Alarm aus der Urzeit

#Leben Aya Tabgha geht ab wie eine Zukunftsrakete. Eben noch am Arsch der Welt, rockt sie in der Permanenz von 2023 ...
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Four ounces defeats a thousand pounds. Taiqi-Gipfel

Take the smart train and use Jin

Adam Miznerin his own words:

“Transform the force back into your opponent.”

“You can’t frame something which doesn’t exist.”

“UseJin* against force ... because Jin destroys Li (Muskelkraft).”

“Cultivate more sophisticated ways how to deal with stress. The goal is to transcend the Flight or Fight-Response.”

*Jin erlaubt es, eine Position zu belasten, ohne ihr einen Widerstand zu gewähren.

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Das erzählende Kind taucht in den Seerosentümpeln des magischen Denkens. Es knüpft an die eigenen Vorstellungen hochgespannte Erwartungen. Die Wirklichkeitserträge der Erwachsenen erscheinen lächerlich auf dieser Folie.

Aya Tabgha gewinnt ihre Gestalt. Der Anfang des Begreifens ihrer Begabung markiert den Anfang einer schamanischen Praxis. Fortan baut Aya darauf, dass sie mit der Kraft ihrer Gegner:innen besser arbeiten kann als mit ihrer eigenen.

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Do not try to fight a Puma if you’re not one yourself. Linford Christie

„Wenn wir alarmiert sind … greifen wir auf ein urzeitliches Wissen um das dunkle Potential des Genpools zurück.“ James L. Burke

Der beschleunigte oder verlangsamte Puls hat „genetische Wurzeln, die in die Zeit des Überlebenskampfes von M.superstes zurückreichen.“ David A. Sinclair

Der Schauplatz ist ein Biodiversitäts-Hotspot. Trinidad und Tobago sind keine aus dem Meer geschossenen Vulkaninseln, sondern isolierte Trockenpunkte am äußersten Rand einer überspülten Festlandmasse. Es gibt annährend hundert einheimische Säugetier- und über sechshundert Schmetterlingsarten. Zu den endemischen Tierarten zählt der Trinidad Guan.

Aya Tabgha hat eine von Tropenwald bestandene Bergkette vor ihrer Haustür. Für sie ist das abenteuerliche Gelände nur trivialer Busch voller nachtaktiver Kreaturen, Dämonen und Desperados. Die Zwillingsschwester einer Zurückgebliebenen erlebt ihre Leute als Belastung. Der gute Wille des Vaters zeitigt ständig lächerliche Ergebnisse. Die Mutter kommt seelisch nicht aus dem Knick. Hinter ihr liegt eine Kindheit und Jugend in erzwungener Gangzugehörigkeit. Und dann ist da noch Maya, die Träumende. Maya verkriecht sich im Dschungel. Manchmal bleibt sie tagelang verschwunden.

„Die Welt füllt sich ständig mit Gebilden, die gut überleben können, und wird von denen befreit, die dazu nicht in der Lage sind“, sagt Richard Dawkins. Gesellschaften sind Trägergemeinschaften von Informationen. Sie überleben nur, solange sie die Kraft zur Veränderung aufbringen. Im Interim des Überlebens ist Diversität die einzige Konstante.

Größenwahn im Diorkleid der Bescheidenheit

Aya geht ab wie eine Zukunftsrakete. Eben noch am Arsch der Welt, rockt sie in der permanenten Gegenwart von 2023 in Desmond, Louisiana. Rächer:innen treten aus den Schatten der Nacht und verkünden ihre Botschaften ohne Schalldämpfer. Regnet es, naht die Sintflut. Alle Phänomene stammen aus einer göttlichen Hutschachtel der Überfülle. Eine Vielzahl von Charakteren zeichnet sich scharf vor überzeichneten Kulissen ab. Man redet jetzt wieder wie einst im Film noir.

Aya gelangt bald nach Forêtdecyprès, einer Gegend an der Golfküsten. Im Landschaftsbegriff steckt eine Degeneration von Cyprès – Zypresse. Die Zypresse ist ein Totembaum jenes Volkes der First Nation, als dessen Erbe sich Ayas Gewährsfrau begreift. Die Fotografin Diamy-Bebame Radháph interessieren magische Handreichungen. Ihre Kombination von Kult & Kamera lässt sich nicht nachahmen und verschafft ihr so ein Alleinstellungsmerkmal in den Vereinigten Staaten. Die narrativen Übergänge von archaischem zu technischem Zauber appellieren an das Unbewusste und funktionieren deshalb als Medien des kollektiven Gedächtnisses. Das erklärt Diamy-Bebames Erfolg.

Kein Mensch erkennt den Vampirismus dieser Frau. Als Genie der Anpassung entwickelte die verletzliche Narzisstin Diamy-Bebame ein „falsches Selbst“. Sie trägt einen Konformismus zur Schau, der die Gläubigen verhöhnt. Zum Beispiel gibt sie sich „als schüchterne Frau“ oder als „graue Maus“ aus, oder sie tarnt sich sonst wie mit „einer Fassade von Sanftmut“. Hirigoyen* charakterisiert die vulnerablen Narzisstinnen als Lappen, die jammern (herumopfern) und alles nur vortäuschen, einschließlich ihrer degoutant-abgerockten Bescheidenheit.

Marie-France Hirigoyen, „Die toxische Macht der Narzissten“, aus dem Französischen von Thomas Schultz, C.H. Beck, 16.95 Euro

Der verletzlichen Narzisstin stellt Hirigoyen die grandiose Narzisstin gegenüber. Besonders abgefeimt ist die Variante perverse Narzisstin. Bei diesem Typus dominiert „die destruktive Seite“ alles. Es kann kein Zweifel daran bestehen, dass Diamy-Bebame als Akteurin des malignant narcissisme mitspielt.

Larven der Anpassung

Narzisstische Perverse verbergen ihr toxisches Potential unter einem Mantel aus Charme. Ihr Größenwahn versteckt sich hinter Larven der Anpassung. Sie gerieren sich vorbildlich, obwohl sie keinerlei moralische Skrupel kennen. Das behauptet Marie France Hirigoyen in ihrer Warnschrift „Die toxische Macht der Narzissten“. Die Psychoanalytikerin formuliert so engagiert, als stünde sie in einem Kulturkampf gegen die Narzissten, die sich wie Untote des gesunden Seelenfleisches der Übrigen bemächtigen. Die Vitalität der Narzissten entspringt einem veritablen Vampirismus. Sie entreichern ihre Beute auf allen Ebenen. Auf ihren Raubzügen wappnen sie sich mit „Konfliktimmunität“. Sie lassen sich auf eigene Fehler nicht ansprechen.

Narzisstische Perverse sind „leere Hülsen, die zu täuschen versuchen, aber gar keine Substanz haben“. Sie „fallen in das psychische Territorium eines anderen ein“. Ihre „Beute bewegen sie zu … Fehlverhalten“, um die Beute besser „disqualifizieren“ zu können.

Alarm aus der Urzeit

Aya weiß noch nicht, dass sich perverse Narzisstinnen von ihrer Beute parasitär ernähren.

Gleich mehr.

07:02 18.05.2021
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