Lächerlicher Mutwille

Rassismus 1790 fand Christoph Meiners (1747 – 1810) es an der Zeit, „die Natur des N... so genau und öffentlich als möglich“ zu ergründen.
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Der Göttinger Professor konnte sich nicht mehr um seine Reputation bringen, den Kollegen galt er längst als unorigineller Kopf mit einer Neigung zum Plagiat. Arno Schmidt schildert ihn als Schabernack-Figur von kurios-groteskem Zuschnitt. Lichtenberg musste Meiners als Debattengegner ertragen.

Noch war die Aufklärung eine hitzige Angelegenheit, die bürgerliche Epoche kündigte sich mit Revolutionsrufen an. Professor Meiners wollte die allgemeine Unruhe nicht bloß unter Behaglichkeitsverlusten verbuchen. In seiner Untersuchung über „die Natur des afrikanischen N...“ schied er die mongolischen von den „weissen und schönen … Nationen“. Vorzüglich die „europäischen“ prädestinierte ihre „Grösse und edlere Bildung des Cörpers“ zur Suprematie. Hervorragender Repräsentant des „kaukasischen Menschen“ war der Norddeutsche. Ihn hoben „herrliche Anlagen des Geistes und des Herzens“ über das mongolische/afrikanische Gewimmel. Der „N...“ stellte sich Meiners als niedrigster Fall der Menschwerdung dar. „Man kann behaupten, daß die menschenähnlichsten Affen den häßlichen N... ähnlicher als die N... den Europäern sind.“

Meiners unterwarf sein Traktat einer kernigen Diktion. Ein lächerlicher Mutwille verhalf seinem Standpunkt zu absurder Verve. Beherzt strebt die kleine Rassenlehre zu ihren Ergebnissen. Dem Widerspruch vorauseilend, gab der Autor „Freyheits-Freunden“ zu bedenken, „daß die Dummheit und Übelartigkeit der N... und Americaner (gemeint ist die First Nation) nicht allein eine Folge ihrer Knechtschaft“ sein könne. Der Professor war entschlossen, mit der Gerechtigkeit zu gehen.

Die Kleinigkeit in Prosa soll einflussreicheren Denkern als Vorlage gedient haben.

06:58 06.07.2021
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