Bulldogging

John F. Kennedy Der erste Bulldogger war ein Texaner namens Bill Pickett.
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Bill Pickett trat mit Tom Mix und Lucille Mulhall auf und avancierte zum Star in Wild West Shows, während er von traditionellen Rodeos wegen seiner Abstammung oft ausgeschlossen blieb. Das weiß Fay Beardsley nicht, als sie 1962 in Amarillo, Texas, zum ersten Mal vom Thrill des Bulldogging ergriffen wird. Fay zählt als Geliebte des Präsidenten ...

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Der erste Bulldogger war ein Texaner. Bill Pickett wuchs unter siebzehn Geschwistern als Sohn eines Ex-Sklaven in einer Stadt auf, die erst nach seiner Geburt 1870 in Williamson County entstand – Taylor. So schnell wie möglich machte Pickett aus sich eine ranch hand. Wie viele Außenseiter war er lieber mit Tieren als mit Leuten zusammen. Dazu passte der Cowboyberuf. Er trainierte mit den jungen Stieren und erfand das steer wrestling, heute auch synonym bulldogging genannt. Ursprünglich setzte man eine Bulldogge als tierische Hilfe ein, um Bullen zu Fall zu bringen. Pickett übernahm die Aufgabe des Hundes und trat als menschliche Bulldogge an.

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Das war zunächst kein Rodeo Stunt, sondern athletische Arbeit. Pickett selbst erkannte den Schauwert seiner Erfindung. Mit vier Brüdern etablierte er The Pickett Brothers Bronco Busters and Rough Riders Association. Er trat mit Tom Mix und Lucille Mulhall auf und avancierte zum Star in Wild West Shows, während er von traditionellen Rodeos wegen seiner Abstammung oft ausgeschlossen blieb. Das weiß Fay Beardsley nicht, als sie 1962 in Amarillo, Texas, zum ersten Mal vom Thrill des Bulldogging ergriffen wird. Fay zählt als Geliebte des Präsidenten zum Tross einer politisch heiklen Mission (siehe https://www.freitag.de/autoren/jamal-tuschick/american-woman) und zu den Nutznießerinnen des Unterhaltungsprogramms in der Regie von Partyminister Dave Powers. John F. Kennedys persönlicher Bademeister führt dem Boss Frauen vorzugsweise am Pool des Weißen Hauses vor. Sie erscheinen als Praktikantinnen und Sekretärinnen mit den denkbar schlechtesten Berufsvoraussetzungen, bringen aber nicht nur gutes Aussehen mit. JFK verlangt Ähnlichkeit mit seiner Frau. Sie sollen wie Jackie aussehen, bloß schärfer. Neben Fay sitzt Ron Sharp, ein Killer an der Schreibmaschine, mit einer Zugangsberechtigung für den roten Kreis. Powers schließt Jack darin ein. Er vereint in sich die Hingabe eines Liebenden mit der grimmigen Entschlossenheit des Kettenhundes. Er fungiert als Consigliere im Verhältnis zum Präsidenten - und als Kapo in den Relationen zu allen Männern, die den Mundgeruch des Präsidenten einatmen dürfen. Das sind Nachkommen irisch-katholischer Einwanderer aus Boston und Umgebung mit WK II Veteranenstatus. In Powers rotem Kreis ist die Loyalität grenzenlos. Man betrachtet die Öffentlichkeit als träge und unberechenbare Bestie, der man alles erzählen kann, was dem Machterhalt dient.

Alles steht und fällt mit dem Charismatiker Jack, neben dem Obama vermutlich wie ein Laufbursche gewirkt hätte.

Man ist mit dem Präsidenten des besten Landes auf Erden ganz oben angekommen. Sieht man Jack und seinen dynamischen Stab im Fernsehen, wirken alle unnatürlich alert. Wir berichten gerade für ANT und TRTV aus der Hochzeit von mother's little helper. Die großen Jungs nehmen Drogen. Sie tun verbotene Dinge.

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Sie geben sich den Anstrich von Leistungssportlern und high-fiven sich. Die Bullen und ihre Bezwinger liefern vielleicht doch keine Show nach ihrem Herzen. Ein legendäres Tier beweist in der Arena einmal mehr, dass sich auf ihm keiner länger als vier Sekunden halten kann. Sofort werden Wetten angeboten.

Man übertrifft sich in Sonderangeboten; im Grunde gelangweilt von den Vergnügungen der Zurückgebliebenen. Was soll man von Männern halten, die in Cowboystiefeln ins Büro gehen? Wer hört Country? Die „irische Mafia“ (Wikipedia) um Jack und Dave repräsentiert die Ostküste und einen urbanen eierköpfigen Stil, in dem Kraftmeierei eine kulturelle Verschiebung erfährt. Stellt sich der Präsident mit freiem Oberkörper dar, dient die Darstellung einem Dementi. Der solvente Rumpf widerspricht Krankheitsgerüchten. Dies als Beispiel für eine Lüge, die sich von offensichtlicher Wahrheit nicht unterscheiden lässt. Auch Fay hält Jack für fit, gemessen an seinem Alter und den beruflichen Anforderungen.

Erfüllt sie als Präsidentengeliebte eine patriotische Aufgabe?

Morgen mehr.

10:46 11.04.2018
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.

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