Kompetitiver Circulus Vitiosus

Literatur Anouk und Anoush sind Töchter deutscher Frauen, die der Nachkriegsdepression in Ehen mit iranischen Akademikern entgingen
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„Unser Leben (ist) nichts anderes ... als das, worauf wir unsere Aufmerksamkeit richten.“ Maren Urner

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Anouk und Anoush - Die Taffe und ihr Gegenteil. Sie sind Töchter deutscher Frauen, die der Nachkriegsdepression in Ehen mit iranischen Akademikern entgingen. Sie wurden im selben Teheraner Krankenhaus geboren und sahen sich von der ersten Stunde eines Doppelstarts an so ähnlich, dass man sie leicht verwechseln konnte. Das fanden alle, zumal die expatriierten Mütter, ultraniedlich. Jahrzehnte später obliegt es der ewig Zweiten Anoush, ihre beste Freundin in einem New Yorker Leichenschauhaus zu identifizieren.

Ein Wettkampf ist zu Ende. Die Schlechtere könnte triumphieren. Doch Anoush fühlt sich von der Toten überflügelt.

„Wieder bist du mir zuvorgekommen.“

Siba Shakib, „Der Kirschbaum, den sie ihrer Mutter nie schenkte“, Roman, C.Bertelsmann, 22,-

Sich zerfleischend, gesteht Anoush der Leiche niedrige Beweggründe in allen Lebenslagen. Im Selbsterniedrigungsfuror offenbart sie ihren überbordend-kleinlichen Egoismus.

Aus der Ankündigung

Bestsellerautorin Siba Shakib ist wieder da - mit ihrem persönlichsten Buch

Anoush, Schriftstellerin und Filmemacherin, steht an einem alles entscheidenden Wendepunkt: Ihre Seit-Geburt-Freundin Anouk, wie sie selbst Tochter eines Iraners und einer Deutschen, hat sich das Leben genommen. Zu ihren Geschwistern hat Anoush keinen Kontakt, mit ihren Eltern hat sie vor Jahren gebrochen. Ihr Mann hat sie belogen und betrogen, ausgerechnet mit Anouk, mit der sie in Teheran aufgewachsen und später nach New York gezogen war.

Alles, was Anoush noch bleibt, sind ein Abschiedsbrief, Fotos und Erinnerungen. Sie zieht sich in ihr kleines Haus in den italienischen Marken zurück, um ihren vor Langem begonnenen Roman fertig-zuschreiben. Doch auch dort gelingt es ihr nicht, sich der Vergangenheit zu stellen und Fragen zu beantworten, die sie daran hindern, ihr Leben in den Griff zu bekommen. Nur der Berg, die Natur und der Hund geben ihr Trost, bis ein Unfall sie endgültig aus der Bahn wirft. Da taucht eine mysteriöse Frau auf. Sie hat ihr Gedächtnis verloren, nennt sich wie die tote Anouk und macht es Anoush auf geheimnisvolle Weise leicht, ihr zu vertrauen und sie in ihr Haus und ihr Leben zu holen.

Wie sind wir geworden, wie wir heute sind? Wie kann man die Verluste, die man im Leben erleidet, verkraften? Und wie kann das Erzählen uns dabei helfen, am Ende sogar gestärkt aus diesen Krisen hervorzugehen? Ein eindringlicher Roman über die Kraft des Geschichtenerzählens und die Versöhnung mit der eigenen Herkunft.

»Das Buch berührt durch seine zarte Poesie und die Kraft einer wunderbar fließenden Erzählung.« Süddeutsche Zeitung zu »Eskandar«

Zur Autorin

Siba Shakib wurde im Iran geboren, wuchs in Teheran auf und besuchte dort die Deutsche Schule. Sie studierte, arbeitete als Journalistin und Moderatorin, heute ist sie Autorin und Filmemacherin. Ihr erstes Buch »Nach Afghanistan kommt Gott nur noch zum Weinen« war ein internationaler Bestseller. Weitere ebenfalls erfolgreichen Romane folgten, »Samira und Samir« (2003) und »Eskandar« (2009). Siba Shakib lebt abwechselnd in New York, Dubai und Italien.

13:33 18.04.2021
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