Fit aus den Federn

Literatur Charlie Lager tanzt den Walzer der Jahreszeiten. Sie freut sich auf die Kirschblüte in Lyckebo und registriert ...
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Ohne Vorrede strebt Charlie zum Vollzug. Die Ermittlerin schleppt ab und schickt heim, und zwar so schnell wie möglich, um kommod allein zu schlafen und fit aus den Federn zu kommen.

“My springs is getting rusty, sleeping single like I do.” Bessie Smith

Charlie Lager tanzt den Walzer der Jahreszeiten. Sie freut sich auf die Kirschblüte in Lyckebo und registriert (trotz Kopfschmerzen) strotzende Buschwindröschen am Wegesrand. Sie spiegelt sich in den Gebärden eines Mädchens „mit pummeligen Händen“ und sieht sich geschmälert von erinnerten Vorhaltungen ihrer kumpelesken Mutter Betty, „die sie auslacht(e), weil sie weder den Takt noch den korrekten Abstand einhalten (konnte).Aus dir wird nie eine Tänzerin, Charline“.

Lina Bengtsdotter, „Mohnblumentod. Die Charlie-Lager-Serie (3)“, Thriller, aus dem Schwedischen von Sabine Thiele, Penguin Verlag, 376 Seiten, 13,-

Die Autorin füllt Handlungslängen mit Discount-Introspektion und Baumschulpsychologie.

Aus der Ankündigung
Ein leerer Kinderwagen. Ein Wettlauf gegen die Zeit. Jede Spur eine Sackgasse.

In Karlstad wird ein neun Monate altes Baby entführt. Das reiche Elternpaar steht unter Schock, die Medien berichten sensationsheischend über die vergebliche Suche. Eine Lösegeldforderung bleibt aus, vielversprechende Spuren verlaufen im Sand – doch dann erhält die brillante Stockholmer Kommissarin Charlie Lager einen Hinweis, der alles verändert: Der Fall scheint mit ihrer eigenen Familie und ihrer Vergangenheit verknüpft, die sie für immer begraben wollte. Mit jeder Stunde, die verstreicht, werden die Chancen geringer, das junge Leben zu retten. Charlie ist gezwungen, sich nicht nur um Beatrice‘ willen bis an ihre Grenzen zu treiben – sondern auch aus Angst um sich selbst.

»Am Himmel der Krimis gibt es einen neuen Stern. Das Debüt von Lina Bengtsdotter vereint alle Zutaten eines perfekten Schwedenkrimis.« Kölner Express zu »Löwenzahnkind

Prosaisches Sex-Regime

In Lina Bengtsdotters Thriller „Mohnblumentod“ reißt eine Ermittlerin „gut gebaute“ Männer nach Lust und Laune in Bars und Schwemmen auf. Ohne Vorrede strebt sie zum Vollzug. Sie schleppt ab und schickt heim, und zwar so schnell wie möglich, um kommod allein zu schlafen und fit aus den Federn zu kommen. Nicht alle verkraften Charlies prosaisches Sex-Regime schmerzlos. Manche nehmen das Muster der Jägerin persönlich. Sie beziehen etwas auf sich, dass mit ihnen nichts zu tun hat. Sie sollen einfach nur tun, wozu sie bestellt sind und Fertigaus. Ich referiere den Standpunkt der Ermittlerin.

Charlies Botschaft ist einfach: Ihr müsst mir keine Blumen schenken und dürft gleich zur Sache kommen. Im Gegenzug gibt es keine blumigen Erklärungen und kein Leckerli für das männliche Ego.

Charlie beruft sich auf ihre Mutter, die ihr ein Dasein in einsamer Souveränität vorlebt. Betty Lager ist das Original, wenn es darum geht, Männer mit skeptischen Augen zu betrachten.

Zur Autorin

Lina Bengtsdotter wuchs in der schwedischen Kleinstadt Gullspång auf, die sie zum Setting ihrer beliebten Thriller-Serie um die Ermittlerin Charlie Lager machte. Nach dem sensationellen Reihenauftakt »Löwenzahnkind« stürmte auch »Hagebuttenblut« sofort die SPIEGEL-Bestsellerliste. Mit »Mohnblumentod« schreibt sie die einmalige Erfolgsgeschichte fort. Lina Bengtsdotter lebt inzwischen in Stockholm.

06:55 14.06.2021
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