Intelligenter Rassismus

#meTwo Auch intelligent formulierter Rassismus ist ein Triumph des Hirnstamms und der Angst.
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Der Schatten einer Ungeschicklichkeit kann zur Nemesis werden. Etwas, dass man besser nicht gesagt hätte, kommt einem zuerst wie ein Schluckauf entgegen, dann begegnen einem Albtraumgestalten auf der Straße und ein Tanz beginnt. Hier haben wir eine Poesie, die es intelligentem Rassismus gestattet, sich zu artikulieren. Die Dichterin geht basal von einer überlegenen weißen Moral aus. Das zieht sie ins offene Meer der Anmaßung. Auch dieses Beispiel für die Notwendigkeit von #metwo lässt sich bis zur Urheberin zurückverfolgen.
offene scheren verletzen – das ist altes wissen
rassist legte sie ins fenster um zigeuner abzuschrecken.
eine globalisierung unserer einkommen ist schmerzhaft.
globalisierung der moralvorstellungen ist schmerzhafter.
Das kommt aus einem von Kastrationsängsten gequälten Geist:

"Aus dem Grund ist doch überhaupt erst das "Vakuum" (die massive Schwächung) an Yang Energie ... in Europa entstanden, die jetzt darum von aggressiven, phallischen Männern aus Afrika und dem Islam wieder gefüllt wird (sehr zur heimlichen und unheimlichen Erregung des hier ansässigen Yin)." (Das Zitat ist einem Leserbrief entnommen.)

Das Gedicht geht so weiter:

merkmale einer im prozess des zusammenwachsens
empfindlich gewordenen weltgesellschaft, die sich selbst
durch die wachstumsgeschwindigkeit als krank empfindet.
wo ist die grenze, wo sind grenzen, kristallisiert sich als
hauptfragenkomplex einer borderline-gesellschaft, welche
sich in viele einzelne, stets von neuem zu beantwortende
fragen untergliedert. etwa: gibt es überhaupt eine liberale
demokratie? vielleicht: sind die begriffe kapitalismus und
korruption synonym zu gebrauchen? bedeutet freihandel
die legalisierung der mafia? ist jede fundamentalistische
predigt durch die meinungsfreiheit gedeckt? ist der hass
ein nicht zuende gedachter gedanke? wer beherrscht die
klaviatur der versteckten drohungen? alles lügt? nichts?
21:43 29.08.2018
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