Caracalla im Schwitzkasten

Literatur Auf der Baustelle herrscht Elmar wie ein obszöner Diktator. Er spielt den Caracalla im Schwitzkasten.
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Angeregt von Ralf Rothmanns vermutlich semi-fiktionalen Erzählung „Der dicke Schmitt“ habe ich dieses kleine Prosastück von mir ausgegraben.

Über Schnorrer – „Den kenn ich, der staubt bloß ab“ – konnte man sich aufregen. Diese studentische Großzügigkeit mit Zigaretten entsprach nicht der gesellschaftlichen Regel. Rundweg angeboten wurde selten. Der Kostenpunkt war ein Argument gegen das Rauchen. Erst wenn du dich in deinem Ferienjob bewährt hattest, hielt man dir auch mal das Päckchen hin – „Hier, nimm ruhig.“

Das kam unter Umständen väterlich. Das war schon fast eine Auszeichnung. Zwei Stäbchen wurden in der Packung locker geschnippt. Ein sorgenvoller Blick folgte im Zuge der Bestandsaufnahme. Man klopfte die Zigarette irgendwo auf. Alte Hasen schoben noch eine hinter das Ohr: links, denn rechts klemmte der Stift. Wer ohne Filter rauchte, hatte seine Zunge darauf abgerichtet, Tabakkrümmel von der Unterlippe zu zupfen. Kein Maurer rauchte Lord Extra.

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Der Hausherr bricht das Brot. In der Erzählung „Der dicke Schmitt“ entspricht der Titelheld in seiner Rolle als Polier dem Patriarchen. Er bricht „ein Päckchen Ernte 23 aus der Stange“, um seinem besten Auszubildenden eine Zigarette anzubieten*. Auf der Baustelle herrscht Elmar wie ein obszön-cholerischer Diktator. Er spielt den Caracalla im Schwitzkasten.

Er hegt eine instinktive Abneigung gegenüber Leuten, die seine Vorstellungen „von Effizienz und Firmentreue nicht (teilen)“.

Elmar garantiert die mit hohen Konventionalstrafen bewehrten Termine. Er brüllt seine multiethnische Mannschaft zusammen, um den Druck stabil zu halten, der auf dem ganzen Ensemble und so auch auf den „Geschniegelten“ in den Büros der Bauleitung lastet.

Ralf Rothmann, „Hotel der Schlaflosen“, Erzählungen, Suhrkamp, 22,-

Zwar wirkt Elmar gewaltig, dick ist er aber nicht. Der Spitzname verfehlt ihn mit letzter Konsequenz. So war es mitunter in den alten Zeiten. Ich erinnere einen, den wir Boxer nannten, da er genau einmal ins Training gekommen war. Der Generationsgenosse besaß viele Vorzüge und Eigenarten. Keine davon begründet seinen Ruf(namen).

Ralf Rothmanns Genie zeigt sich auch da, wo er sich so genau erinnert, dass er sich darauf verlassen kann, in den Kuhlen seines Gedächtnisses allein zu bleiben. Sein Blick auf den Polier geht durch den eben zum Gesellen aufgestiegenen Stift Simon, dessen Aufstiegswille sich in einem Fleiß manifestiert, der einen Bau(arbeiter)löwen wie Elmar beinah klassenkämpferisch zur Skepsis einlädt.

Der Erzähler hat neben der Lehre die Abendschule absolviert. Nun steht ihm ein Wechsel auf die Gegenseite des proletarischen Betriebs bevor. Das provoziert die niedrigen Instinkte, aber eben auch den Stolz des Meisters auf seinen besten Schüler.

Elmar verbirgt seine emotionale Spannweite, wenn er Simon zusammenscheißt. Er behält allerhand für sich. Von Elmars halbwaiser Tochter erfährt der Erzähler erst, als er Franziska auf einem Richtfest in Neuss begegnet. Gefeiert wird die Fertigstellung des Rohbaus eines Einkaufszentrums von erschlagender Hässlichkeit. Franziskas Liebreiz trifft den Maurer wie ein Schlag mit der Kelle.

*

Jeder, der in den 1970er Jahren auf dem Bau gearbeitet hat, fühlt sich von Rothmanns Baubetriebsbeschreibungen heimgeholt. Noch berauschender sind die Stations(aus)schilderungen des Annäherungsspiels. Franziska lässt keinen Zweifel an ihrer Zuneigung. Simon rennt offene Türen ein. Er trägt dabei ins Extreme gekeilte Schlaghosen, genauso wie sie. Zusammen kommen sie nicht weit.

Franziska bleibt hinter Simons hochgespannten Erwartungen zurück. Eines Abends besucht ihr Vater seinen Gesellen. Die Männer hören Think for Yourself.

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*Aus meiner Prosaproduktion

Den ersten Zungenkuss kann man vergessen, den ersten Lungenzug nicht, so wenig wie die Standorte wichtiger Zigarettenautomaten in der Frühphase des Rauchens. Hunde wurden dorthin ausgeführt. Weiblicher Siedlungsnachwuchs traf sich dort. Er roch nach Nivea.

Eine Ahnung, wie es ist, erwachsen zu sein, bekam ich, wenn ich abends aus dem Haus ging, um Zigaretten zu ziehen. Ich war Camelraucher wie mein Onkel, und in der Entscheidung für diese Marke offenbarte sich die ideologische Differenz zum Marlboromann als dem anderen. Auf der Camellinie hatte die Vernunft Vorfahrt.

Angestrebt wurde der Genuss ohne Reue. Auf die leisen Töne kam es an. Netzer stellte ich mir als Camel-Filter-Raucher vor. In der Welt meiner Jugend steckt viel Orange und Frottee. Das war eine Partykellerwelt, in der Hifi und Stereo wie Zauberworte funktionierten. Gern stand man unter großen Kopfhörern in Plattenläden. Alles war groß, auch die Ohrringe. Zur industriell gefertigten Zigarette sagte man korrekterweise Aktive – „Haste ma’ne Aktive fürn alten Mann?“ – im Gegensatz zur Selbstgedrehten, die viel Knastgeruch verströmte.

Overstolz rauchte kaum einer mehr. Die grünen Ecksteinpäckchen gab’s noch in jedem Automaten. Dem Malocher schmeckte Reval. Ich glaube, Roth-Händle war schon eine Intellektuellenzigarette. Für Roth-Händle mit Filter wurde viel geworben. Man kam aus dem Kino und zog sofort das zerknautschte Päckchen. Das war ein Ritual, bei dem du zuerst die Zigarette gerade biegen musstest, und dann bist du noch mit der Zunge über das Papier. Feuerzeuge besaßen Prestigewert: das kitschig vergoldete für den Duft der weiten Welt und das Armeesturmfeuergerät, auch Flammenwerfer genannt, für weite Wege, Freiheit und Abenteuer.

Kannte ich einen, der HB rauchte? Jedenfalls nicht persönlich. „Leicht“ war noch nicht Mode. Stattdessen durfte es von allem ruhig etwas mehr sein. Der Fortschritt kam mit der Hardbox. Die Arbeiterjugend verfügte über drei besondere Zigarettenverwahrorte: im Socken über dem Knöchel, wahlweise im Stiefelettenschaft, im T-Shirt-Ärmel als zweite Beule neben dem Bizeps und in einer Zusatztasche, die für den Kamm bestimmt war, auf dem Schlag der Hose.

Mitglieder der Schülerselbstverwaltung durften im SV-Raum rauchen. Alle anderen mussten in die Raucherecke auf dem Schulhof, unangenehm im Winter. Die Erweiterung der Raucherlaubnis auf andere örtliche Schulbereiche ergab ein Dauerthema. Der repressive Charakter der Schulleitung entschleierte sich in ihrer restriktiven Handhabung der Raucherfrage.

Über Schnorrer – „Den kenn ich, der staubt bloß ab“ – konnte man sich aufregen. Diese studentische Großzügigkeit mit Zigaretten entsprach nicht der gesellschaftlichen Regel. Rundweg angeboten wurde selten. Der Kostenpunkt war ein Argument gegen das Rauchen. Erst wenn du dich in deinem Ferienjob bewährt hattest, hielt man dir auch mal das Päckchen hin – „Hier, nimm ruhig.“

Das kam unter Umständen väterlich. Das war schon fast eine Auszeichnung. Zwei Stäbchen wurden in der Packung locker geschnippt. Ein sorgenvoller Blick folgte im Zuge der Bestandsaufnahme. Man klopfte die Zigarette irgendwo auf. Alte Hasen schoben noch eine hinter das Ohr: links, denn rechts klemmte der Stift. Wer ohne Filter rauchte, hatte seine Zunge darauf abgerichtet, Tabakkrümmel von der Unterlippe zu zupfen. Kein Maurer rauchte Lord Extra.

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Verträumtes Nasebohren - Zu weiteren Erzählungen

Das Kind setzt sich seine Mündelexistenz zusammen aus elternstrengen Redewendungen und kaum begriffenen Reklameslogans. Obwohl von Worten die Rede ist, dringt kaum Sprachliches in die Dunkelkammer des beinah bewusstlosen Erlebens. Ob Ermahnungen oder Erinnerungen: alles löst sich in einem Reigen der Flüchtigkeit auf. Bedeutungsschemen wischen vorbei. Ahnungen werfen Schatten und verdunkeln die Unwissenheit. Zu erkennen geben sich „Wünsche mit Zuckerrand“.

Ralf Rothmann variiert in „Auch das geht vorbei“ den Typus einer proletarisch-pubertären Randerscheinung. Marlies fehlt die Siedlungshärte. Gedankenlos nimmt sie einen unfassbaren Alltag hin. Manchmal setzt es mütterliche Hiebe für „verträumtes Nasebohren“. Da lässt sich nichts verstehen und keine Regel ableiten. Es geschieht lediglich.

Marlies trägt einen toten Spatz in der Butterbrotdose heim und versteht kaum, wie ihr das passiert ist. Sie verliert Urin, wenn man sie zu hart anfasst.

Der Mutter rutscht wieder die Hand aus. Man soll sich nicht so anstellen. Man muss aufessen allein schon wegen des Kohldampfs, der bis gestern von so gut wie allen Leuten geschoben wurde. Gelobt sei, was hart macht. Was uns nicht umbringt, macht uns härter.

Natürlich versteht Marlies die Verbissenheit der Erwachsenen nicht.

Bundesrepublikanisches Morgenrot

Zukünftiges Gerümpel

Am Anfang der Fernsehunterhaltung war der TV-Apparat im Wohnzimmer etwas so Elementares wie die stumme Schrankwand. Man nutzte solche Gegenstände zu Anlässen, die über den schieren Alltag hinausgingen. Jedes Komfort- und Wohlstandssujet schien mit den Gesten eines eigenen Genres auf sich hinzuweisen, obwohl das meiste in Wahrheit nur giftig riechende Presspappe und Massivholzimitat, kurz zukünftiges Gerümpel war.

In dieser Stimmung, in der die Unwahrscheinlichkeit des Überlebens auf der Folie der letzten Kriegsjahre im Verein mit dem Wahnsinn des Wirtschaftswunders die unschöne Perversion einer George-Grosz-Figur beim Stangentanz evozierte, siedelt eine Geschichte von Ralf Rothmann mit dem Titel „Geronimo“.

Das erzählende Ich platziert den Vater, einen auf Bergmann umgesattelten Melker, als Feierabendleser in das häuslich-proletarische Geschehen von 1960 unter den Vorzeichen von „Flammen über Colorado“. Die Helden der Leihbüchereiromane von einheitlich aufschreiender Aufmachung, auf die der Vater zurückgreift, sind Cowboys; während der Sohn als Apache eine Art präpubertäre Fundamentalopposition begründet.

Der Vater erträgt den Widerspruch. Als gelernter „Kuh-Junge“ beweist er gegenüber dem Geronimo unter seinem Dach den Willen zum Trotz. Der Generationenkonflikt und der Ödipuskomplex gestalten sich einvernehmlich in phantasievollen Dissensbildungen.

Der Vater bezieht seine Legitimation aus der Bereitschaft, täglich in den Berg zu gehen, um die Kohle für die Plagen und deren Mutter zu erschürfen. Der halbwüchsige Erzähler ahnt den Druck, unter dem sein Ernährer steht.

Ein vor der Zeit verbrauchter, im Takt der ortsüblichen Tarife alternder Mann: das ist der Vater des heranwachsenden Erzählers nicht. Obwohl er es leicht sein könnte. Selbst in Darstellungen, die ihn beinah lächerlich erscheinen lassen, Rothmann lässt ihn in der Pyjamahose knapp am Pantoffelhelden vorbeischrammen, behält der Bergmann mit einer Vergangenheit als Melker jene proletarische Würde, die man in einer historischen Auffassung nicht streifen kann, ohne an Paul Masons* abschließende Schilderung einer proletarischen Kultur mit starken gesellschaftlichen Ankern zu denken. Das Bollwerk wurde von den Apokalyptischen Reiter:innen in Margaret Thatchers Staubkreis geschliffen.

Doch spielt Geronimo im bundesrepublikanischen Morgenrot von 1960.

*In einem Aufsatz unter dem Titel „Keine Angst vor der Freiheit“ berichtet Mason von seinem Vater, einem Mann, der in seinem Milieu keine herausragende Stellung einnahm und mit der Kumpel-Akzeptanz über die Runden kam, die sich die Bergarbeiter im englischen Leigh gegenseitig einräumten. Der alten Mason hatte die Depression der 1930er Jahre als Kind erlebt und prophezeite 1980 als Großbritannien „in die Rezession schlitterte: Wenn eine weitere Depression kommt, werden die Rassenvorurteile zurückkehren.“

Mason definiert die Säulen seiner Herkunft: „Hass auf alles, was mit den Reichen zu tun hatte, Misstrauen gegenüber allem, was von draußen kam, und Ablehnung gegenüber all jenen, die dem marktwirtschaftlichen Denken Vorrang vor dem menschlichen Anstand gaben.“

*

Der Vater lächelt so selten, dass der lächelnde Vater für den Sohn zu einer Figur wird, die ab und zu zum Vorschein kommt.

Zärtlicher Zynismus

„Wie viele Erinnerungen haben zwischen zwei Herzschlägen Platz?“

Instagram

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Ein Augenblick wie ein Schnappschuss von früher, als die Zeit das Dokument vom Ereignis trennte. Die Entwicklung der Fotos erfolgte im Labor. Markenbewusste wählten Kodak.

Nicht, dass das Bild erfröre, obwohl es einfach wäre, es so zu sagen. Es ist zu warm für eine Kältemetapher. Mühelos könnte ich mich um die Erfassung des Spitzenwertes der Szene drücken und Ihnen einfach vorenthalten, was Sie eh nicht besser wissen. Der Fehler ließe sich nicht nachweisen. Ich vermeide ihn trotzdem zugunsten einer äußerst flüchtigen Wahrheit.

„Wir im Schilf“ heißt die erste Geschichte. Sie handelt von dem einen Schritt bis ans Ende der Welt.

Ich las die Geschichte gestern im Café einer Buchhandlung in Ribnitz-Damgarten. Es herrschte eine Atmosphäre wie im letzten Jahrtausend in einer westdeutschen Kleinstadt. Seit drei Stunden war ich weg von Berlin. Nun holte mich die Stadt wieder ein, da Rothmann ihr eine Rolle gegeben hatte.

Emilia steigt in einen abgetakelten Mercedes. Das suspekte Taxi fährt ein arabischer Einwanderer mit viel Gold im Mund. Er erkennt die berühmte Musikerin und macht ihr ein Kompliment von zweifelhafter Güte. Vermutlich erlaubt das soziale Gefälle Emilia den Gnadenakt einer wohlwollenden Aufnahme. Vielleicht beruhigt sie aber auch nur die robuste Performance des Migranten am Steuer.

Emilia registriert Valeurs der Potsdamer Straße. Eine Fehlermeldung irritiert die Feinhörige.

„Irgendetwas schleifte unter dem Bodenblech oder im Radkasten“, erzählt der alte Handwerker Rothmann, der bekanntlich etwas Richtiges gelernt hat und deshalb mit Chassis nicht bloß ein Wort verbindet.

„In der Neuen Nationalgalerie, dem durchsonnten Glaskubus, wurde eine große Cy-Twombly-Ausstellung gezeigt.“

Emilia identifiziert die Leerstelle des aufgeräumten Bierhimmels. Ich sage Ihnen nicht, was da jetzt verkauft wird.

„Mit Bierhimmel und Café Jenseits hat die Oranienstraße in Kreuzberg zwei Institutionen des Nachtlebens verloren. Der Verlust ist eine Begleiterscheinung der rasanten Aufwertung des Kiezes.“ Quelle

Emilia gerät in die Umgebung ihrer Kindheit und Jugend. Sie hatte das Glück, Iggy Pop in der Intimität jenes Berliner Milieus, das mit den bedeutenden Brit:innen und Amerikaner:innen abhing, verbunden gewesen zu sein.

„Esther, eine Fotografin, war mit James Osterberg zusammen gewesen, Iggy Pop, und manchmal hockte der kleine Mann mit hochgezogenen Knien wie eingetopft in sein übergroßes Ego auf einem ihrer Küchenstühle und schniefte ihnen das Koks weg.“

Emilia rutscht aus einer desolaten, von einer tödlichen Diagnose markierten Gegenwart in die Ära ihrer frontstädtischen Konzerterlebnisse. Iggy Pop trat im Metropol auf und sang Calling Sister Midnight.

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Im nächsten Durchgang ließen die wilden jungen Frauen die wilden jungen Männer ziehen und gründeten ihre Hausstände mit den Gesellschaftsfähigen, die büffelten, während die Krassen burnten. Eine Freundin sprach das in altkluger Voraussicht an, gerade als ein äußerster Punkt des juvenilen Nonkonformismus erreicht war.

Wir werden unseren Sturm und Drang nicht heiraten.

Der „zärtliche Zynismus (kam für Emilia) zu spät.“

Aus der Ankündigung

»Fear is a man’s best friend« lautet das Motto von Ralf Rothmanns neuem ErzählungsbandHotel der Schlaflosen, und tatsächlich ist es oft die Angst, die seinen Figuren aus der Not hilft. Der alternde Dozent, dem während einer Autopanne in der mexikanischen Wüste die Logik der Liebe aufgeht, die Geigerin, die eine finale Diagnose erhält, oder das Kind im Treppenflur, das seine Prügelstrafe erwartet – sie alle erfahren Angst auch als spiegelverkehrte Hoffnung. Und sogar in der erschütternden Titelgeschichte, dem Gespräch des Schriftstellers Isaak Babel mit Wassili Blochin, seinem Moskauer Henker, für den eine Pistolenkugel die letzte und höchste Wahrheit ist, lässt uns der Autor teilhaben an der Einsicht, dass es eine höhere gibt.

Zum Autor

Ralf Rothmann wurde am 10. Mai 1953 in Schleswig geboren und wuchs im Ruhrgebiet auf. Nach der Volksschule (und einem kurzen Besuch der Handelsschule) machte er eine Maurerlehre, arbeitete mehrere Jahre auf dem Bau und danach in verschiedenen Berufen (unter anderem als Drucker, Krankenpfleger und Koch). Er lebt seit 1976 in Berlin.

15:38 14.09.2021
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