Clusterfuck DDR

John F. Kennedy Ron behauptete, dass JFKs Geliebte Ellen Rometsch Jackie O. aus dem Amt der Präsidentengattin geschubst hätte, wäre sie nicht „in dieser fucking Ostzone aufgewachsen“.
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Das Gespräch flippt, als der ewige Berichterstatter Ron Sharp, ein Mann aus dem Stall von Charlie Bartlett, Ellen Rometsch „ein armes Ding, das zu nichts was konnte“, nennt. Das ist die Ouvertüre zu einem Streit, in dem ich zum ersten Mal das Wort Clusterfuck höre. Angel Burroughs von ANT bezeichnet so die DDR. Nun der Reihe nach. Bartlett war ein politischer Großflüsterer (heute sagt man Influencer) bereits in Kennedys Washingtoner Junggesellenära. Der Arrangeur und Lobbyist in der Maske des Journalisten verdeutlichte JFK Anfang der Neunzehnhundertfünfzigerjahre, dass er als Präsidentschaftskandidat eine Ehefrau brauchte.

John Fitz war ein Untoter des Sexus. Ihn regierte die nackte Gier. Er lebte in einem Strahlenkranz weiblichen Begehrens.

Er war kein gesunder Mann, aber er sah so aus. Ein Millionenerbe wirkte wie ein Retuschierstift.

JFK war der Gewalt eines übermächtigen Vaters, der seinen Ehrgeiz kaum zu zügeln vermochte hatte und am liebsten selbst Präsident geworden wäre, auf einem Schnellboot der Navy entkommen, und als der Krieg vorbei war und er nicht mehr ein einfacher Kommandant mit kaputtem Rücken im pazifischen Krieg sein konnte, machte er als Katholik im Korsett erst einmal keine besonders gute Figur. Einen anderen hätte das zum traurigen Ritter geschmiedet, aber JFK gehörte Amerikas Aristokratie an. Auf weite Sicht bedeutete das, dass man als Kennedy Straftaten verüben konnte, ohne zur Rechenschaft gezogen zu werden. Man überlebte Skandale und einen Ruf als Frauenverschlinger. Brauchte es einen Schuldigen, holte man sich den von der Straße. Das sagt Sharp, wenn er behauptet, dass die JFK-Geliebte Ellen Rometsch Jackie O. aus dem Amt der Präsidentengattin gevögelt hätte, wäre alle mit rechten Dingen zugegangen. Zwischen dem amerikanischen Präsidenten und dem deutschen Modell stimmte die Chemie. Rometschs Schönheit war eine Qualifikation, so exklusiv wie Kennedys gesellschaftliche Stellung. Ihr Name stand im Notizbuch von Bobby Baker, der in demokratischer Clubatmosphäre erstrangige Politiker mit Mannequins aka „Partygirls“ aka „Playgirls“ zusammenbrachte. Die Spielmädchen waren oft Ehefrauen unbedeutender Männer. Rometsch firmierte als Gattin eines deutschen Unteroffiziers, der von 1961 - 1963 in Washington diente. Sie war eine Tochter von Vertriebenen, die man in der DDR, wo Rometsch erwachsen wurde, Umsiedler nannte. Das FBI fürchtete, die Stasi selbst könnte den Umzug der Schönen von Riesa in den Westen arrangiert haben. Die Einschätzung erwies sich als haltlos.

Bertha Hildegard Elly stammte aus Klenica, deutsch Kreinitz. Die Umsiedlung nach Riesa stand zunächst unter einem günstigen Stern. Den Eltern wurde ein Hof zugewiesen. Sie wirtschafteten als Bauern, bis sie die Zwangskollektivierung der DDR-Landwirtschaft 1955 zum Abmarsch in den Westen bewog. Bertha lernte Kauffrau. Sie heiratete und ließ sich scheiden. Mit dem zweiten Ehemann kam sie nach Washington. Sie arbeitete als Fotomodell (und Hostess) und gelangte mit Bobby Bakers Unterstützung in die Nähe des Präsidenten. 1963 wurde das Ehepaar Rometsch ausgewiesen, ohne Nachweis einer Agententätigkeit.

Jacqueline „Jackie“ Lee Bouvier Kennedy Onassis (1929 – 1994)

An dieser Stelle bietet es sich an, über Jackie O. zu reden. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber für mich war ihre Ehe mit Onassis ein Abstieg. Ich an ihrer Stelle wäre amerikanische Präsidentenwitwe geblieben. Das kleidet einen doch viel besser als jede Mackermonetenrobe. Als Trophäe eines Tankermilliardärs kann man doch nur im Geld schwimmen. Es half mir, von Ron Sharp die ganze Wahrheit zu hören. Sharp erzählte mir, was los war in der heißen Zeit vor Jackies Ehe mit John F. und in den Jahren danach.

Jacqueline Lee Bouvier war eine adäquate und reizende Partie. Sie lebte aber weltfremd - intelligent und naiv zugleich. Man produzierte den Mix in ihrer Klasse. Das gehörte zum Schick einer höheren Tochter. War sie denn verheiratet, blieb es den Verhältnissen überlassen, sie aufzuklären und auszunüchtern. Der amerikanische Kronprinz und die wertvollste Braut auf dem Kontinent heirateten im Herbst 1953. JFK machte weiter wie zuvor, er ging sofort fremd. Er ließ seine Braut auf Partys stehen, um mit einer anderen den Besenkammerblues zu üben. Nach Jacquelines Fehlgeburt 1956 war er erst einmal nicht bereit, einen Segeltörn abzubrechen, um den fürsorglichen Gatten zu mimen. Man musste ihm erklären, dass er sich seine politischen Ambitionen abschminken konnte, falls sich Jacqueline von ihm scheiden ließ. Erst nach dieser schlichten Offenbarung fuhr JFK zu seiner Frau.

Morgen mehr.

08:58 06.04.2018
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