Hedonistischer Tonus

Brain Thundergod* ruft Nietzsche in die Arena: „Aus Mangel an Ruhe läuft unsere Zivilisation in eine neue Barbarei aus.“
Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

Sehen sie ferner https://www.textland-online.de/index.php?article_id=3407

Nach Matthieu Ricard ist „der Buddhismus eine Wissenschaft des Geistes, die davon ausgeht, dass es im Gehirn eine Plattform der reinen Bewußtheit“ gibt. Brain (nicht Brian) Thundergod* führt verstärkend an, dass Temporallappenepilepsie - im Hinblick auf den hedonistischen Tonus - ähnliche Zustände hervorrufen kann wie Satori-Erlebnisse. Unsere beste Agentin setzt sich nicht grundsätzlich von Ricard ab. Ein Dreiklang von europäischer Philosophie, östlichem Denken und neurophysiologischen Einsichten ruft Nietzsche auf den Plan:

„Aus Mangel an Ruhe läuft unsere Zivilisation in eine neue Barbarei aus.“

Dr. Brain, wie wir vom Alphaworldteam Brain Thundergod* nennen, hat sich eben einmal noch Herrigels „Zen in der Kunst des Bogenschießens“ vorgenommen, um dann dessen Quintessenz (nicht ich schieße, vielmehr schießt es) als prozessuale Gedächtnisleistung mit lebenspraktischem Effekt zu deklarieren. Die westliche Hinwendung an die Erforschung der Außenwelt fördert eine Tendenz linearer Deutungen und unterminiert die kontemplativ angestrebte Synchronisation weit auseinanderliegender Hirnareale.

Wir sind alle im Groove, das ganze Team. Auch unsere Freund:innen vom Texaschampionchapter synchronisieren easy weit auseinanderliegende Hirnareale. Das ist für uns kleines Tennis.

Brain referiert eine buddhistische Formel, nach der das Selbst zum Leid führt. Sie weist darauf hin, dass sich in dieser und jener asiatischen Sprache einIchnoch nicht mal grammatisch konstituieren lässt. Die Rede im westlichen Raum geht aus vomselbstbezogenen Ich. Ihm droht eine „affektive Verschattung“ (Wolf Singer) der Sicht auf die Dinge. Nach Ricard stellt sich dem selbstbezogenen Ich die Welt objektiv falsch dar.

Die spektakulärsten Erkenntnisse der Hirnforschung sollen von Philosophen und Dichtern vorweggenommen worden sein. Goethe sagt:

„Der Gedanke der Willensfreiheit ist zu schön, als dass wir ganz darauf verzichten sollten.“

Leib-Seele-Experimente vergangener Zeiten wollten das Gewicht der Seele effektiv wiegen. Brain rät uns, die Willensfreiheit der sozialen Realität als Konstrukt zuzuordnen. Das Konstrukt brauchen wir fürs Strafrecht. Brain zitiert Singer:

„Urheber bleibt nach wie vor das handelnde Subjekt.“

Gleichwohl gilt: Jede Absicht legt im Vorbewussten schon eine Strecke zurück, bevor sie im frontalen Verteilerkasten ihre Egobetriebsnummer erhält.

Brains Fazit

Sollen die Neuronen feuern, was das Zeug hält, und warum soll ein Mensch gegebenenfalls nicht auch einmal anfallartig illuminiert werden.

12:20 20.06.2021
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.

Kommentarfunktion deaktiviert

Die Kommentarfunktion wurde für diesen Beitrag deaktiviert. Deshalb können Sie das Eingabefeld für Kommentare nicht sehen.

Kommentare