Sekret Service

#DieWeltneudenken Auf einer forensischen Schleimspur wurde aus Secret Service Sekret Service
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Joe Millerstone mobilisierte eine Armee von Dreckschleuderkoryphäen. Er beschäftigte promovierte Zuhälter:innentypen, die akademische Inkontinenz im Plural ihrer Erscheinungen: furchtbar gewundene, sich wegduckende, sadistische, den Harn der Häme versprühende Feiglinge mit pseudosuperdiversen Geheimdienstportfolios. Auf einer forensischen Schleimspur wurde aus Secret Service Sekret Service.

Dazu gleich mehr.

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„Selbst der Schwan lebt nicht monogam“, verkündet Rocko. Er zieht Armleuchterinnen aus der Burggaststätte an und füttert sie mit Schnaps. Das Alkoholverbot während der Arbeitszeit hält Rocko für einen Witz.

„Wir gehen noch lang nicht nach Hause, wir sind ja noch munter und frisch, und wenn wir uns endlich erheben, dann fallen wir unter den Tisch.“

Rocko könnte ein Nilpferd zum Ballett überreden. Er fixiert mich mit Gemeinheit: „Ich verrate dir mal was zum Weitererzählen. Ich mach das nicht mehr lange mit. Ihr Hess:innen seid noch bescheuerter als die Schwab:innen, falls das überhaupt geht.“

„Du hast doch bei McDonalds studiert“, sagt Rocko. „Sej to!“, ruft er Tanja zu, sie beeilt sich. Rocko erzählt was von Rastplatzsex, ich habe Tanja als eifersüchtigen Menschen kennengelernt. Nun erscheint sie für alle Zeiten beschwichtigt. Auch diese Volte stellt mich in Frage.

Ich spreche Toni darauf an, um mit meiner Verlegenheit nicht allein zu bleiben. Sie wähnt Rocko im Besitz von Tanjas „Buschseele“.

„Mit deinem Kreuzworträtselwissen kommst du da nicht weiter“, hochtrabt sie vergnügt. Sie verweist auf Lucien Lévy-Bruhl, der mit participation mystique einen Zustand beschrieb, in dem der Primitive eine Zweitseele außerhalb seiner selbst in der organischen Welt vermutet, wenn auch nicht unbedingt in einem anderen Menschen.

„Das ist mir zu krank“, sage ich.

„Du hast keine Ahnung von Dissoziation“, erkennt Toni, sachlich bis auf die Knochen. Sie führt meine Augen auf ihre Alm.

14:07 25.11.2021
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