Tatort 2014-04-27

Zu viel des Guten Von einem Wotan, der auszog ein Tatort Gott zu werden und leider unter seinen Möglichkeiten bleibt.
Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

Tatort mit:

  • Thorsten Falke

Wotan Wilke Möhring

  • Katharina Lorenz

Petra Schmidt-Schaller

  • Jan Katz

Sebastian Schipper

  • Hermann Jertz

André Hennicke

  • Horst Martinsen

Jochen Nickel

  • Behrend Dreyer

Andreas Patton

  • Gerd Carstens

Sascha Alexander Gersak

Musik: Marco Dreckkötter/Stefan Will, der schon in einigen Produktionen gemeinsam für die Musik verantwortlich war, unter anderem 2012 in der legendären Folge des Tatorts „Es ist böse“ mit Conny Mey und Frank Steier (beides die Filmnamen). Überhaupt ist der Tatort mehr oder weniger ein Klassentreffen, wenn auch der Kameramann (Moritz Schultheiß) und auch der Regisseur (Marvin Kren) schon mit den beiden gedreht hat. Das Drehbuch wiederum stammt vom recht neuen Drehbuch Duo Raimund Maessen und Volker Krappen.

Der heutige Tatort sollte alles bieten und ist fürchterlich unter seinen Möglichkeiten geblieben. Menschenhandel, Subventionsmilliardengrab und dann auch noch High-Tech Waffenhandel. Mit diesem Stoff hätte man sämtliche Patenfilme füllen können und noch mehr. Stattdessen hat man alles irgendwie zusammengemanscht und in diesen Tatort hineingepackt.

Wotan Wilke Möring tat als Schauspieler wirklich alles, um die Schwächen des überfrachteten Drehbuchs herauszureißen. Doch es war schlicht zu viel an Dramatik, die hier in die übliche Tatortlänge hineingepresst wurde.

Doch zum Anfang:

Wie jetzt?!?! Falke und seine Kollegin sind jetzt Bundespolizisten? Was hat Kommissar für ein Spiel gemacht, als sein bester Freund in den Innendienst gewechselt ist. Und jetzt? Schnöde Männerfreundschaft…. Nicht mal ein leichtes Aufbegehren des Freundes. Keine Erklärungsversuche, keine Szene… Nicht mal die übliche Alkoholsause ist mehr drin. Stattdessen vom Kameramann Szenen, die mich schwörend machen, dass er der Kameramann des friesisch herben Bieres aus dem Norden ist.

Dann die Trauer um die Kollegin, die wirklich selbstverliebt ist. Falke hat trotz der vielen Zeichen (Fotos, Kerzen und Kreuz) nicht erkannt, dass er nicht der einzige Trauernde ist. Hier hat man dramaturgisch etwas menschelndes hineingebracht, jedoch wertvolle Tatortzeit verschwendet, um die Geschichte rund zu machen. Rund insoweit, als doch tatsächlich mal einer konsequent an einem Fall arbeitet. Doch leider sind hier die Kleinigkeiten doch Nebensache. Wer jetzt wen warum umbrachte, ist irgendwie zwar aufgeklärt worden, war jedoch ermittlungstechnisch irgendwann egal.

Das, was meines Erachtens nach ganz ordentlich gelungen ist, ist das Erzeugen der bedrückten Stimmung, wenn die Guten bemerken, dass Informationen hinausgehen. Auch der Hinweis auf die neueste Technologie und wie sie eingesetzt wird (Drohnen) ist hier nun wirklich sehr aktuell, jedoch (noch) etwas zu kurz gekommen.

Alles in allem denke ich, dass dieser Tatort der Auftakt sein wird für eine Kleinserie, in der Falke das Waffendealerphantom jagt und wahrscheinlich bekommt. Vielleicht sollte man sich dann für den nächsten Tatort einmal ein paar kleinere Häppchen nehmen um sich nicht so grandios zu verschlucken. Die Gefahr, dass dann jedoch aus dem Falke die Luft raus ist, ist auch noch da. Ich denke da an (Original Dell) Lonely Lannert…..

Fazit: Die Quadratur des Kreises ist hier nicht gelungen. Abhaken und auf nächsten Sonntag warten.

Ach ja... In Memoriam....

http://www.watson.ch/Front/articles/423078813-Informationen%2C-die-wir-zum-Lademeister-haben

22:16 27.04.2014
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Kommentare 5