Irene Habich
26.07.2009 | 14:55 34

Mit Killerschach gegen die Totschlagargumente

Piratenpartei Wenn Computerspiele wie Counter-Strike verboten sind, wieso ist dann Schachspielen erlaubt? Fragten sich Mitglieder der Piratenpartei und luden zu einer Partie "Killerschach" ein

„Schön dass ihr da seid, viele von euch würden jetzt grade vielleicht lieber Counter-Strike spielen“ begrüßt Florian Bischof witzelnd die Menge, die sich am Alexanderplatz versammelt hat. Bischof ist der Berliner Spitzenkandidat der Piratenpartei. Er trägt eine silberne Krone und einen weißen Overall, der wie ein Schutzanzug gegen die Schweinegrippe aussieht.

Und den braucht er auch. Denn gleich, beim Killerschach, wird Kunstblut fließen. Aber zunächst wird noch gegen das Verbot von Killerspielen demonstriert, gemeinsam mit anderen Parteien, zwischen den orangefarbenen Emblemen der Piratenpartei wehen Fahnen von FDP und Grünen. Viele der jungen Männer im Publikum sind dunkel gekleidet. "Wer Computerspiele kriminalisiert, verbrennt auch Bücher", steht auf einem Kapuzenpulli.

Die Piratenpartei ist nicht nur gegen Spielverbote, sie will ein freies Internet ohne Zensur und mit weniger Copyrights und Kontrollen, dafür tritt Bischof im Herbst bei den Bundestagswahlen an. Doch jetzt verliest er erst mal ein Zitat des Schachmeisters Bobby Fischer: Schach sei ein brutales Tötungsspiel, hat Fischer sinngemäß gesagt. Und trotzdem werde es nicht verboten, wie könne man da Computerspiele verbieten? So die Logik der Piraten.

Computerspiele sind süß, Killerschach ist grausam

Wie grausam Schach sein kann, das wollen der Spitzenkandidat und seine Parteifreunde gleich vorführen. Abseits der Bühne versammeln sich schon die lebenden Spielfiguren fürs "Killerschach". Es beginnt zu nieseln, aber die Spieler sind gut ausgerüstet. Sie tragen Schutzanzüge wie Bischoff, oder schwarze Plastikplanen, und beziehen jetzt Position auf den Schachfeldquadraten. Die Gegner beginnen sich anzufeixen, sich mit Spritzpistolen vorab zu bedrohen, oder mit anderen "Waffen" wie kleinen Holzspießchen. Sie kichern wie kleine Jungs. Ein Spieler steckt sich seinen Schaumstoffschläger zwischen die Beine und bleibt so stehen. Ein pubertär anmutender Gag.

Per Megafon sucht der Moderator jetzt Mitspieler für Schwarz."Wir brauchen noch Killerspieler", ruft ein Pirat. "Die können alle kein Schach", murmelt ein anderer. Pressevertreter verstecken sich hinter grauen Regenschirmen. Sie scheinen jetzt das Publikum von etwa 50 Zuschauern zu dominieren, denn die meisten Teilnehmer der Kundgebung sind inzwischen nach Hause gegangen.

Am Spielfeldrand wird Aljoscha Börsch vom Piraten-Landesverband Sachsen-Anhalt für ein Fersehinterview mit Reuters vorgeschickt. Der Spieleentwickler sieht etwas präsentabler aus als die meisten hier, weniger wie ein bleichgesichtiger Zocker. Und er hat seinen Text gelernt. Den Reuters-Kollegen erklärt er jetzt auf sehr professionelle Weise, warum Killerspiele nicht verboten werden dürfen. Die meisten hier sind weniger medienerfahren, aber sie haben dazu gelernt, äußern sich nicht zu jedem Punkt, notieren sich Namen und Medium der Journalisten, die sie interviewen.

Der Bauer fällt tot zu Boden

Wie seine Parteikollegen hat auch Aljoscha Angst, dass seine Aussagen von der Presse verdreht werden könnten, das sei schon öfters so passiert. Auf dem Spielfeld geht es nun los. Florian Bischof steht als König geduldig in der letzten Reihe, während vor ihm gekämpft wird. Alle Figuren dürfen nach den Schachregeln vorrücken und sich gegenseitig schlagen. Das sieht dann so aus: ein Bauer in Weiß verliert gegen einen Läufer der andern Seite. Etwas verhalten ruft der Läufer „Uah“, nimmt einen Schwamm aus dem Eimer mit Kunstblut und bewirft den Bauern damit. Der Bauer fällt tot zu Boden.

Jedesmal wenn "getötet" wird, drängeln sich die Piraten im Publikum nach vorne. Einige "Leichen" haben sich angesammelt und müssen abtransportiert werde. Vorher kommen Mädchen mit Kameras und fotografieren sie, offenbar sind es die Freundinnen der Piraten. Die Szene wirkt wie eine Parodie auf den Boulevardjournalismus.

Nicht nur zum Vergnügen hier

Es geht weiter, aber Spannung kommt nicht so richtig auf. Schach ist eben doch kein Counter-Strike. Neben Aljoscha Börsch am Spielfeldrand steht jetzt Martin Müller, er ist mit drei Freunden angereist: als Vertretung vom Landesverband Sachsen Anhalt. Er ist ein ernster junger Mann, Computer spielt er schon lange nicht mehr. Dafür bleibt keine Zeit, neben seinen Sohn, Studium, Beruf und der Partei, erklärt er. Die Ziele der Piraten sind ihm ein wichtiges Anliegen, er ist nicht nur zum Vergnügen hier. Er hat sich viele Gedanken über den letzten Schachzug der Partei gemacht: Kürzlich wurde der Ex SPD Mann Jörg Tauss als Mitglied aufgenommen, obwohl der unter Pädophilie-Verdacht steht.

Man habe sich unter den Piraten gemeinsam darauf geeinigt, das Ergebnis der Ermittlungen gegen ihn abzuwarten. Sollte sich der Verdacht gegen ihn erhärten, werde Tauss aber sofort ausgeschlossen, so Müller. "Bisher hat er uns vor allem aber Gutes gebracht, denn der hat Erfahrung in der Politik.“ Die Piraten rechnen Tauss an, dass der sich schon seit Jahren mit dem Internet beschäftigt hat und nicht wie andere Politiker auf den fahrenden Zug aufspringt, nur weil das Thema jetzt zieht.

Das Ganze erscheint wie ein Spiel auf Risiko: Sollten die Ermittlungen gegen Tauss zu einer Verurteilung führen, könnte das für eine Partei, die sich – selbst bei kinderpornografischen Angeboten – gegen Internetsperren einsetzt, schnell das Schachmatt bedeuten. Für König Florian Bischof ist es jetzt schon soweit. Zu Fall bringt ihn die gegnerische schwarze Dame, er sinkt auf das Schlachtfeld zwischen seine Kunstblut überströmten Mitstreiter. Ein schlechtes Omen?

Kommentare (34)

Magda 26.07.2009 | 19:22

Das ist aber eine üble und rosstäucherische Aktion.

Dann kann man natürlich auch Mensch-ärger-Dich nicht zum Killerspiel umfunktionieren. Alle, die rausgeworfen werden, kriegen schwere Schläge, winden sich in Krämpfen am Boden und schleppen sich angeschlagen zurück auf ihren Platz. So ein Unsinn.

Wer Computerspiele kriminalisiert, verbrennt auch Bücher",
Damit ist das Ganze für mich an der Grenze des nicht mehr Ernstzunehmenden.

ebertus 26.07.2009 | 20:04

Man mache sich bei Interesse mal die gewisse Mühe, die Figuren, die Menschen hinter den ggf. tendenziösen Meldungen, den Nicks, den Killerspielern etc. in aller Realität kennen zu lernen.

www.freitag.de/community/blogs/ebertus/die-piraten---zweite-noch-realere-naeherung

Apolitische Jugend, (fast) nur Männer, eingeschränkter Themenhorizont und weitere (Vor)urteile könnten da ein Stück weit relativiert werden. OK, zum Eintreten ist es vielleicht noch zu früh, in den erwähnten Squads thematisch mal - gar aufbauend - teilzunehmen sollte dennoch gehen.

h.yuren 26.07.2009 | 20:33

magda,
man muss "mensch-ärger-dich nicht" gar nicht umfunktionieren. es ist so selbstverständlich, jemanden hinauszuwerfen bei uns, dass wir nicht merken, was wir tun, wenn wir die kleinen an solche verhältnisse gewöhnen.
schach ebenso. "das königliche spiel" eignet sich sehr gut zur demonstration. die schlachtordnung und strategie sind freilich "höherstehend" als der hindernislauf der gewöhnlichen m-ä-d-n-spieler.

das ist eine unübersehbare parallele zum ebenso beliebten wett-kampfsport. unverdächtige gewöhnung und vorbereitung vor dem ernstfall.
aber natürlich sind die killerspiele im netz oder auf dem video genau die gleiche sache, mit mehr sauce.

@streifzug, hilf mir mal auf die sprünge. wo liegt sie, die wahre scheinheiligkeit?

M1xP1yne 26.07.2009 | 23:54

@ h.yuren

Ich denke er bezieht sich darauf, dass wir Soldaten in fremde Länder schicken, um Leute zu töten, die sie nicht einmal kennen. Diese Soldaten werden zum Töten ausgebildet. Die Politik und große Teile der Medien geben sich verdammt Mühe, die Entmenschlichung des "Gegners" zu betreiben.
Die Gleichen Politiker und Medien, die die "Großen Jungs" nach Afghanistan schicken, schreien in Ohrenbetäubender Lautstärke durch die Republik, sobald ein „kleiner Junge“ (meistens ein Mann) unter dem allgemeinen LEestungs-und Anpassungsdruck zusammenbricht, und seine Wut in tödlichster Form nach außen trägt. Das dabei Menschen sterben, wird öffentlich trauernd zelebriert, während die Killerspiele für alles Verantwortlich gemacht werden. Der gleiche Staat also, der unsere immer weiter eingschränkte Freiheit am Hindukusch verteidigen möchte, auf Kosten toter Afghanen und Soldaten, kriminalisiert die Killerspiele zu Hause, ohne auch nur darüber nachzudenken, dass ein Staat, der öffentlich zum Mord aufruft (Und aufgerufen hat, siehe Kosovo), für manche jungen Leute ein verheerendes Vorbild darstellt. Ich selbst bin es langsam leid, mich als "Killerspielespieler" von irgendwelchen unter de facto Ausschluss des Volkes gewählten Berufspsychopathen öffentlich anpöbeln lassen zu müssen, die selbst kein Problem haben, irgendwelchen „Sandnegern“ ein paar was- weiß- ich- wieviel Tonnenbomben auf den Kopf zu werfen, nur um wiedergewählt zu werden.
Ich finde es krank, dass deutsche Soldaten als Landsknechte in fremden Ländern Menschen töten, während hier um die Opfer eines Amoklaufes ein perverser Medienkult, der Quote wegen, entsteht.
Um es mit Stalin zu sagen, und der muss es, auch ohne Killerspiele gespielt zu haben, wissen:
„Der Tod eines Einzelnen ist eine Tragödie, der Tod einer Millionen nur eine Statistik.“
Das ist für mich persönlich die Heuchelei

@ Streifzug
Sollte ich Dich falsch interpretiert haben, dann kannste mich hauen ;- )

@ eventuell anwesende Piraten
Die Aktion hört sich aber verdammt nach Spaßparteiwahlkampf an.
Wenn ihr euch auf ein Niveau herablaßt, dass selbst die FDP teilweise schon überwunden hat, dann müsst ihr euch nicht wundern, wenn euch keiner ernst nimmt.
Wer sich mit krummen Hunden einläßt, muss mit Flöhen rechnen. Aber das kennt ihr ja, siehe Bodo Thiesen

Joachim Losehand 27.07.2009 | 00:15

"Wer Computerspiele kriminalisiert, verbrennt auch Bücher", Damit ist das Ganze für mich an der Grenze des nicht mehr Ernstzunehmenden."

Offenbar werden die Vorstöße der Politik von der Gamer-Szene so wahrgenommen, unabhängig davon, ob ein solcher Vergleich nun angebracht ist oder nicht.

Allerdings gebe ich zu bedenken, daß Bücherverbrennung - die es ja schon in der Antike gab ;-) ... durchaus sich gegen das Objekt selbst richtete, das gefährliche und ggf. magische o. ä. Zeichen transportiert. Indem man Spiele wie die im dt. so genannten "Ego-Shooter" verbieten möchte, setzt man ja voraus, daß es einen zwingenden Zusammenhang zwischen Aggressivität gegen Mitmenschen und der Beschäftigung mit solchen Spielen gibt - und mit dem Verbot man diese Aggressionen bannen kann. Kann man?

Daß die Killer-Schach-Aktion keine argumentative Auseinandersetzung mit dem Thema ist, versteht sich von selbst. Tatsächlich fehlen meiner Meinung nach der Piratenpartei noch die personellen Ressourcen, um fundiert und sachlich zu den verschiedenen Themen differenziert Stellung nehmen zu können. Das liegt aber auch daran, daß viele Experten - sofern sie nicht aus der Computer-Szene kommen - sich noch abwartend und zurückhaltend verhalten. Man sympathisiert, aber zeigt es nicht offen und manifest.

mh 27.07.2009 | 11:40

das problem an dieser form der aktion ist, dass man den grundsatz akzeptiert und damit die monopolisierung der wortgebung durch die großen parteien legitimiert, in dem man versicht zu relativieren.

bereits hier wird aus dem "dagegen" ein "miteinander", ohne dass man dabei selbst die initiave hat.

ich halte das für keinen geeigneten weg.

mfg
mh

Streifzug 27.07.2009 | 11:47

h.yuren, M1xP1yne,

momentan suche ich nach neuen Formulierungen um bestimmte Sachverhalte "treffend" beschreiben zu können. Ich bin auch schon die Antwort nach der Mehrfachfunktion von Rüstung und Krieg schuldig geblieben (h.yuren). Es scheint mir momentan deutlich wie schon lange nicht mehr, als wären die meisten Begriffe zu bestimmten Themen besetzt. Besetzt allerdings mit Bedeutungen, die mir nicht gefallen.

M1xP1yne, du triffst es durchaus, allerdings poltern mir bei deiner Argumentation sofort die gängigen Gegenargumente aus der "Kiste der besetzten Bedeutungen" entgegen.

Mein momentaner Eindruck ist, gerade auch wenn ich bestimmten Gesprächen zuhöre/lese, dass diese Situation zu einer Art Lähmung, gegenseitiger Neutralisation führt. Jeder setzt die Argumente des Anderen sofort mit Argumenten aus seiner Kiste matt. Egal ob Krieg, Frieden, Europa, Sozialabbau, Deregulierung, Zensur, Spiele ... es scheint mir als würden "Scheingefechte" mit Plastikworten geführt, um von der wahren Problematik abzulenken.

Wie gesagt, es ist nur mein persönlicher Eindruck. Daher seht es bitte nicht als Unhöflichkeit an, wenn ich bestimmt Fragen momentan noch nicht beantworte. Sobald ich die mir richtige erscheinenden verbalen "Waffen und Munition" ;-) gefunden habe, komme ich auf die Fragen zurück.

Xarf 27.07.2009 | 12:01

"Ein Spieler steckt sich seinen Schaumstoffschläger zwischen die Beine und bleibt so stehen. Ein pubertär anmutender Gag."

Vielleicht hat dieser Spieler auch einfach die Figur des "Springers" auch Pferd genannt so versucht darzustellen. Aber ist ja nicht verwunderlich das in den Medien wo sogar ein Strategiespiel wie Warcraft als Killerspiel genannt wird solch eine Hetze betrieben wird. *applaus* für diesen "pubertären" Artikel, made my day.

Xarf 27.07.2009 | 12:13

hm komisch nur das ich gerade eben jener bin der diese "pubertäre" Haltung angenommen hat und ob mans glaubt oder nciht wir kennen Steckenpferde, gut im heutigen Jugendjargon werden diese als "Mounts" bezeichnet kosten 40 Gold und erhöhen die Geschwindigkeit um 60%.

mfg xarf

PS: wer ironie,polemik,sarkasmus oder dergleichen findet kann diesen behalten.

PPS: short.to/kvvo hier das "pubertäre" Beweisfoto ;)

Magda 27.07.2009 | 14:24

@ streifzug - die wahre Scheinheiligkeit liegt im System (na, jetzt habe ich mich rausgemogelt)

@ h.yuren -man muss "mensch-ärger-dich nicht" gar nicht umfunktionieren

Nee, stimmt schon im weitesten Sinne sollen die Kinder Gewinnen und Verlieren "lernen".

M1xP1yne schrieb am 26.07.2009 um 21:54

"Ich denke er bezieht sich darauf, dass wir Soldaten in fremde Länder schicken, um Leute zu töten, die sie nicht einmal kennen. Diese Soldaten werden zum Töten ausgebildet. Die Politik und große Teile der Medien geben sich verdammt Mühe, die Entmenschlichung des "Gegners" zu betreiben."

Du schreibst zwar nicht an mich, aber ich antworte trotzdem: Dein Beitrag kann unterschiedlich verstanden werden. Als durchaus berechtigte Anklage der Heuchelei oder auch als heuchlerische Apologie für diese strategischen Spiele. Je nachdem, ob man diese Strategiespiele als völlig außerhalb der gegenwärtigen Gesellschaft und Politik stehend betrachtet oder als Teil eines Systems, in dem die durchaus ihre entmenschlichende und Soldaten generierende Funktion haben können.

M1xP1yne 27.07.2009 | 16:59

@ Magda

Ob und inwieweit Killerspiele zu einer Verrohung eines Teiles der Gesellschaft beitragen, oder gar das Töten trainieren, ist bis Heute ungeklärt. Das z.B. die Amerikanische Armee Spiele zur Werbung wie auch zum Training einsetzt, ist ja bekannt.
Es ist also durchaus nicht unmöglich, das Killerspiele abstumpfen können.
Das aber, was ich mit HEuchelei meinte, ist die Tatsache, das der Staat in Form eines nicht geringen Teiles der Politiker entscheiden möchte, wo, wann und wer zu töten ist. Dies mag in Afghanistan der Fall sein, aber auch beim Abschießen vermeintlich gekaperter Flugzeuge, beim Finalen Rettungsschuß, usw.
Sich dann aber über die vermeintliche Wirkung eines sog. Killerspiels zu beschweren, und für ein Verbot zu werben, ist Heuchelei, sind es doch weniger die Killerspiele, als vielmehr andere Faktoren, allen voran das Verhalten des Staates zum menschlichen Leben, was viele Menschen prägt, und genauso gut als Sündenbock herhalten könnte.
Ich will damit nicht sagen, dass Killerspiele nicht, und der Staat und die Gesellschaft verantwortlich sind, aber die Heuchelei ist ja wohl irgendwie offensichtlich.

@ Streifzug

Das die Debatte sich letztlich im Kreis dreht, liegt in der Natur der Sache, tendieren in dieser Debatte doch beide Seiten dazu, der jeweils anderen nicht zuzuhören. Von dem Generationenkonflikt und den zahllosen Partikularinteressen mal abgesehen, die das Ganze noch komplexer machen.
Aber das ist ja nicht das, was ich sagen wollte. Es ging mir nicht darum, Killerspielen durch Erwähnung des Krieges und anderer Umstände die Absolution zu erteilen, sondern auf die offensichtliche Heuchelei in der Debatte aufmerksam zu machen. Ob und wie Killerspiele dazu beitragen, bleibt zu klären, gleiches gilt auch für das Verhalten des Staates, den Leistungsdruck uvm. Es sind hier zwei paar Stiefel, die bitte nicht verwechselt werden sollten.
Die Wirkung von Killerspielen zum einen, und das Verhalten des Staates gegenüber Killerspielen zum anderen.
Das die Erstere Problematik doch ziemlich kompliziert ist, und keiner einseitigen Betrachtung bedarf, ist mir durchaus klar.

Nur verstehe ich ehrlich nicht, in welche Richtung Dein Kommentar,

"Magda,

die großen Jungs spielen in Afghanistan.
Die wahre Scheinheiligkeit liegt woanders."

denn sonst zielen könnte.

Streifzug 27.07.2009 | 17:18

M1xP1yne,

du hast es doch ganz gut getroffen. Aber dir ist doch selber bewusst, welche Litanei an Gegenargumenten darauf von der anderen Seite sofort kommen würde.

Diesen Teufelskreis will ich gerne mit anderen "Worten" durchbrechen. Die Scheinheiligkeit liegt wie du sagst schon in der "Heuchelei". Sie liegt aber meiner Meinung nach auch in einer Ebenenverschiebung. Nun frag bitte nicht, was ich da wieder mit meine :) Bessere Begrifflichkeiten zu finden, genau daran bastele ich gerade.

Pic 27.07.2009 | 17:25

Noch ist Jörg Tauss kein verurteilter Pädophiler. Ich bitte darum, eine Vorverurteilung zu vermeiden, wie sie in diesem Blogeintrag als "Ein Pädophiler in einer Partei, die sich gegen Internetsperren für Kinderpornografie einsetzt, das könnte schnell das Schachmatt bedeuten." deutlich wird.
Falls er verurteilt wird, somit schuldig ist, kann man in dieser Form darüber sprechen. Vorher muss die Tatsache hinzukommen, dass die Staatsanwaltschaft bereits 4 Monate in einem "beschleunigten Verfahren" dahinarbeitet und noch keine Anklage gekommen ist.

Vielen Dank.