Kombattant im Kulturkampf L

Feridun Zaimoglu setzte sich auch für Senioren mit Migrationshintergrund ein
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Wie nur je eine Urhorde kreisten unsere Leute bis auf ihre Skelette reduzierte Mammuts ein. Jared Diamond hatte seine Unterstützung zugesagt.

Jared Diamond war Anti-Rassist. Im Kampf gegen die "Stimmenrauscher" und ihre "Schleimbeutel"-Schläger unter der Führung von Max Pfeifer und Bert "Niggerkiller" Papenfuß war Diamond eine große Hilfe.

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/d/db/Jared_diamond.jpg/220px-Jared_diamond.jpg

Bildnachweis: Wikipedia

Im Gegenzug führten wir dem Anthropologen sämtliche Teilnehmer einer Tagung zum Thema „Das Altersheim in der Fremde“ zu. Das war eine Riesensache, Zaimoglu hatte sie auf die Agenda des Bundeskanzlers gesetzt, ich war als Fachmann für Grüne Soße eingeladen worden. Die abgeschleppten Spezialisten bewiesen Disziplin nach acht Stunden wie in einem Kreißsaal der Gerontologie. Diamond trat im Frankfurter Senckenberg Museum auf, deshalb die Mammuts. Seine These: Gesellschaften gehen in ökologischen Krisen unter, die sie zu ihrem Erhalt selbst verursacht haben. Das Publikum konnte sich in seiner Mehrzahl in der Sicherheit wiegen, für den nächsten Ökozid zu alt sein. Doch nicht alle Referenten sprachen auf unserer „Senioren mit Migrationshintergrund“-Tagung aus Erfahrung, bekanntlich macht man sich in der Jugend die meisten Sorgen. Es saßen also auch ein paar Thirtysomething-Sorgenknechte und –mägde im Gatter der Exponate. Ich nahm das schönste Gesicht in die Pflicht, mich vom Einschlafen abzuhalten.

Papenfuß - Eine autobiografische Wehleidigkeit vom Bert. Die "Stimmenrauscher" jammerten gern mal eine öffentliche Runde so wie hier Papenfuß, zitiert wird die "Stimmenrausch"-Fassung, siehe pfeifer@stimmenrausch.de

"“die Zähne zeigt, wer das Maul aufmacht” (radikal)
obwohl doch die kamera im gerätemänätscher
außer funktion gesetzt wurde, erreichte mich
nach der letzten rundmail umgehend eine erste
reaktion aus dem netz, und zwar per pop-up als
werbung für zahnersatz. leider war ich für einen
bildschirmschnappschuß gerade nicht gerüstet.
mit **)gewehr s.u."
Sag mal, Bert, konterte Zaimoglu in der ZEIT, wer will das wissen? Dass du mit deinem Leben nicht klarkommst.

Ökologische Krisen erhöhen den Verzehr von Menschenfleisch, Diamond entwickelte uns eine kurze Geschichte der Anthropophagie. Er überlieferte eine Redensart der Osterinsel: „Das Fleisch deiner Mutter hängt zwischen meinen Zähnen.“

In Ruanda, so Diamond, habe man versucht, ökologische Probleme mit einem Genozid zu lösen. Barbarei ist die Schwester des kulturellen Niedergangs. Diamond erzählte von indianischen Wolkenkratzern in der Prärie, die aufgegeben wurden, da die Vorgärten nichts mehr hergaben.

Was ließ die Wikinger in Grönland scheitern? Diamond wusste es nicht. In der Migration weiß das jedes Kind. Die Wikinger wollten ihren eingesessenen Nachbarn auch mal einen ausgeben. Sie reichten Milch im Horn. Das hätten sie besser nicht getan. Die Nachbarn hatten nämlich alle Laktoseintoleranz. Die hielten den Freidrink für einen Anschlag auf ihre Gesundheit. Für die Wikinger war das indigene Gewürge und Gejammer dämlicher Scheiß. Was sollte man von Leuten halten, die noch nicht mal 0.3 l Milch bei sich behalten können. Die Wikinger waren frühe Punks und Schulabbrecher. Verständnis für fremde Kulturen lag ihnen fern. Sie unterschätzten die Folgen unterlegener Mannschaftsstärke. Vielleicht waren ihnen die Folgen auch egal.

Vehement widersprach Diamond der Vorstellung, dass indigene Völker, aus angeborenem Takt, mit ihren Ressourcen pfleglich umgingen. Geholzt wird immer und überall. Diamond bestieg ein Dutzend apokalyptischer Gipfel. Gesellschaften werden zum Humus für Gesellschaften, nach Endlichkeitsparametern, die jede menschliche Einheit limitieren. In jedem Fortschritt steckt der Keim eines Desasters.

Ich fühlte mich nicht limitiert. Die Gattung hatte längst alle Bremsen gelöst. Zaimoglu sagte: „Andere Tiere werden die Welt übernehmen.“

„Das wird dann wieder dauern“, ergänzte ich, um das Wesentliche im Blick zu behalten, „bis die beim Apfelwein angekommen sind.“

Morgen mehr.


06:07 18.07.2015
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