Mary Cooper

#Leben Die Unwirtlichkeit des Landstrichs, der als Schauplatz gespenstischer Szenen herhalten muss, speist sich aus vielen Quellen.
Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

Es ist eine Höllenmaschine. Sie stinkt und randaliert in einer Einöde von Massachusetts wie zur Verhöhnung solider Ingenieursleistungen. Doch erfüllt der Apparat seinen Zweck. Seine Erfinderin Mary Cooper, eine semi-illuminierte, cholerisch bramarbasierende Querulantin, führt ihn einer Schweinezüchterin vor. Die Landwirtin winkt ab. Sie hält das Ding für brandgefährlich.

Die Unwirtlichkeit des Landstrichs, der als Schauplatz gespenstischer Szenen herhalten muss, speist sich aus vielen Quellen. Auf jeden Fall wurde er auch monokulturell verpestet. Von jeher lässt man da die die Schweine wutzen - betreut bloß von Entwurzelten, die als Wilde wahrgenommen werden und auf ihre Weise mehr schlecht als recht, aber doch im Geist einer tribalen Verbundenheit unter den weißen Bäuerinnen fluktuieren.

Morgan Cooper traut ihnen jede Gemeinheit zu. Die Tochter der Erfinderin hat das Schlimmste gehört, aber nicht von ihrer Mutter, die den Indigenen die Kraft zum Eigensinn zu Gute hält. Die alte Cooper ist selbst ganz und gar bärbeißiger Eigensinn. Mary C. weiß alles besser auf der Grundlage eines apokalyptischen Weltbildes. Die relevante Welt endet an den Grenzen ihres Bundesstaates. Mary Cooper beweist die Selbstverausgabungsbereitschaft einer Pionierin. Sie quält ein verzweifelter Patriotismus; sie verweigert den Kauf einer Sache aus chinesischer Produktion. Die Verkäuferin beschimpft sie als Vaterlandsverräterin.

Gleich mehr.

09:15 11.02.2021
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.

Kommentare