j-ap

I hear the fountains of ignorance purl bountiful in Blisstopia these days ...
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RE: Herzlich willkommen! | 21.06.2012 | 02:10

Guten Abendmorgen allerseits.

Vier Sachen:

1. Artikel: Do legst di nieder.

2. Kommentare: Ja mi leckst am Oasch.

3. Daß die Form mit dem Inhalt zu tun hat, sie keine beliebig ablösbare bloße Zu-tat ist, weiß man seit Hegel. Daß ich es deshalb unverschämt finde, daß ihr meine früheren Formatierungen — besonders der Kommentare — einfach kassiert habt, liegt auf der Hand.

4. Wo ihr mein Avatarbild schon so nonchalant beseitigt habt, kann der Rest von mir fürderhin auch fort bleiben.

Guten Morgenabend.

RE: I Love You Jazzy | 08.06.2012 | 01:42

@ miauxx schrieb am 07.06.2012 um 23:15

»Der Popanz, den Sie gegenüber Augsburg veranstalten, ist in seiner aufgeblasenen Dimension nur albern!«

So?

Jetzt könnte ich Ihnen, wäre ich in der Stimmung dazu, mit meiner sprichwörtlichen jesuitischen Verschlagenheit kommen und sagen: Woher wollen Sie, miauxx, denn überhaupt wissen, daß das Verhältnis von Augsburg zu j-ap nicht dasselbe sei wie von Augsburg zu David Klein, also das des Artisten zu seinem »Kritiker«?

Immerhin billigen Sie diesem Verhältnis sogar soviel Eigengewicht zu, daß Sie es schon um seiner selbst willen für jenseits aller Kritikabilität halten; immerhin soll dieserlei elaborierte Geschwätzproduktion ja gar »Bestandteil der abendländischen Kulturgeschichte« sein, sprich: gerade die Persistenz des Immerselben im Immerselben durchs Immerselbe die Qualität der Sache ausmachen, die dann auch jenseits aller Urteilsfähigkeit steht, denn vor »der Geschichte« haben alle schönen Seelchen soviel Respekt, daß sich alles weitere erübrigt.

So, Bett ruft.

RE: I Love You Jazzy | 08.06.2012 | 01:25

@ Jörg Augsburg schrieb am 07.06.2012 um 22:58

»Natürlich handelt es sich um ein "Geschmacksurteil" - worum sollte es denn sonst gehen in der Kunst?«

Jetzt mal ehrlich, Herr Augsburg — was soll ich denn bitte auf so eine Frage noch erwidern? Oder sind Sie der Ansicht, der Mangel an Ernstlichkeit sei hier genauso offensichtlich wie in Ihrem Artikel, es bedürfe von daher gar keiner Entgegnung?

Es hilft mir auch gar nicht, daß Sie die Angelegenheit noch einmal mehr verdünnisieren, indem Sie gleich nur mehr über »Kunst« reden wollen. Es geht hier nicht ums Allgemeine, sondern ums Spezielle, also nicht um die Kunst (über die man freilich diese, jene oder auch andere Geschmäcker haben kann; in der möglichst marktreifen Belieferung damit besteht ja der Zweck Ihres Gewerbes, was ich Ihnen übrigens in gar keiner Weise verüble, schließlich leben auch Sie nicht von Nektar und Ambrosia), sondern um Musik.

RE: I Love You Jazzy | 08.06.2012 | 00:39

Richtig, Phineas.

(Ich weiß, solche Aussagen kann ich mir bei Deinen Kommentaren in der Regel sparen, weshalb ich jetzt auch wenigstens die Hauptsache der generellen Beschissenheit des Artikels abzufrühstücken gedenke, wenn Du gestattest.)

Bürger Augsburg findet »Jazz« in der Gestalt, wie sie uns auf den öffentlich erreichbaren Kanälen verabfolgt wird, »gefällig« bis an den Rand der Hypoxie; schließlich habe die Musike (die, so spricht man in den erlauchten Kreisen von Herrn Augsburg, wohl mal irgendwo irgendwann was mit Schwarzen zu tun gahabt haben soll, aber halt auch nicht nur, sondern vorwiegend mit der sozialen Lage, in der die sich befunden haben) jede »emanzipatorische Widerborstigkeit« verloren.

... Und weiter?

Nix weiter!
Das war's!

Mit diesem hochherrschaftlich auftrumpfenden Geschmacksurteil lässt Herr Augsburg uns im Regen stehen, denn weder bestimmt er hier auch nur den allerkleinsten Inhalt der Sache, um die es geht, noch stößt er uns Bescheid, warum die »Gefälligkeit« eine so große Todsünde sein soll, daß über sie gleich ein ganzes Musikgenre stolpern soll.

Hier spricht ein Lifestyle»kritiker«, für den das »revolutionäre Moment« genau da am besten aufgehoben ist, wo es im Ideellen verbleibt — die »Revolution« soll man bittschön hören können, ja; aber nur ja nicht mehr als hören, gell! Als bloße Erbauungszutat zum immer erbärmlicher werdenden Alltag in der Metropole soll das Geklimper herhalten und seine hochmögenden Hörer, die meist in den oberen Etagen der Republik nach etwas »Widerborstigkeit« dürstet, darin versichern und bestärken, daß das Bestehende seinen Ausgleich immerhin in der — Achtung — Kunst findet.

Und so kann man den Zinnober, der hier veranstaltet wird, auch beim Namen nennen: Eucharistie für profilneurotische Bürohengste, die nach Feierabend an der heimischen Stereoanlage gern mal die Sau rauslassen würden, aber vor lauter verinnerlichter Systemdienlichkeit entweder zu dumm, zu impotent oder beides geworden sind, um es einfach zu tun.

Der Artikel paßt übrigens redaktionell gesehen ganz gut zu der jüngsten Eloge auf den schauerlichen Peter Weiss und sein Rinnsteintragödchen, das hier neulich in seiner Theatervariante derart unterirdisch lobbesungen wurde, daß ich am liebsten aus dem Fenster gesprungen wäre.

Gruß!

PS: Herr Augsburg, haben Sie früher mal bei der GEZ oder bei der Schufa gejobbt, bevor Sie sich an Zeitungen zu schaffen machten? Das würde immerhin den Katalogisierungseifer erklären, mit dem Sie irgendwelche »Kriterien« abstreichen, die jemand auf der Kerbe haben muß, um bei Ihnen als irgendwie »eigentlich« durchzugehen.

RE: Homo und phob: Schwule Schwulenfeinde | 12.04.2012 | 21:42

»Bin ich Homophob?«

Ein ausführliches Gutachten (pdf, 69 Seiten) zu Ihrer Frage können Sie unter meiner Mailadresse anfordern. Es kostet 399 €, von denen 379 € ganz unbürokratisch sofort in meinem Portemonnaie verschwinden, während ich den Rest für ein paar drittklassige Schwulenpornos verprasse.

Diese Auskunft ist kostenlos.

RE: Fracking in Sachsen-Anhalt | 12.04.2012 | 20:50

»Allmende« heißt nicht Mitbestimmung, was mit dem Allmendegut geschieht, sondern (mehr oder minder) freie allgemeine Benutzung.

RE: Israel,Grass,Antisemitismus - Diskurs auf die Füße stellen | 12.04.2012 | 20:28

Schön, Klaus, dann legen wir mal los.

»Die Zeit um diesen Text zu schreiben habe ich mir genommen, weil das Thema ein menschliches Grundthema ist und ich gern wissen möchte ob meine Überlegungen dazu für meine "Internetmitmenschen" akzeptabel sind.«

Ziehen wir mal die manierierten Salbadereien und die humanitären Herzergießungen ab, bleibt hier als Aussage stehen: Du, Klaus, interessierst Dich gar nicht erst dafür, ob das, was Du zu sagen hast, richtig oder falsch ist, also ob der Begriff zu seiner Sache paßt oder, wenn nicht, warum nicht. Du willst stattdessen wissen, ob der Standpunkt, der sich in Deinem Worten ausdrückt, von den anderen geteilt wird (»ob meine Überlegungen ... akzeptabel sind«). Es geht hier also um Gefolgschaftsherstellung. — Das sollte man schon zur Kenntnis nehmen, bevor man ans Eingemachte geht.

Und das tut es auch sogleich:

»Die Gründung des Staates Israel war ein Unrecht.«

Warum? Darum:

»Wenn man einen Staat in einer dicht besiedelten Gegend gründet und ortsfremde Leute einläd kommt es zwangsläufig zu Konflikten und letztendlich zur Vertreibung der Unterlegenen.«

Es klingt zwar bei Dir, als spiele sich eine waschechte Staatsgründung so trivial ab wie die Anmeldung eines Schrebergartenvereins (besiedelte Gegend finden, ortsfremde Leute einladen, Unterlegene vertreiben, Fahne und Hymne aussuchen, Nationalfeiertag festlegen, Höhe der Bezüge für leitende Staatsangestellte festlegen usw.), aber grundsätzlich ist das nicht verkehrt, was Du schreibst. Jedenfalls, wenn wir mal die peinliche Nähe zu den völkischen Ethnopluralisten (»Wir haben nix gegen Türken, solange die in der Türkei bleiben!«) außer Betracht lassen.

Indes:

»Praktisch alle Staaten haben sich durch Raub, Mord und Vertreibung Ausgedehnt.«

Ich fasse also noch einmal zusammen:
1. Die israelische Staatsgründung ist ein Unrecht.
2. Unrecht deshalb, weil Staatsgründungen traditionell durch Raub, Mord und Totschlag erfolgen.
3. Genau so sind alle Staaten in die Welt gekommen.

Frage: Wie kannst Du etwas als »Unrecht« kenntlich machen, wo es doch alle Staaten dieser Welt ver-wirklichen?

Antwort: Indem Du keinen blassen Schimmer davon hast, was »Recht« überhaupt ist!

»Es ist nur unterschiedlich lange her und deshalb uns unterschiedlich bewusst.«

Richtig. Deshalb pflegen Europäer, deren Staatswesen schon zu den etwas älteren gehören, bei anderen, jüngeren Staatswesen umso mehr und energischer zu exorzieren, was bei ihnen zuhause lediglich länger zurück liegt. Deshalb regt sich die geordnete europäische Staatsgesittung mit Vorliebe über die dummen Amis, die blöden Russen oder halt die barbarischen Israelis auf. Die Massaker an den amerikanischen Ureinwohnern kennt jeder, das Blutbad bei Verden an der Aller oder die Sendlinger Mordweihnacht keiner. Schwamm drüber!

»Auch das Unrecht der israelischen Staatsgründung ist verjährt.«

Ja? Sagt wer? 194 BGB?

»Friede kann nur durch Ausgleich entstehen.«

Nein. »Friede« entsteht weit öfter durch die erzwungene Anerkennung überlegener Gewaltmittel, weshalb nebenbei gesagt jeder humanitäre Völkerrechtsfreund und friedensdemonstrant ein Parteigänger des imperialistischen Krieges ist. Das heißt im großen: Durchsetzung des Gewaltmonopols und im kleinen: Erziehungsgewalt der Eltern.

»Erst wenn sich die Israelis von Menschen wie Netanjahu freimachen kann es zum Frieden kommen:«

1. Ich bin mal gespannt darauf, ob an dem Tag, da Bibi abgewählt wird und die haAvoda (so eine Art israelische SPD) die Regierung übernimmt, sämtliche Israelkritiker dieser Welt, die ihre Kritik bekanntermaßen nur als Opposition gegen eine bestimmte israelische Regierungspartei verstanden wissen wollen, in Eintracht und Frieden zu Israelfreunden mutieren werden. Ich glaub's nicht.

2. Daß der »Friede« nur möglich sei, wenn dieser und jener leitende Staatsmann, sagen wir es mal höflich, »aus dem aktiven Dienst ausscheidet« — woher kommt uns das denn bekannt vor?

Zum Rest, insbesondere zum »allgegenwärtige[n] Opferbewustsein der Israelis und der Juden«, dem »maßlose[n] Antisemitismusreflex vieler Juden« und dem »sekundäre[n] Antisemitismus« als handfestem Karriereknick sage ich hier lieber nichts.

RE: Günter Grass als Mephisto | 06.04.2012 | 23:44

Ich habe auch einen Link!

In diesem Fall nämlich zu den Leuten vom überparteilichen Informationssender »PressTV« — ein Sender, dem man gelegentlich nachsagt, daß er eine gewisse Voreingenommenheit zugunsten einer bestimmten Fraktion der iranischen Regierung an den Tag legen soll:

Never in the history of postwar Germany has a prominent intellectual attacked Israel in such a brave way as Günter Grass with his controversial new poem. Metaphorically, the Nobelist has delivered a lethally lyrical strike against Israel.

Endlöser unter sich, gewissermaßen.