Hallender Romanraum

#Leben Rachel Lecointre  (1927 – 1973) war die Françoise Sagan für die Jean-Paul Sartre-Jüngerinnen der Boris Vian-Generation; eine intime Freundin der Simone de Beauvoir.
Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

„I awoke one morning and found myself famous.“

An diesem Punkt treffen sich Lord Byron (1788 - 1824) und Rachel Lecointre (1927 – 1973). Später wird die Schriftstellerin finden, dass der Ruhm zu früh kam und so falsch war wie der erste Ehemann. Doch da ist sie schon halb vergessen und ganz kolonisiert vom Krebs.

In einem Mai erinnern Kirschbäume Lecointre an den deutschen Einmarsch. Die Echos des Krieges hallen durch ihren Romanraum. Lecointre überspannt ihre Liebesgeschichten, den Panther Überdruss alle Zeit an der Kehle.

Cognac macht den Kopf klar. Selbstmord wird nicht ausgeschlossen.

Informelle Mitarbeit gehört zu dem kommunistischen Schriftstellerinnenschicksal. Siebenundvierzig wirbt der KGB die französische Ikone (die Sagan für die Sartre-Jüngerinnen der Vian-Generation; eine intime Freundin der Beauvoir) an. Fortan wird Lecointre selbst überwacht.

Jahrzehnte später besteigt Brain (nicht Brian) Thundergod* den Aktenberg. Ein halbes Dutzend Geheimdienste fand eine Befassung mit Rachel Lecointre notwendig. Dann starb sie und keine Sau interessierte sich mehr für die kommunistische Aktivistin, die in ihren Chanelkostümen den Audrey Hepburn-Look imitierte und auf die radikalste Weise ein bourgeoises Leben führte.

Gleich mehr.

08:08 15.06.2021
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.

Kommentarfunktion deaktiviert

Die Kommentarfunktion wurde für diesen Beitrag deaktiviert. Deshalb können Sie das Eingabefeld für Kommentare nicht sehen.

Kommentare