Schauplätze Schwarzer Siege

#DailyStorytelling Auf  Schauplätzen Schwarzer Siege gehen nicht wenige Aktivist:innen magischen Geschäften nach
Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community
*
Caña de azúcar. Maldita sea, todo lo que veo aquí es caña de azúcar.
*
In einer von Zuckerrohrfeldern geprägten Landschaft sprengt ein von Guinea nach Mexiko verschleppter Königssohn seine Fesseln. Gaspa Yanga ruft eine Cimarrón- aka Maroon-Kolonie in den Bergen über Veracruz aus.

„Die Stadt geht auf die älteste spanische Siedlung auf dem amerikanischen Festland zurück: Villa Rica de la Vera Cruz, am 22. April 1519 von Hernán Cortés gegründet.“ Wikipedia

Veracruz existiert seit kaum einem halben Jahrhundert. Das ist lächerlich, da ist lange noch nichts in trockenen Tüchern. Gaspar Yanga besitzt Courage und Geschick. Jahrzehnte hält er seine alpine Stellung. Der Ort existiert noch: San Lorenzo de Cerralvo in der Yanga Munizipalität. Hochbetagt delegiert Yanga militärische Aufgaben an Francisco de la Matosa. Der Angolaner befiehlt hundert Musketier:innen, vierhundert Steinschleuderer:innen und Bogenschütz:innen. Auf Schauplätzen Schwarzer Siege gehen nicht wenige Aktivist:innen magischen Geschäften nach. Sie begreifen sich als Kleinunternehmer:innen. Ihre spirituelle Beschichtung amalgamiert Katholizismus, indigene und afrikanische Religionen.

Der Staat ist abwesend. Eine Gesellschaft gibt es nicht; wohl aber reichlich Sex, wenn auch keine Liebe in Weilern, die alle Tombstone auf spanisch (lápida sepulcral) oder (ausnahmsweise, wegen des Reims) indianisch heißen könnten. Chronistinnen der Yanga-Arqueros erfinden den magischen Realismus im Unterholz lunarer Rituale.

10:19 28.08.2021
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.

Kommentarfunktion deaktiviert

Die Kommentarfunktion wurde für diesen Beitrag deaktiviert. Deshalb können Sie das Eingabefeld für Kommentare nicht sehen.

Kommentare