Wall Street Fighter

Literatur Zu Recht zählt sich Jake Friedman zu den Stehern und Bringern seiner Branche. Der Investmentbanker überragt die Konkurrenz auf dem Sockel einer Schlüsselposition.
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Tägliche Götterdämmerung

Zu Recht zählt sich Jake Friedman zu den Stehern und Bringern seiner Branche. Der Investmentbanker überragt die Konkurrenz auf dem Sockel einer Schlüsselposition. Täglich kämpft der auf lateinamerikanische Märkte spezialisierte Wall Street Fighter (in der ranzigen Rolle eines Seniorpartners) um seinen Platz. Jüngere Rivalen sitzen ihm im Genick. Sie wollen Friedman den Rang ablaufen.

Nie endende Grabenkämpfe

Seinen Reichtum erlebt der Umwitterte als „hart verdienten Lohn für die brutalen und nie endenden Grabenkämpfe in diesem Geschäft.“

J.R. Bechtle, „Der Schatten von Tulum“, Roman, Frankfurter Verlagsanstalt, 24,-

Friedman ist gemeinsam mit seiner Frau Sharon „durch die Zeit geschwommen“. Seine Kinder sind aus dem Gröbsten. Die Fassade steht blickdicht zwischen ihm und den Feind:innen.

In Erwartung des Anrufs eines Finanzministers zögert Friedman seinen Feierabend hinaus. Er sieht einem nobilitierten Ereignis in der Carnegie Hall entgegen; an einem 25. Februar. Das Datum markiert eine Zäsur im Leben des Helden. Der Romantitel spielt darauf an: Tulum. Die Maya-Festung an der mexikanischen Karibikküste konfiguriert eine biografische Marke. Im weiteren Verlauf findet Friedman eine Plakette. „Beim Entziffern des (eingeprägten) Namens stockt ihm der Atem: Zamas Hotel, Tulum, Mexico. Genau dreißig Jahren (zuvor) ...“

Aus der Ankündigung

Jake Friedman hat Karriere gemacht. Mit Mitte fünfzig gehört er zu den Senior Partnern einer großen Investmentbank an der Wall Street. Ein Deutscher, der es als Spezialist für Finanzgeschäfte mit Mexiko bis in die höchsten Bankenkreise der USA geschafft hat. Als Friedman zu einem wichtigen Termin nach Mexiko City gerufen wird, bei dem es um ein Milliardenprojekt geht, stößt er auf einen brisanten Korruptionsfall. Nur kurz nach dem Termin wird er überwältigt und entführt. Während zunächst alles darauf hindeutet, dass die Tat mit seinem aktuellen Projekt zu tun hat, das er verhindern wollte und das nun ohne seinen Widerstand abgewickelt wird, kommt es zu einer Reihe von rätselhaften Ereignissen. Nach und nach verdichten sich die Hinweise, dass die Gründe für seine Entführung in seiner Vergangenheit liegen könnten. Die Spuren führen zu seinem ersten Aufenthalt in Mexiko vor dreißig Jahren, als er als Student quer durchs Land bis nach Tulum trampte, in das damalige Hippieparadies an der Karibikküste, wo es zu einer folgenschweren Begegnung kam.

Zum Autor

J. R. Bechtle, 1943 in Belgien geboren und im Rheinland aufgewachsen, hat mit Die Schatten von Tulum einen packenden Finanzthriller und Abenteuerroman geschrieben. In der Frankfurter Verlagsanstalt erschienen seine Romane Hotel van Gogh und 1965 – Rue de Grenelle, zuletzt sein Roman Burgkinder (FVA 2018). Er lebt in San Francisco.

10:23 12.08.2021
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