Lothar Kusche - ein Großer ging

sein Vorbild Tucho Lothar Kusche - man sollte ihn nicht vergessen. 1929- 2016
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Lothar, wo bleibste de denne? Zum Andenken an den großen, unvergessenen Lothar Kusche, der am 20.August mit 87 Jahren in Berlin verstarb.Erst nahm ich, ein großer Verehrer des Meisters, an, daß er in den Medien ein breiteres Echo fände. Doch wenn ich nichts übersehen habe, nur kurze Nachrichten ind er Tagespresse.Und selbst in SPIEGEL, im FREITAG etc. fand ich nichts. Das hat nun Lothar Kusche wirklich nicht verdient.Und darum erlaube ich mir, nachdem Olympia "gegessen", die Wahlvorbereitungen in Berlin und MeckPomm anstehen, die Diskussionen wieder aufflammen, wer nun nächster BP wird, also die Grünen mit Kretzschmann starten, eine nicht endenwollende alte Diskussionen über die Merkel-Nachfolge aufgewärmt wird, da derzeit nur 42 Prozent eine vierte Amtszeit wollten, die "Flüchtlingskrise" und und und- dem eine Ende zu bereiten und mein kurzes Lob auf Lothar zu schreiben.Wer mehr wissen will, der bemühe bitte Wikipedia, da stehts drin. Ich selber habe viele Werke von Lothar Kusche gelesen und stelle ihn in eine Reihe mit Kurt Tucholsky, der sein Vorbild war(und, nun ja, quasi auch meines)Wobei ich mir natürlich nicht im entferntesten anmaße, mich zu vergleichen.Aus unerfindlichen Gründen bringe ich bei Kusche auch immer meine kurze Studienzeit an der Karl-Marx-Uni in Leipzig in Erinnerung. Ob er nun dort selbst mal immatrikuliert war -lange, sehr sehr lange vor mir, oder nur Gastvorlesungen gehalten hat, weiß nicht. Wiki u.a. Quellen geben dazu nichts her. Als ich in den Medien die Nachricht vom Tode Kusches las,fiel mir sofort ein kleines,schon abgegriffenes Taschenbuch aus dem Eulenspiegel-Verlag ein" Ich bin tot, und das kam so".Ich suchte danach, fand es auch und begann mit Vergnügen zu lesen.Gleich die erste Geschichte(erstmals erschienen 1948)"Suppe kochen" behandelt das Thema.Es beschreibt die Mühen eines hungrigen Mannes, der sich eine Suppe kochen wollte, in der leeren Speisekammer nichts fand und darauf zum Nachbarn Bernhard zwecks Hilfe ging.Dieser borgte ihm Mehl - was sich aber nachher nicht als solches heraus stellte. Die Suppe wurde angerichtet, der Mann rührte fleißig um, doch desto mehr er rührte, um so mehr klebte er am Topf fest. Das "Mehl" entpuppte sich als Zement! :) "So waren meine Hände an die Suppe gemauert, die Suppe an den Topf gemauert, der Topf war an den Herd gemauert, na und der Herd war fest an dem Haus dran.Wie soll man da los kommen? Na, und so bin eben verhungert". Übrigens, brandaktuell ist ja Lothar Kusche auch.Stichwort: Vorratsdatenspeicherung! Klingelts? Nuja, nunee.Also ick wees nich.:( Bei der Meldung bezüglich der Vorratsspeicherung habe ich so leichte Bauchschmerzen.Das erstemal stands in meiner "SZ" (hier als Sächsische Zeitung/Dresden)am Montag, d.22.August auf der ersten Seite ganz am Rande "Hamsterkäufe erwünscht".Kurz und knapp der Text dort: Die Bevölkerung wird angehalten, einen Lebensmittelvorrat von 10 Tagen vorzuhalten.Das Volk solle auch für fünf Tage je zwei Liter Trinkwasser pro Person und Tag bunkern".In der Ausgabe vom Do 25.8. dann schon etwas größer auf der 1. Seite "Konzept zur Zivilverteidigung umstritten".Da stand dann plötzlich, die Regierung reagiere auf die veränderte sicherheitspolitische Lage, "den Katastrophenschutz mit Vorbereitungen für einen möglichen _Verteidigungsfall_ zu verzahnen". Horcht, horcht - völlig neue Töne! Und auf Seite 2 dann in großer Aufmachung " De Maiziere weist Vowurf der Panikmache zurück".Ist also purer Zufall, daß gerade jetzt diese Konzeption vorgestellt wird.Da, man besinne sich bitte, die Vorbereitung dazu 2012 begonnen,jetzt fertiggestellt üblich sei, daß sie dann ins Kabinett kommt. Quasi ein"Kabinettstückchen" wie man dazu sagt. Soweit so gut bzw. schlecht.Wobei ich mich frage, wer gegen wen zu Felde zieht? Verteidigung heißt doch, wenn mich Schulwissen von anno dunnemal nicht täuscht, Krieg.. Sicherheit gäbs ohnehin nicht- und färdsch, wie dr Sachse sachen dud. Aber bevor nun die Bevölkerung - gerade vorgestern, am Tag wo sich ein Jahr das WIR SCHAFFEN DAS jährte auf unseriöse Weise Dinge aufgetischt werden, was man brauche, hier ein ganz heisser Tip von dem leider kürzlich verstorbenen Lothar Kusche.Und auch, so lieb wie sie gemeint sind, die "Briefe an die Redaktion" vom 27./28. auf Seite 6 der SZ helfen da nicht weiter, auch nicht die Karrikatur von Scharwell mit dem Titel "Deutsche legen ihre Notfall-Vorräte an". Ich verstehe ja die Leserbriefschreiber mit ihren Sorgen: "Sollte es zum Ernst kommen, was wird dann nach den 14 Tagen" oder" Sollen wieder Richtungspfeile(LSR) an unsere Häuser gemalt werden?" usw. Beruhigt Euch, es kommt nicht zum Ernst, sondern zum Max.. Vorhin zitierter Autor Lothar Kusche hats in seinem Büchlein vom Eulenspiegelverlag "Ich bin tot, und das kam so" schon 2009 beschrieben. Auf Seite 109 unter dem Titel "Durst ist schlimmer als Heimweh" stehts haarklein, was zu tun ist. Ich zitiere nur mal ganz ganz kurz:" in die staudicht verpackte Verpflegungsration Vorrat für 14 Tage;2 kg Fleisch-, Fisch- und Wurstkonserven:0,25 kg Käse in Dosen;0,5 kg Speiseöl, Pflanzenfette, Schmalz; Nährmittel, z.-B. Haferflocken.Und da der Durst schlimmer als Heimweh ist, auch 35 Liter Leitungswasser, Mineralwasser etc., dazu für eine vierköpfige Familie(Vater, Mutter, Sohn, Tochter)vorsichtshalber gleich für 4 Wochen pro Nase 76 Liter Mineralwaser, sprich 304 Liter! Aber wo deponieren?..usw. Am besten, Sie lesen das Büchlein von Kusche selbst.Ist sehr zu empfehlen.

09:33 28.08.2016
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