isam almatlub

isam almatlub, in deutschland geboren und aufgewachsen, lebte und arbeitete ein halbes jahr lang in damaskus, um die sprache seiner eltern zu lernen. er schreibt über den alltag in der syrischen metropole.
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RE: Teure Birnen, Teelichtplaudereien und subjektives Sicherheitsempfinden | 09.02.2012 | 12:34

Hallo,
im Moment bin ich tatsächlich seit einer Woche in Jordanien. Das erste halbe Jahr ist tatsächlich lange lange vorbei und seit dem pendele ich zwischen Jordanien, Deutschland und Syrien wo ich aber immer lange Zeit verbringe. Vielleicht ist der Ton manchmal etwas zu gelassen oder lakonisch, aber hysterisieren tun ja schon die im Ausland sitzenden Medien. Auch die Ereignisse hier haben immer mehrere Facetten. Das erste Opfer des Krieges ist die Wahrheit. Wenn es meine Zeit zulässt schreibe ich, sobald ich wieder in Damaskus bin.
Das mit dem Gas ist tatsächlich nervig! Ich habe bisher das Glück, dass ein guter Freund sich immer darum kümmert, meine Gasflasche zu erneuern. Als Ausländer hätte ich bei dem Gedränge vermutlich auch kaum eine Chance eine neue volle Flasche zu ergattern. Aber außer Stromausfällen und Gasknappheit sind mir bisher keine Versorgungsengpässe begegnet – zum Glück!
Einen lieben Gruß und Dank für die Anteilnahme.

RE: Mit dem Mut der Verzweiflung | 05.02.2012 | 18:28

Hier ist der Tenor: Danke Russland! Danke China!
Dazu aus einem anderen Blog:
"Als die Russen im März 2011 den Fehler machten, in der UNO dem Überfall auf Libyen zuzustimmen, gab es einen Krieg mit Zehntausenden Toten. Diese "Pflichtausübung" der Amis haben die Russen heute verhindert. Dazu gehört Rückgrat. Gut so. Sollte es nicht zum Krieg kommen, haben die Russen Zehntausende Menschenleben gerettet und einen Krieg in der ganzen Region verhindert. Eine Resolution, die jede Gewalt in Syrien verurteilt und nach Wegen sucht, die Lage friedlich zu lösen, wäre für Russland tragbar gewesen. Doch die "Psychologische Kriegsführung" kreischt in Politik und Medien weiter." (hinter-der-fichte.blogspot.com/2012/02/massaker-von-homs-logik-gegen.html) den ich nicht so schlecht finde.

RE: Süßer Tee, späte Busse & eine wirtschaftspolitische Kamikazeaktion | 23.01.2012 | 12:14

Danke für die kleine sprachpuristische Anmerkung ;-)
Und tatsächlich: es geht um Busse!
So schreibe ich doch: "der Bus selbstredend nicht um 11, sondern erst um 14 Uhr fahre" und mit diesem drei Stunden später fahrenden Bus ist ein Bus und keine Buße gemeint. Wann die Buße an diesem Tag Gefahren ist weiß ich nicht.

RE: Angst um Syrien | 08.01.2012 | 23:32

1000 dank für diesen artikel. hier in damaskus wird das genau so wahrgenommen.

RE: Angst um Syrien | 08.01.2012 | 23:31

1000 dank für diesen artikel.
ich kann das aus syrien nur bestätigen. hier - zumindest in damaskus - wird das ganz ähnlich wahrgenommen.

RE: Jubeldemos und viel Spaß durch eine kleine Regelübertretung | 31.12.2011 | 14:30

hallo,
nein ich bin noch in damaskus, es ist hier aber alles ok. habe nur nicht mehr geschrieben - auch wenn es jetzt vielleicht am interessantesten wäre. aber es gibt hier nichts besonderes. nur soviel: es ist wohl wirklich ein medienkrieg, zumindest zu einem gutteil.
melde mich mal später, wenn ich zeit habe, aber soweit: alles gut, keine sorgen machen!

RE: In der Öl-Zwickmühle | 23.09.2011 | 00:08

oh man.
die diskussion zu syrien befindet sich auf so unsäglich niedrigem niveau, dass das hier schon fast als guter artikel gelten müsste.
allerdings gab es heute zum glück auch den hier:
www.jungewelt.de/2011/09-22/032.php?sstr=syrien
lang und lesenswert.

RE: Sandige Orte, habsüchtige Frauen und phosphorisierendes Eis | 13.08.2011 | 12:57

hallo weinsztein,
danke.
die menschen hier in damaskus sind nicht mehr oder weniger eingeschüchtert als sonst auch. was kleine "ordnungswidrigkeiten" wie schnell mal ein stockwerk auf's haus draufbauen oder eben den straßenhandel angeht, sogar weniger, da sie wissen, dass die polizei im moment ein auge zudrückt. politisch kann man das in einer non-dempkratie eben nicht richtig sagen (das wird unter der oberfläche lieben). es ist aber m.e. hier (!) keine veränderung festzustellen.
den westen (und auch die türkei) sehen sie wohl je nach dem. die "aufständischen" begrüßen das. aber in damaskus (und auch im umland, wo ich war) hört man eher das gegenteil. der westen wolle syrien kaputt machen, drücke auf syrien und man hoffe, dass syrien stabil bleibe. "syrien ist stark" hört man überall - heißt auch: wir halten das aus/durch.
über die haltung der türkei (die hier in den letzten jahren sehr an ansehen gewonnen hat) ist man eher verstört. dass die sache syriens eine "innere angelegenheit" sei verärgert. schließlich ist syrien ein souveräner staat und nicht mehr eine provinz des osmanischen reiches. insgesamt wird das auftreten der türkei als arrogant betrachtet, schließlich hat sie ihr konflikte kaum anders "gelöst".

RE: Notfalls einmarschieren | 09.08.2011 | 22:09

ich mische mich ungern ein, aber hier muss es sein.
erstens: "Eine Flüchtlingswelle aus dem Nachbarland sorgt bereits für große Kopfschmerzen." - welche flüchtlingswelle? die bereits rückkehrenden maximal 12.000 syrer, die kurzzeitig aufnahme in zelten der türkei gefunden haben? 260.000 libyer in tunesien: das sind "flüchtlingswellen".
zweitens: "Die Türkei macht sich aber auch Sorgen, welchen Einfluss die Unruhen auf ihren Kampf gegen die Kurdische Arbeiterpartei (PKK) haben könnten, deren Militante im Südosten des Landes aktiv sind und von denen viele aus Syrien stammen oder dort leben." das ist verständlich. der islamistischen opposition syriens mehrfach ein forum zu bieten, sich zu präsentieren, dieser "freundschaftsdienst" wäre (auge um auge) im prinzip durch einen pkk-kongress auf syrischem boden angemessen zu beantworten.
drittens: "„Wir sind bislang äußerst geduldig gewesen und haben abgewartet … ob man auf das hört, was wir gesagt haben. Aber unsere Geduld ist langsam am Ende“, so Erdogan." schlimmer geht's nimmer. darüber regt man sich in damaskus am meisten auf, dass die türkei unter erdogan im moment so tut, als wäre syrien wieder nur eine provinz des osmanischen reiches. geduldig ist man mit seinen kleinen ungezogenen kindern, die dann aber doch auf das zu hören haben, was man sagt, sonst...
dass nun sogar saudi-arabien syrien zu reformen auffordert (lach!) und bahrein (das kurz zuvor einen aufstand mit unglaublicher brutalität niedergeschlagen hatte) böse wird, weil die usa es ihnen sagen, kann einen verzweifeln lassen über das ausmaß an dummheit und schamlosigkeit in den internationalen bezeihungen.
der rest des artikels ist, wie mein vorredner schon anmerkte "widerwärtige Kriegshetze. Grenzenloser und kannibalischer Zynismus".
schade!

RE: „the fastest killing ever“ und Fahnenschwenken als social event | 01.08.2011 | 19:03

die berichte sind beunruhigend - das stimmt. in damaskus allerdings sind sie auch weit weg. man erfährt das hier eben auch aus dem tv oder über freunde von freunden (was sich dann aber immer weniger dramatisch anhört, als das, was man im tv zu sehen bekommt...).