Auch Seehofer verweigerte Lammert Applaus

Berichterstattung Wieder kippt das Öffentlich-Rechtliche TV Wasser auf die populistischen Mühlen.
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Herr Seehofer ist ja nun durch seine körperliche Präsenz ein zumindest optisch "herausragender" Politiker. (Die CSU versucht wohl durch die auffallend inflationäre Besetzung gewichtiger Posten mit knapp 2 Meter langen Gesellen die faktische Bedeutungslosigkeit als alpenpatriotische Kleinst-Partei mit Anhängselcharakter zu kaschieren.)

Wann immer die Kameras am Sonntag durch den Plenarsaal schwenkten konnte man kaum ignirieren, dass er überwiegend trotzig mit verschränkten Armen dasaß, während immerhin SPD, Grüne, CDU und FDP und oft auch die Linken wohlwollend Herrn Lammerts Bekenntnisse zu einer weltoffenen Demokratie zustimmend beklatschten.

Auch als sich der größte Teil erhob zog Seehofer es vor, demonstrativ auf seinem Sitz kleben zu bleiben.

Es wäre gut gewesen, wenn die Berichterstattung dies ebenfalls zur Kenntnis genommen und erwähnt hätte.

Stattdessen wurden lediglich die AfD und Teile der Linken als Spielverderber ausgemacht.

Dass die AfD dort nichts zu suchen und sicher auch nichts demokratieförderndes bezusteuern hatte muss kaum extra erwähnt werden.

Aber schlicht zu "übersehen", welchen Affron sich der Bierzeltkaiser leistete ist ein dicker journalistischer Klopps.

Da fragt man sich schon, warum er nicht gleich spontan seinen Sessel zu den AfDlern geschoben hat.

Ehrlich gesagt...

Herr Lammert ist in meinen Augen auch kein so lupenreiner Toleranzapostel, wie seine Rede uns Glauben machen will.

Noch vor nicht allzu langer Zeit gab er einige fremdenfeindliche Positionen in einem Interview auf der Frankfurter Buchmesse zum besten.

Damit steht er Seehofer näher als ihm lieb sein dürfte, denn auch der redete auf der Trauerfeier für die NSU-Opfer plötzlich daher als sei er der Erfinder der Völkerverständigung. Heute wiederholt er psychotisch sein Festhalten an einer "Obergrenze" und bildet sich ein, er könne Multikulti für tot erklären. (och ne.. Seehoferchen! Das zu beurteilen überlass mal Kulturschaffenden jenseits von Oktoberfestorgien und Schuhplattlerei. Die sehen Multikulti überwiegend als Bereicherung. Aber dafür ist Horst S. wohl zu borniert.)

Liebe Fachpresse!

Bitte, bitte versucht nicht, die Populisten mit deren eigenen primitiven Waffen von "Was nicht passt wird passend gemacht" auszustechen.

Es wäre eine Bankrotterklärung gegenüber seriöser, gründlicher Recherche und Auswertung.

Nur mit dem bedingungslosen Bekenntnis zum Faktischen kann der Sumpf populistischer Verklärung trockengelegt werden.

Übrigens...

Ein Bundespräsident, der mit der "Agenda 2010" den Grundstein für die Abschaffung des Sozialstaates gelegt hat ist - wiedermal - nicht so wirklich meiner.

Aber wen interessiert das?

16:40 14.02.2017
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Geschrieben von

jamey

Traue nur deiner Aufmerksamkeit und verlasse dich nicht auf Erfahrungen. (schon gar nicht auf die anderer)
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