem Gelände wird seit längerem die Kölner U-Bahn ausgebaut. Ob dies der Grund für den Einsturz sein könnte, ist bislang unklar. Die letzten größeren Baumaßnahmen fanden im Sommer des Jahres 2007 statt. Derzeit seien nur kleinere bauliche Maßnahmen durchgeführt worden, so die Sprecherin der Nord-Süd-Bahn gegenüber dem WDR. Bereits im September 2004 kam es, durch unterirdische Grabungen im Vorfeld der U-Bahn-Ausbauten, fast zu einem Einsturz des Turmes der Kirche St. Johann Baptist. Der Turm, der daraufhin als „schiefer Turm von Köln“ Bekanntheit erlangte, neigte sich damals um 75 Zentimeter. Er wurde ein Jahr später wieder aufgerichtet.

Eberhard Illner, langjähriger Abteilungsleiter im Archiv, sprach im Deutschlandradio Kultur von einer „absehbaren Katastrophe“. Er selbst habe Mitte letzten Jahres im Keller des Hauses Senkungsrisse festgestellt und diese Information an die Archivleitung weitergegeben. Die Polizei der Stadt Köln habe ihm zudem letzte Woche den Eingang weiterer Hinweise bezüglich Senkungsrissen bestätigt.

Sobald die Rettungs- und Aufräumarbeiten abgeschlossen sind, wird zu prüfen sein, was die genauen Ursachen für den Einsturz des Gebäudes waren und wer sich dafür zu verantworten hat. Fest steht nur, es gab wohl Anzeichen für die Gefährdung von Menschenleben und fest steht auch, die historische Forschung hat heute einen heftigen Schlag erlitten.

19:58 03.03.2009
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

insomnia

Lesende.
Schreiber 0 Leser 0
Avatar

Kommentare 4