Hessenmeister LXXII

Kassel Miyamoto Musashi inspiziert die Papiermühle in Kassel-Bettenhausen
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Wo der Lindenberg den Eichwald küsst, da stand die Papiermühle von Kassel-Bettenhausen im kühlen Grund des Eisenhammers beim Messinghof.

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Bildnachweis: Wikipedia

Die Brüderkirche schloss an den alten Kollegienhof. Karmeliter hatten sie in die Welt gesetzt, Heinrich I., ein Enkel der Heiligen Elisabeth, war daran gelegen gewesen, Karmeliter in Kassel zu haben. Ihre schlossnahe Ansiedlung an der Fulda datiert auf das Jahr 1262. Hermann, Vikar der Mainzer Karmelitervikarie, bekundet, daß der Prior Heinrich und die übrigen Karmeliterbrüder in Kassel (Cassele) von dem Landgraf Heinrich den Hof mit Häusern und Grundstücken in Kassel, den vormals die Jüdin Rechelin und zuletzt der Vogt (Johann) genannt Riedesel (Rietesel) bewohnt haben, für 100 Mark hessischen Silbers zu einem Wohn- und Gotteshaus gekauft haben und jährlich dafür dem Landgrafen zu Martini und am Johannistag je fünf Mark zahlen müssen, bis sie diesen Zins mit 100 Mark auslösen. Ferner bezeugt Hermann, daß die Kasseler Karmeliter gelobt haben, kein dem Landgrafen gehöriges Haus, Grundstück oder sonstiges weltliches Gut ohne seine besondere Erlaubnis als Schenkung oder Vermächtnis anzunehmen, sowie keinen weltlichen Bürger Kassels außer zur Zeugnisabgabe vor das geistliche Gericht zu fordern; nur für den Fall, daß sie vor dem Gerichte des Landgrafen oder seiner Schöffen ihr Recht nicht erhalten haben oder abgewiesen worden sind, dürfen sie an beliebigem Orte den geistlichen Richter anrufen. Auf Bitten der Kasseler Karmeliter bestätigt Hermann nach voraufgegangener Beratung mit dem Karmeliterprior Hermann zu Frankfurt (Francvordensis) und andern Ordensbrüdern diesen Vertrag.

Aus den Regesten der Landgrafen von Hessen

Heinrich I. von Hessen (1244 – 1308) hatte Kassel zu seiner Hauptstadt gemacht. Wir hatten ihm dazu geraten, nach Tischgesprächen und heimlichem Getue mit Sophie von Brabant aka Sophie von Thüringen in ihrer Eigenschaft als Heinrichs Mutter. So wurde sie denn Stammmutter des Hauses Hessen. Übrigens war Sophie eine Wartburgerin, wir erwarten die Abgabe der Wartburg an Hessen bis auf den heutigen Tag. Darüber wird noch zu streiten sein.

Jedenfalls wurde die Brüderkirche 1376 erst fertig und war Gotteshaus der Brüder des Ordens der heiligen Maria vom Berge Karmel bis 1526. Die Reformation erzwang die Auflösung des Klosters.

Neben der Kanzel paradierten in Stein geschlagene Brustbilder der Stadtkommandanten. Die Orgel war eine vorzügliche Arbeit unseres Georg Wilhelm Wilhelmi. Besonders gern spielen hörten wir Johannes Becker (1726 – 1804). Unser Wilhelm VIII. hatte ihn in Italien ausbilden lassen. Er versah die Orgeln auch in der Martins- und in der Altstädter Kirche. Zur Frau nahm er eine Tochter vom Andreas, dem herrschaftlichen Papiermacher (Bappiermacher) in der Papiermühle (Bappiermole) beym Messingshoff. Bis dahin hatte das Papierwissen einen weiten Weg von Samarkand über Mallorca und Ravenna nach Kassel-Bettenhausen gehabt.

Lange hatten sich die Landgrafen in Frankfurt am Main mit Papier eingedeckt.

Der Andreas nun, ein Becker wie viele, setzte den ersten „Holländer“ ein, eine verbesserte Maschine zur Herstellung des Zeuges. Er leimte, was das Zeug hielt. Den Leim lieferten pürierte Schafsfüße, Maulwurfohren und Schweineschnauzen. Miyamoto Musashi (offiziell 1584 – 1645) diktierte die Zutaten seinem Sekretär. Gemeinsam mit Toranaga vertrat er im Konvent der Unsterblichen, man dachte lange, unsterblich könnten nur Hessen, Schotten (?) und Texaner sein, den Block unsterblicher Ausländer. Wir vermuteten sogar, dass Toranaga dem Musashi sein Sohn war. Dem Gremium galt der Meister (das Vorbild aller Schwertkämpfer) als unverheiratet und kinderlos. Doch wer weiß. Musashi lehrte den gleichzeitigen Einsatz von Lang- und Kurzschwert. Er focht einen unprätentiösen Stil, in dem Natürlichkeit Trumpf war. Dem unstudierten Beobachter erschien Niten Ichiryū kunstlos und sportlich. Das Ziel war eine Verschmelzung des Mannes mit seinen Waffen. Musashi sagte: Es wäre bedauerlich, mit einer nicht gezogenen Waffe zu sterben.

Die Legende lebt - Miyamoto Musashi - Er lehrt den gleichzeitigen Einsatz von Wakizashi und Katana - Niten Ichiryū ...

Sämtliche historischen Angaben aus "Cassel und die umliegende Gegend - Eine Skizze für Reisende"

so wie

aus diversen "Handbüchern zur Kurfürstlich Hessischen Hof- und Staatshaltung"

so wie

aus Karl Ernst Demandts "Geschichte des Landes Hessen"

Morgen mehr.

06:17 05.11.2015
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