Hamburg und das rechte Auge

G20 Warum der Mainstream-Hass auf die Linken immer größer ist.
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Der Verfassungsschutz beobachtet jede Form von Extremismus.

Das klingt gut.

Gesamtgesellschaftlich aber kann man feststellen, dass entgegen den tatsächlichen Zahlen dem Linksextremismus und dem sogenannten Islamismus deutlich mehr Antipathie entgegenweht als den Nazis.

Das hat einen einfachen Grund.

In kapitalistischen Systemen wird ein brennender Prosche in einer gehobenen Wohngegend beinah schon mit brennenden Menschen in einem Asylbewerberheim auf eine Stufe gestellt.

Man muss sich nur mal vor Augen halten, wie lächerlich unverhältnismäßig in D die Strafen für Vergewaltigung im Verhältnis zu Sachbeschädigung oder anderen Eigentumsdelikten ausfallen.

Ganz ehrlich...

Wenn auf einer eingezäunten Bonzenvilla die rote Lampe zu ohrenbetäubendem Lärm rotiert, während die hohen Herrschaften gerade in einem ihrer Feriendomizile weilen ist mir das scheißegal. Am Ende zahlt eh die Versicherung.

Nicht egal sind mir die traumatischen Auswirkungen, die es auf Menschen hat wenn sie das Pech haben, bei solchen Delikten anwesend zu sein.

Nicht egal ist mir der kleine Ladenbesitzer in Hamburg, der bei der Eröffnung nicht einmal das Geld für eine ausreichende Versicherung übrig hatte.

Aber: Die Gewalt von Hamburg ist nur eine vergleichsweise kleine Nummer gegenüber der Brutalität derer, gegen die sich diese nur symbolisch wenden konnte, da die Damen und Herren Wirtschaftsvertreter (auch "Politiker" genannt) bestenfalls am rechtzeitigen Erscheinen zu ihren Meatings gehindert werden konnten, während die vermeintlich kleinen (Geschäfts-)Leute Glasbruch und Plünderungen erdulden mussten.

Wieviel perfider ist es, wenn Nestle den Afrikanern die Nutzungsrechte für Brunnen wegkauft?

Wenn auf der ganzen Welt Wirtschaftimperien neo-feudalistische Ausbeutung betreiben?

Wenn Staatsmänner für Öl Kriege führen, bei denen natürlich unzählige zivile Opfer zu beklagen sind?

Aber ein Hipster-Politiker Namens Heiko Maß versteigt sich zu der Nazi-Vokabel "asozial", wenn er die linken DemonstrantInnen pauschal abstraft.

Und die vielbemitleidete Polizei?

Da marschieren in großer Zahl rechtsradikale BeamtInnen mit, die nur zu gern vorauseilend auf ihre Feindbilder losgehen. Und das noch mit staatlicher Gutheißung.

Wer - wie ich - mehrfach Zeuge war, wie es bei Nazi-Aufmärschen zugeht weiß: Die krakelenden Inzuchtgermanen werden von den Staatsdienern regelrecht "eskortiert", während man auf die GegendemonstrantInnen einprügelt; und nicht nur auf die vom Schwarzen Block!

Menschen, die sich den Nazis für das Grundgesetz entgegenstellen und dafür manches Wochenende opfern werden stigmatisiert und gedemütigt.

Dabei sind die Faschisten nicht das größte Problem. Sie sind oft nur diejenigen, die nicht kapieren, wo die wahren Blockierer einer gerechten und friedlichen Gesellschaft sitzen:

In den CEO-Etagen der Ausbeuterimperien und Banken.

Die bestimmen die Politik! Und die bestimmen auch, was das gemeine Volk für die "Wahrheit" halten möge.

Freundlich unterstützt von der perfiden Springer-Bagage um Bild, Welt, Focus, N24, etc.

Da braucht man keine perfida- oder AfD-nahen "alternativen Medien" mehr, die jetzt wie Giftpilze aus der Erde schießen.

Mal abgesehen davon, dass die Bild-Macher da - wie so oft - auf illegalen Pfaden wandeln:

Wieso haben sie nach den Hooligan-Krawallen in Köln nicht ebenso konsequent "Fahndungs-Fotos" von Nazis veröffentlicht, wie sie es jetzt in Bezug auf die Linken tun?

Und wieso ist es eigentlich ok, potentielle Schläfer der Islamistenszene bereits vorauseilend anzuzapfen, während es bei den Nazis immer heißt: "Nein, wir wollen keine Gesinnungsverfolgung betreiben!" Manch ein Asylheim hätte nicht gebrannt, wenn da mit gleichem Maß gemessen würde.

Waren es früher die Kirchen, die den einfachen Leuten das Himmelreich versprachen um von der Ungerechtigkeit im Angesicht ihrer Feudalherren und Sklavenhalter abzulenken, so übernimmt das heute mit großem Ehrgeiz das Springer-Imperium. Nett getarnt mit einer kritikfreien Israel-Sympathie. (wer für Juden ist kann doch schließlich nicht rechts sein, oder?)

Ich bin kein Freund von Gewalt, aber wenn die Zentralen der besagten Medienkonzerne in Schutt und Asche gelegt würden... nein, auch dann hätte ich kein Mitleid. Es träfe zumindest nicht die Falschen.

23:51 11.07.2017
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

jamey

Traue nur deiner Aufmerksamkeit und verlasse dich nicht auf Erfahrungen. (schon gar nicht auf die anderer)
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