Hessenmeister CXCII

Santa Fe Im 17. Jahrhundert ging die Amtsgewalt im Königreich Neuspanien von Santa Fe aus. Neuspanien war riesig und unregierbar. Nach heutigem Verständnis gehörte dazu Wyoming
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Im Schlosspark von Niederschönhausen erholten sich die Rinderzüchter um Präsident Salazar von harten Verhandlungen.

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Bildnachweis: Texas Team Tuschick

Die Spanier gaben ihren Siedlungen bombastische Namen. „La Villa Real de la Santa Fé de San Francisco de Asis“ hieß ein Nest, dass die „Entdecker“ neben einen Dolmen rückten. Die Eingesessenen packten ihre Sachen und zogen sich zurück.

Heute ist Santa Fe Hauptstadt von New Mexico. Im 17. Jahrhundert ging die Amtsgewalt im Königreich Neuspanien von Santa Fe aus. Neuspanien war riesig und unregierbar. Nach heutigem Verständnis gehörte dazu Wyoming genauso wie Borneo.

Santa Fe erhielt sein Stadtrecht 1573, das abgebrannte Buenos Aires 1580. Wer aufgepasst und ein gutes Gedächtnis hat, erinnert sich wie Concepción de Buena Esperanza entstanden ist. Das Kaff wurde 1585 Stadt.

Irala gründete Städte wie ein Besengter. Man nannte ihn „tatgewaltig“. Er setzte den Kondor in sein Wappen. Er konnte selbst fliegen und sah gern jene rheingewaltigen Ströme aus der Kondorperspektive, die als Vasallen im Dutzend von ihrem Fürsten la Plata nach Osten gerufen wurden. Auf der Ebene zwischen dem Trichter und den Anden kamen Tragödien und Burlesken zur Aufführung. Stämme warfen sich in Sensen des Erbarmens. Sie starben zu ihrem Glück, bevor sie im Jahrtausendverbrechen Kolonisation Statistik werden konnten. Texas D.A. Thunderbolt erinnert sich: „Tagelang ritten wir durch Gras, in dem Sümpfe und Salzsteppen, nicht aber Bäume oder Findlinge für unterhaltende Abwechslung sorgten.“

Abwechslung lieferten allein die Jahreszeiten. Im Frühjahr schoss die Distel mit affenartigem Blitz auf fünf Meter. Die Distel baute einen Wald. Der Sommer verbrannte den Distelwald zu einem Stoppelfeld voller Brüchigkeitsgeräusche.

Irala erklärte die erhebungsfreien Gegend zur Trift. Thunderbolt sah Rinder in Herden bis zum Horizont und darüber hinaus. Er unterband die Annäherung einer Raubwanze, die sich sonst bei Meerschweinchen gehen ließ. Obacht war geboten.

Die Raubwanzen kooperierten mit Wolken blutsaugender Mücken.

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Die Schlachtrosse der Kavaliere, die in der Pampa ihren Geist aufgegeben hatten, waren zu der Wildheit ihrer Ahnen zurückgekehrt. Thunderbolt zählte an einem Tag fünfzigtausend Pampapferde, die dem Reitlehrer einen ungemein erfreulichen Anblick boten. Die Reiter erreichten die erste Pulperia südlich des Río Grande, die alte Witwe Larifa und ihr wahrheitsverachtender Liebhaber Carlos Castaneda wunderten sich. Seit Jahren hatte sich kein Gast mehr ins „Gelbe Huhn“ verirrt, die Männer um Don Irala verlangten prompte Bedienung. Coogan drückte Lieder in die Jukebox. Das Fernsehballett des WDR sprang aus der Kiste, wo kam das nur so plötzlich her?

Zuchtexperte Thunderbolt zog sich zu seinen Notizen zurück. Er schrieb:

„Die meisten Flüsse der echten Pampas haben eine niedrige Herkunft. Wegen ihrer Schmächtigkeit erfüllt von Scham, stürzen sie sich in den nächsten See, bevor sie es zu einem Namen gebracht haben. Das Ufergras ist mit Salz gut gewürzt. Nach der Fleischernte muss man dem Pamparind nichts zusetzen.“

Iralas Gefährte Salazar hatte 1555 den ersten Stier und sieben Kühe aus Spanien eingeführt, nun trennte nur noch ein elektrisch geladener Zaun die Herden vom Himmel. Ein Stier hatte Irala und Salazar unermesslich reich gemacht. Sie feierten ihren Erfolg im „Gelben Huhn“. Wegen des vielen Erfolgs war das Feiern nicht spaßig. Alles war schal, auch die Faszination, die Irala und Salazar auslösten, lockte keinen Hund des Interesses hinter einem ihrer Öfen hervor.

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Schon erreichte der Zug Cordoba.

Morgen mehr.

10:44 17.01.2016
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