RE: Ich bin nicht Boris | 30.08.2019 | 17:51

''Der Brexit dagegen war eine im Vereinigten Königreich selbst herangezüchtete Aspiration, die in der strukturellen Unvereinbarkeit zwischen dem Laissez-faire des angelsächsischen Kapitalismus und dem kontinentalen Korporatismus wurzelte und von einer Teile der britischen Aristokratie umfassenden Koalition beschworen wurde, die dann erfolgreich von Margaret Thatchers industriellem Vandalismus zerstörte Arbeitergemeinschaften kooptierte. Diese Wähler wollten in ihrer Verzweiflung die kosmopolitischen Londoner Eliten bestrafen, weil diese sie wie lange wertgemindertes Vieh behandelten....''

Diese Analyse stimmt nicht. Der Grund für den Brexit ist kein wirtschaftlicher. Sondern hat damit was zu tun das die britische Elite ihrem Volk es 30 Jahre lang versäumt hat zu erklären warum es für sie gut ist in der EU zu sein, bzw. durch die EU/Europäischen Rat mit/fremd-regiert zu werden. Die Leute dort haben nie kapiert warum es für sie sinvoll ist von Merkel und Makron mitregiert zu werden. Das ist der Gründungsmythos der EU, der dort nicht verankert ist. Und als GB in die EU eingetreten ist, war das weil sie sich aus dem Schlamassel der Suez-Krise versucht haben raus zu ziehen, und nicht weil sie die Poente des WWII kapiert haben.

Und jetzt, eben nach 30 Jahren, ohne wirklichen Sinn Teil einer politischen Union zu sein...Fazit ist der Brexit.

RE: Das Spiel mit dem Feuer | 23.06.2019 | 17:01

Gute Analyse.

Die Zukunft des (heutigen) Euro ist bis dahin gesichert bis die breiten Bevölkerungsschichten in Italien das Vertrauen in diese Währung/Europa haben, bzw. bis die unangenehme Wahrheit ans Licht kommt das es mit dem heutigen Euroregime kein **Licht am Ende des Tunnels gibt**. Also, das nur ein Austritt aus dem Euro die Disposition für die nötige wirtschaftliche Erholung darstellt. Die Uhr tickt.

Bis dieser Moment eintrifft, ist der Euro noch zu retten. Und der Ball liegt in Berlin. Bzw. bei der deutschen Bevölkerung, die Bundesregierung zu nötigen die jetzige Politik aufzugeben und eine europäische Lösung (im Sinne Macrons) zu starten.

Europa ist -noch- zu retten.

RE: Polexit, welcher Polexit? | 31.05.2019 | 23:34

Ist halt so wenn mann, ausser anti-Kaczynski, nix entgegen zu setzen hat. Ist das gleiche wie in den USA. Kaczynski ist nicht das Problem, sondern ein Symptom gescheiterter zentristischer Politik. Eben so wie Trump.

Wenn die Oposition in Polen eine Chanse auf die regierung will, muss sie sich grundsätzlich von den Leuten trennen die Teil des ex-Establishments sind/also in den Augen der grossen Mehrheit die Schuld an den Prekären sozialen Verhältnissen haben.

RE: Rette mich, Europa! | 23.03.2019 | 04:13

''Allerdings tendiert das deutsch-französische Verhältnis längst zur Partnerschaft ohne Parität, wofür es vor allem einen Grund gibt: Ob mit oder ohne EU wird Deutschland dank seiner Handelskraft stets europäische Führungsmacht bleiben.''

Stimmt nicht. Im wirtschaftlichen Sinne ist DE ohne die EU genau auf andere europäische Länder angewiesen, wie umgekehrt (inkl. Frankreich). Weil Freihandel=win/win für alle. Ohne Euro wird DE keine so großen Exportüberschusse erzielen können, deswegen ist es (aus Perspektive der Überschusse) an die Eurozone gekettet. Also, aus wirtschaftlicher Perspektive, wird DE ohne die EU ziemlich viel verlieren. Ganz zu schweigen der gemeinsamen EU Handelspolitik die Deutschlands Exportüberschusse gegenüber den USA und China mit seiner größe verteidigt. Ohne die 400 mio. Wagschale wird es eine Zoll-Orgie gegen Deutschland geben, ohne das DE was effektives gegen die USA (360mio) und China (1.5mil.) tun kann.

Aus der politischen Perspektive ist DE ohne die EU ga keine sonst so grosse macht. Das ist das ewige Dilemma der Geopolitik Deutschlands: gröstes Land aber nicht größer als alle Länder drum herum. Einzig gibt die EU als format Deutschland die möglichkeit dies zu überwinden. Fals die EU scheitert, werden die USA wieder die Feudalherrscher des Kontinents. Und sie werden auf Frankreich setzen. Um Deutschland zu konterkarieren. Also die Geopolitik des 19. und 20 jh. Hat mann alles gesehen.

b) Der Author des Artikels übersieht das Macron, im seinen vorhaben einer Europäischen Republik damit, selbstverständlich, auch Frankreich abschaffen will. Also, die Poante, das er das alles macht um (diabolisch) die (eigen)Interessen (allein) Frankreichs voranzutreiben, ist deswegen ziemlich gaga. Die abschaffung des eigenen Nationalstaats als -National interest-? wow.

Der letztere verweis auf Osteruopa ist nur ein Ablenkungsmanöver. Die zentrale Dynamik ist die des Euro-Europa. Und der Author sagt dazu aber garnix.

RE: Ohne Krise kein Fortschritt | 06.06.2018 | 23:53

Also, alles Taktik.

Eher nicht :( Griechenland war zu klein um den Status quo aufzuheben. Um Berlin zu zwingen die nötigen Euro-Reformen (sprich jetzt Macron-Vorschläge) zu machen. Die Griechenlandkriese ist nicht vorbei, wie der Artikel impliziert.

Der Artikel geht nicht auf die Kernfrage ein: ob Berlin ein rationaler Akteur ist oder nicht. Wenn mann nach der Griechenland-Entscheidung die Zeit -rational- nicht genützt hat um die eigene Bevölkerung von einer umfassenden Euro-Reform zu überzeugen, ist es jetzt ziemlich unglabwürdig zu denken das derselbe Akteur nun rational (im Sinne einer Euro-Reform) handeln wird.

Berlin hat sich nicht geändert. Die äußeren Gegebenheiten haben sich nur geändert. Anders als Griechenland ist Italien zu gross um das ´´immer wieter so´´ zu akzeptieren.

Ich hoffe isch irre mich. Und der Author des Artikels hat recht.

RE: Völkermord mit Leopard | 30.04.2018 | 04:42

P.s. Ich teile die Auffasung des Authors nicht dass das Vorgehen der Türkei ein Völkermord sei.

Ethnische Säuberungen (sprich Vertreibung) sind kein Völkermord. Die Quintessenz des rechtlich fahndenten Genozids ist die (genozide) Absicht. Also der psychologische Marker. Die tötung -mit er Absicht zu vernichten- (wegen Rasse, Klasse, Religion etc.)

Eines solchen Beweises ist uns der Author des Artikels schuldig geblieben.

Zweitens ist aus dem Artikel nicht zu erfaren wie die Türkei ethnisch säubert. Der Author sagt nur das Erdogan vor hat die arabischen Flüchtlinge aus der Türkei nach Afrin an zu siedeln. Das ist keine ethnische säuberung. Es stimmt das dadurch sich die ethnische Zusammensetzung der Bevölkerung ändert, und dies geschiet gegen ihren Willen (der Kurden) - stimt auch, aber mann kann die ethnische Zusammensetzung ohne ethnische säuberungen durchführen:

Zb. Erdogan siedelt 2 Millionen arabischer Flüschtlinge in Afrin an, ohne die zb. 400k Kurden zu vertreiben. Die Kurden, in diesem Szenario, wurden nicht vertrieben. Dann ist das keine Vertreibung/Ethnische Säuberung. In diesem Falle geht es Erdogan dann um was anderes/den Versuch der Schaffung eines kurdischen Nationalstaates in Afrin, durch ethnisches Engeneering, zu unterbinden. Aber nicht die ansässigen Kurden zu vertreiben und enteignen.

RE: Völkermord mit Leopard | 30.04.2018 | 03:54

Mann übersieht hier das Wesentliche.

Die Eu hat ein Interesse dass sich die Türkei in Kriege im Nahen Osten einwickelt. Weil diese eben die Türkei schwächen und die Türkei in diverser weise verhandlungsfähiger machen. Also, eine im Krieg geschwächte Türkei ist ein schwacherer Verhandlungspartner, und muss sich eben deswegen mehr and die EU anlehnen, als eine Türkei vor 5 Jahren zb.

Zweitens ist die Türkei, immer noch, für die USA ein wichtiger Partner zur aufrechterhaltung der US Dominanz in diesem Teil der Welt (und schon gar besser als eine Türkei die sich Russland und China annähert). Deswegen lassen die USA die Türkei gewehren, und die EU macht es auch (um die USA nicht zu verärgern und die Beziehungen nicht aufs Spiel zu setzen).

Das sind die Zwei wesentlichen Faktoren.

RE: Non, Macron | 17.04.2018 | 03:52

**Warum tut sie das? Es geht um die Verteidigung der deutschen Exportüberschüsse.**

Nein das geht mir nicht in den Kopf. Das ist nicht logisch. Der deutsche Exportüberschuss beruhrt auf dem (wie der Name sagt) Export in die EU. Und allemvoran Frankreich. Einen Präsidenten zu torpedieren der ebendies garantiert und eine Marin LePen zu riskieren die die EU und ihren Gesamtmarkt aufkündigen will und einen gemässigten Protektionismus einfüren will, der genau diesen Exportüberschuss schmelzen lassen wird, das ist nicht logisch.

Vielmehr beruhrt das blockieren eines französischen Präsidenten durch die Bundesregierung auf einem Kosten-Nützen Kalkül. Ganz einfach: der verzicht auf die hohen Exportüberschüsse im handel mit FR und den anderen Euro-Südländern ist Kostengünstiger als die Kosten die eine EU-gründung mit sich ziehen würde. Also: gemeinsamer Haushalt usw. Und nicht zu wergessen, eine Euro-EU mit einer politischen Mehrheit von Gesellschaften die der jetzigen Politik der Bundesregierung nich folgen würden. Bzw. diese Politik in einem gemeinsamen EU Staat abwählen würden. (und da ist da noch der demokratische/identitäre Druck von der Bevölkerung die im Zweifel, wenn zwichen europäischer und nationaler Identität, die Zweite wählen würde/wird)

Die Visegrader haben mit dieser scheiternden EU vertiefung nichts zu tun. Wenn es FR und DE wollen, können die Visegrader die vertiefung nicht verhindern. Vielmehr spielen sie in dem oben genannten Kalkül der Bundesregirung einen zusätzlichen Pluspunkt. DE kann sich darauf verlassen, aufgrund des anhaltenden und expansiven Wachtums dieser Gesselschaften (auch in den nächsten Jahrzähnten), das diese weiter hin auf Freihandel setzen wrden und nich zum Protektionismus greifen.

Also, wie ich es sehe, befindet sich die EU (falls DE in den nächsten 2 Jahren auf Macron nicht voll zugeht) in einem freien Fall. Es ist für Alle eine Lose-Lose Situation. Das Kunststück, das die Bundesregierung versucht, ist es mit so weit wenigen Einschnitten und Dellen aus der zerfallenden EU herrauss zu kommen.

RE: Land voll Blut und Narben | 27.12.2017 | 09:30

In der ganzen mainstream Presse bezüglich des Themas taucht eine Info, die von niemanden bisher strittig gemacht wurde, die sagt das 80% der Polen, vor dieser ´´Justizreform´´, nicht glüklich mit der Arbeit ihres Justizwesens waren bzw. sind.

Also, das ist die Mehrheitsgesellschaft in Polen. Mehr als 2/3. Das war offenbahr der Nationalkonsens. Und diese Info wurde von niemanden in der Presse analytisch ausgelotet. Kein Artikel hats darüber gegeben. Ich kann mir gut vorstellen das eine solche Stimmung in der Bevölkerung die -Negativlegitimation- der neuen PiS Regierung gegeben hat um das Justizwesen nach ihren Vorstellungen um zu krempeln. Bzw. das die Parole ´´Da muss sich was ändern´´ ziemlich mehrheitsfähig in Polen ist. Deswegen ist es so schwer für die Gegner den Status quo zu verteidigen. Das ist der Teil wo der Kolumnist dieses Artikels sich über den geringen wiederstand der Menschen beklagt.

Das wirft auch die Frage auf warum die EU sich schon damals, vor dem Regierungwecksel durch die PiS, nicht eingeschaltet hat, wen offenbahr klar war das die ganz grosse Mehrheit der Polen/die ganz normalen Menchen auf der Straße, den Rechsstaat in Polen nicht sieht.

Also, es gibt hier genügend -?- auf die mann sachlich eingehen sollte, bevor mann zu den üblichen alltags ´´Analysen´´ über die (national)Identitäten übergeht, und das Ganze in die Nationalismuss Schublade wirft.