Hessenmeister CCXXIX

Santa Fé de Bogotá Seine erste Mission erfüllt Alfons Manresa in Neugranadas Kapitale
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Ich komme zu Alfons Manresa, einem Benediktiner aus Montserrat. Lange nach seiner Zeit wird Bonaparte das Kloster in die Luft jagen, in dem Alfons Gewissheit erlangte. Wir sehen ihn 1617 auf Palma, das nächste Schiff nach Barcelona ist so morsch und schlecht, dass Alfons' Gefährten ein tüchtigeres abzuwarten entschlossen sind. Alfons aber springt elastisch auf den leichenmüden Philister von einem Kahn, in kindlichem Vertrauen auf die Vorsehung. In dem schönen alten Deutsch eines Friedrich von Zierenberg heißt das:
Alfons war der Meinung, das Gefährt sei ihm vom Gehorsam zur Fahrt angewiesen. Er bestieg es voll Vertrauen in die lange Leitung Gottes und erreichte Barcelona nach glücklicher Reise. Nicht so erging es den Ungläubigen. Sie wurden zusamt dem stark bewaffneten Fahrzeuge von Korsaren gekapert und nach Algier verkauft.
Der Provincial von Aragonien, ein Mann namens Tejas Tronido, fand es notwendig, Alfons nach der Neuen Welt zu senden.
Seine erste Mission erfüllt er in Neugranadas Kapitale Santa Fé de Bogotá.
Doch da muss er erst mal hinkommen. Sein Weg führt durch vormals deutsches Territorium.
Ich habe von Schäden berichtet, die Deutsche wie Ambros Dalfinger, Georg von Speyer und Niko Federmann in der von Karl V. zur Sicherheit dem Kaufmannsgeschlecht der Welser verpfändeten Kolonie Klein-Venedig als Statthalter anrichteten. Nach ihrem Scheitern im 16. Jahrhundert übernahmen spanische Edelleute das Regime und führten öffentlich, so sagt es Willi Blattschneider, einen ärgerlichen Lebenswandel. Alfons stinkt mit apostolischem Freimut gegen die Lasterhaften an, seine Ermordung ist beschlossene Sache. Man wähnt den Glaubensboten erstarrt vor Angst, doch Alfons weiß nicht, was Angst ist.
Die Verfolger fallen Riesenschlangen zum Opfer, sie sterben wie die Fliegen, während Alfons seinem Taufbuch Rekorde meldet. Er entzündet soviel Glaubensglut in den Herzen der Wilden, dass auf dem großen Trip nach Santa Fé jeder in Gefahr ist, der sich nicht umgehend bekehren lässt.
Das liest sich lapidar:
Er nahm alle Eingeborenen in die heilige Kirche auf.
Eben finde ich die Bemerkung: Alfons' übernatürliche Begeisterung ...
Ich will mir das nicht ausmalen. Um es mit Zierenberg zu sagen: Wir übersehen manches wunderbare Ereignis.
Alfons hatte Visionen, er hörte Stimmen wie ein Wahnsinniger. Er ließ Schiffbrüchige und Überfallene aus todesähnlichen Ohnmachten erwachen. Auf eine Eingebung hin änderte er die Marschrichtung und mit ihm Tausende. Jede Rettung, die ihm gelang, schrieb Alfons der Königin des heiligen Rosenkranzes zu. In den Aufzeichnungen taumeln Begriffe. Mal bekehrt Alfons Zehntausende, mal befiehlt er ihnen.
Junge Kannibalen finden Alfons kuhl.
...
Blattschneider: Der Alfons predigte Spanisch, die Wilden verstanden ihn vollkommen.
Morgen mehr.
12:24 29.02.2016
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