Manisses Blue

#Leben Die Narraganset-First Nation nennt Block Island Manisses. Manisses Blue  heißt ein traditionelles (Gin-basiertes) Ankunftsgetränk.
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1662 setzen sich sechzehn Familien auf Block Island fest, um da ein Regime religiöser Freiheit zu errichten. Gelegen kommt ihnen, das die Wahlheimat entlegen und gerade abgesprengt einen Punkt für sich im Atlantik bildet. Sie springen im Dreieck vor Freude ob einer wenig einladenden Küstenlinie. Kein natürlicher Hafen bietet sich der kommoden Landung an. Fast frenetisch begrüßen sie den kargen Boden und die unfreundlichen Eingesessenen in einerrauen Umgebung. So sieht eine Überlebensnische aus. Auf Block Island muss man nicht jeden Tag gegen Leute kämpfen, die einen stärkeren Verdrängungsdruck entfalten als man selbst. Ein paar hundert Jahre später steigt Sean S. Gallagher am Crescent Beach neben Atlanta aus dem Atlantik. Ihre Schatten spielen schon miteinander. Sean will eine Leidenschaft für Musik mit Ingenieurswissen absichern. Atlanta findet das vernünftig. Atlanta und Sean begegnen sich mit dem Selbstverständnis von geborenen Nachbar:innen. Ihre Großväter liefen 1969 gemeinsam Gefahr, bei einem staatlich organisierten Glücksspiel das Vietnamticket zu ziehen.

Mehr zu derEinberufungslotterie.

Am Strand schlaffen vermögende Sonnenanbeter:innen auf hochtrabende Weise ab. Sie stellen angesoffene Lässigkeit zur Schau. Sean erwägt den Verkauf des Ferienhauses. Er fürchtet aber einen Abriss, sobald er die Sache aus der Hand gibt. Das Thema ragt wie ein Totempfahl aus seiner Familiengeschichte.

Das Haus figuriert als Denkmal einer weitgehend ungenutzten Freiheit. Die Gallaghers und die zusammengeheirateten Gegenklans unterwarfen sich ohne Not dem Komment der Geldvermehrung. Auch Sean fühlt die Verpflichtung auf dem Reichtumssockel aufzubauen. Atlanta verstärkt den Druck mit ihren Schenkeln.

Gleich mehr.

10:02 26.02.2021
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