Neugotische Stimmung

Literatur Neugotische Stimmung im Blade Runner 2.0 Design - Weit nach Mitternacht, „das Fabrikgelände wirkt wie im Schlaf“, verbergen sich Ling und Jon B. in einem toten Winkel ...
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Weit nach Mitternacht, „das Fabrikgelände wirkt wie im Schlaf“, verbergen sich Ling und Jon B. in einem toten Winkel, den die Autorin als „blinden Flecken der Kameraaugen“ anspricht. Die „Dunkelheit macht Räume zu Särgen“. Schatten nagen an Silhouetten. Martina Clavadetscher erzeugt eine neugotische Stimmung im Blade Runner 2.0 Design.
Martina Clavadetscher, „Die Erfindung des Ungehorsams“, Roman, Unionsverlag, 276 Seiten Seiten 22,-

Das skizizziert einen Weg der Narration. Einem anderen folgt Iris auf der Suche nach ...

Aus der Ankündigung

Hitze, Regen, beißender Gestank. Iris tigert in Manhattan durch ihr Penthouse und wartet voller Ungeduld auf die nächste Dinnerparty, die ihr wieder ein wenig Leben einhaucht. Ling, angestellt in einer Sexpuppenfabrik im Südosten Chinas, kontrolliert künstliche Frauenkörper auf Herstellungsfehler, bevor sie sich abends bei Filmklassikern in ihre Einsamkeit zurückzieht. Und im alten, düsteren Europa folgt Ada ihren mathematischen Obsessionen, träumt von Berechnungen und neuartigen Maschinen, das Ungeheuerliche stets im Kopf.

Drei Frauen in drei Welten: Sie alle sind auf der Suche nach einer Antwort – nach dem Kern der Dinge. Und sie alle sind, ohne es zu ahnen, miteinander verbunden.

Zur Autorin

Martina Clavadetscher, geboren 1979, ist Autorin und Dramatikerin. Nach ihrem Studium der Deutschen Literatur, Linguistik und Philosophie war sie Hausautorin am Luzerner Theater, gewann den Essener Autorenpreis und war für den Heidelberger Stückemarkt nominiert. Für ihre Prosa erhielt sie den Preis der Marianne-und-Curt-Dienemann-Stiftung und war für den Schweizer Buchpreis nominiert. Sie lebt in der Schweiz.

09:07 28.02.2021
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