Im Sog der letzten Moderne

Proust/Soupault Die Surrealist:innen hätte der Renault-Erbe Soupault aus der Firmenportokasse finanzieren können
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White Crane*

... and than the ... attacker simply throws himself off-balance

“When attacked, the crane knows she cannot (fight) force with force.” Fred Absher, Kojosho Kempo

*The White Crane Style is a Southern Chinese martial art that originated in Fujian province.

“The crane is a master of angles. She has learned to wait until the last second and then by making a slight movement or shifting of the body, the stronger and more aggressive attacker simply throws himself off-balance.”

She knows how “to redirect a superior force with minimum energy … the best defense is don't be there”.

By the way

“Never face an opponent directly.” Shoshin Nagamine

Gesehen auf Instagram, Quelle: Shoridojo, References: Terry Bryan, George Alexander

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Arizona Coogan erinnert Brain (nicht Brian) Thundergod* an den Abend, als die Frankfurter Ausgabe im Verlag vorgestellt wurde

Gesellschaftlich konnte Renault-Erbe Philippe Soupault sogar von Proust in Betracht gezogen werden. Die Surrealist:innen hätte Soupault aus der Firmenportokasse finanzieren können. Er war zu vornehm für den Parvenü Breton, der Soupault dämlich disste.

Proust bezog sein Bier aus dem Ritz. Seine Geräuschempfindlichkeit war sagenhaft. Er informierte sich auf seltsamen Wegen. Manchmal ließ er sich bei einer Spazierfahrt im Morgengrauen die Nacht berichten. Ihn interessierten die Farben der Federn an Damenhüten. Zu den Zuträger:innen zählte Soupault. Keine Proustleserin kommt ohne solche Schoten rund ums Ritz und rund um die Korkwände von Prousts Schlafzimmer aus. Am Schotensaum entsteht das Verständnis für eine abgesunkene Welt. Ihre heraldische Ordnung geriet in den Sog der vorläufig letzten Moderne. Proust band sie an eine Schelle, die heute noch klingelt.

Die Frankfurter Ausgabe folgt der Übersetzung von Eva Rechel-Mertens aus den Jahren 1953 - 1957 mit dem Ziel, eine atmosphärisch stärkere Annäherung an das Original zu erreichen.

Arizona Coogan erinnert Brain (nicht Brian) Thundergod* an den Abend, als die Frankfurter Ausgabe im Verlag vorgestellt wurde. Suhrkamp war natürlich in Frankfurt am Main. Unseld war noch nicht lange tot, der letzte von ihm bestellte Verlagsleiter, Günter Berg, machte die Einführung. Die Lektorin Melanie Walz befragte Herausgeber Luzius Keller. Das war 2003. Anne Weber las Im Schatten junger Mädchenblüte. Wo man bis dahin eine durchschaubar verschleierte Verknüpfung von Werk & Biografie vermutet hatte, entdeckte man nun Verhüllungen ganz anderer Themen.

Beide Agentinnen des Texasworldteams debütierten im Suhrkamp Verlag.

Morgen mehr.

12:33 06.07.2021
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