Erotisches Randori

#Leben Ich erfahre Einzelheiten des erotischen Randoris ... in meiner Sprechstunde.
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„Dass die tiefste kulturelle Revolution durch den Einzug der Marginalisierten in die Repräsentation ausgelöst wurde – in der Kunst, der Malerei, der Literatur, überall in den modernen Künsten, in der Politik und im sozialen Leben im allgemeinen. Unser Leben wurde durch den Kampf der Marginalisierten um Repräsentation verändert.“
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Luana-Angelina Lana gibt die Hotelbar-Connoisseurin. Ihr Fetisch ist die Eleganz auf schwarzer Eiche (Ambiente), so wie Luana-Angelina das Venusauge eines Weins (mit der Fluoreszenz eines Sonnenuntergangs an der Copacabana) bejubelt. Das ganze Theater weist auf ein stattliches Vermögen hin. Luana-Angelina kann es sich leisten, öffentlich rumzuspinnen. So wie es sich Emma leisten kann, für Luana-Angelina die süß-vertrottelte Edelfrau darzustellen.

Die einander Angetrauten werten sich konsequent gegenseitig auf. Doch sind sie nicht die einzigen Akteure im Spiel von Paris. Ich erfahre Einzelheiten des erotischen Randoris im Rahmen einer Offenbarung zwischen nüchternem Geständnis und schwüler Beichte in meiner Sprechstunde. Luana-Angelinas reaktionäres Menschenbild zeigt eine allen Losungen der Smartphonemoderne abholde Person. Ihre pathetische Eigenliebe gebiert Ungeheuer. Im Augenblick verzehrt sie sich nach Joana Yam-Wun-Sen Samgyeopsal. Nach Wochen des Anschmachtens, sich Präsentierens und im Augenfick Vergehens folgte der nächste Schritt in einem Restaurant mit Mittagstisch.

Die Szene von oben betrachtet. Stellen Sie sich eine Loge vor. Wir beugen uns vor ...

„Joana, ich bin verwirrt. Ich kenne mich als treue Ehefrau und trotzdem denke ich ständig an Sie. Ich mag das Verschämte, so wie Sie es performen, im Verein mit Ihrem rosigen Näschen. Ich würde gern mal Ihren Rotz kosten und sie mit meiner Spezialtechnik aus der Bahn werfen.“

Luana-Angelina glaubt an eine unterkomplex-simplifizierte Praxis auf Atembasis. Stichwort: Mit einem Luftpfeil den G-Punkt treffen/Orgastische Punktlandungen im Zuge einer Konzentration aufs Wesentliche. Keep it simple and make it real. Oder auch: Weniger ist mehr aka always walk the simple path.

Wir sind in Frankreich, man kopuliert per Sie durch die Blume in dem Pausentreff für die Mittelschicht.

„Muss man sich wirklich gegenseitig anfassen?“ fragt Joana.

Die meisten Körper wollen schmatzen. Ihre Flüssigkeiten sollen sich mengen und in Nabelkuhlen gemeinsame Pfützen bilden. Für die Besserinformierten gibt es Alternativen. Man fokussiert den Punkt auf drei Uhr im Gesicht der vorgemerkten Geschlechtsaktivistin, schließt die Hände auf zwölf Uhr vor dem Sternum und senkt die Atemfrequenz auf acht Züge pro Minute. Wir machen das jetzt einmal zusammen. Bilden Sie einen Stuhlkreis. Richten Sie sich aus.

Gleich mehr.

15:19 11.02.2021
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