Schon wieder diese Spaßverderber

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Die deutsche Presselandschaft ist im Augenblick wieder merkwürdig. Wochenlang drehte sie durch als Ulla Schmidt zwar moralisch verwerflich aber juristisch korrekt ihren Urlaub mit dem Dienstwagen verbrachte. Nun lässt Angela Merkel eine dicke Sause anlässlich des 60. Geburtstages von Josef Ackermann steigen, mit exklusiver Gästeliste und vor allem auf Steuerzahlerskosten und es scheint kein Schwein zu kratzen. Dabei dachte ich doch bis jetzt, Ackermann hätte mittlerweile den Ruf des Bösen in Person und nur jeder leise Kontakt mit diesem Menschen würde jeder Politikerin und jedem Politiker sofort das demoskopische Genick brechen. Pustekuchen. Ich warte jetzt auf die ersten Umfragen, in denen sich eine Mehrheit des deutschen Kleinbürgertums dafür ausspricht, doch bei Merkel mal fünfe gerade sein zu lassen und schließlich soll sie nach all der Arbeit auch mal ihren Spaß haben. Wahrscheinlich funkt der millionenschweren Luxus-Steuer-Geburtstagsparty demnächst ein viel mächtiger Skandal dazwischen. Zum Beispiel könnte ja herauskommen, dass Oskar Lafontaine seine privaten Briefe mit einem Kugelschreiber aus dem Bundestag verfasst. Aber ein rauschendes Fest für einen Multimillionär auf Steuerzahlerskosten, der in seinem Leben tausende Menschen in den Abgrund gestürzt hat und neben dieser kleinen Party auch noch gern Sanierungsmillionen aus Staatsknete erhält - schließlich muss etwas Spaß mal sein, nicht der Rede wert.

21:25 26.08.2009
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Geschrieben von

J W

Historiker
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