Die Sache mit der Demokratie

Volksabstimmung Jedes System hat seine Macken.
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Dass die Idee der Demokratie aus dem alten Griechenland stammt ist hinlänglich bekannt. Weniger bekannt ist, dass die alten Griechen auch ein alternatives Modell kannten.

Demnach gab es eine Aristokratie der Gebildeten.

Nur die klügsten Köpfe trafen die Entscheidungen für das gesamte Volk.

Das klingt erstmal ganz vernünftig. Allerdings plädiere ich hier - wie so oft - für prozesshaftes und ganzheitliches Denken.

Knackpuntk 1: Hatten alle im Volk die gleichen Chancen, zu den Gebildetsten aufzusteigen oder wurde dieses Privileg - wie heute üblich - nur innerhalb eines elitären Zirkels weitergereicht?

2. Was und wer galt oder gilt als gebildet?

Nur Mathematiker, Naturwissenschaftler, Juristen , Ökonomen und Philosophen oder auch Künstler, Soziologen und andere hochstudierte und qualifizierte Menschen, die einen nicht zu verachtenden - wenn auch nicht immer so offensichtlichen und in Zahlen messbaren - Beitrag für eine Gesellschaft leisten?

Frau Merkel ist Naturwissenschaftlerin. Deshalb muss sie aber noch nicht alle Voraussetzungen dafür mitbringen, auch eine gute Volksvertreterin zu sein.

Herr Schulz hat kein Abitur, und doch hat er sich im Laufe seines Lebens einen hohen Bildungsstand angeeignet und z.B. viele Sprachen erlernt.

In jedem Fall gefällt mir die Idee grundsätzlich gut, dass Abschaum wie Trump keine Chance mehr hat, wenn man die Dummen auch nicht mehr mitentscheiden läßt.

Wer hat Trump nämlich gewählt?

Die, die sich - seltener wegen eines gewissen Bildungsstandes und eher aufgrund trumpscher Bauernschläue- tatsächlich und skrupellos-egoistisch Vorteile durch ihn versprechen, aber eben auch die, die leider zu pal sind zu erkennen, dass einer der sie als Brutalkapitalist ausgebeutet hat nun wohl kaum ihr Heilsbringer werden kann. Da wurde der Bock zum Gärtner erkoren. Dümmer kann man kaum wählen.

Und natürlich gibt es bei Wahlerfolgen von Populisten auch immer die Gruppe Hirnamputierter, die tatsächlich glauben, man könne durch die Wahl von Despoten folgenlos diejenigen abstrafen, die es angeblich so schlecht gemacht haben.

Auf jeden Fall bin ich kein Freund von Volksabstimmungen.

Nicht erst seit dem Brexit.

Ob man wirklich jeden erwachsenen Menschen ohne vorheriges Abtesten seiner politischen Urteilskraft wählen lassen sollte finde ich fraglich.

Aber wie testet man sowas?

12:00 09.02.2017
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Geschrieben von

jamey

Traue nur deiner Aufmerksamkeit und verlasse dich nicht auf Erfahrungen. (schon gar nicht auf die anderer)
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