Medienkongress: So haben wir uns das vorgestellt

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Liebe Community,

das Internet hört nicht auf, im Gegenteil es macht immer weiter. Nachdem sich Film- und Musikindustrie schon seit Jahren mit den zähen Umwälzungen und ersten Gehversuchen des neuen Zeitalters gehobener Digitalität plagen, ergreifen seit geraumer Zeit auch den Journalismus und die Politik immer höher aufbrandende Wellen der Veränderung.

Irgendwo zwischen Netzwerk, Privatsphäre, Leakology sowie Mobilität und Mobilisierung müssen sich die zunehmend verschmelzenden Leser und Schreiber heute einen Weg durch die sich immer wieder aufs Neue verändernde Medienlandschaft bahnen. Auf der einen Seite verspricht dies Verschirrmacherung, auf der anderen das Gefühl, auf der Schwelle einer neuen Zeit zu stehen. Zwischen diesen Polen drängen sich Fragen auf, die nach Antworten verlangen, ja danach schreien.

Aus diesem Grund veranstalten die taz und der Freitag in Kooperation mit dem Guardian, dem Perlentaucher, den Reportern ohne Grenzen, le monde diplomatique und der taz Panter Stiftung am 8. und 9. April den Medienkongress unter dem Titel “Die Revolution haben wir uns anders vorgestellt” – ein Versuch, mehr Licht ins Dunkel zu tragen. In Workshops, auf Podien und Vorträgen soll das Potenzial des Netzes mit Bloggern, Journalisten, Philosophen, Wissenschaftlern und Medienprofis ausgelotet und diskutiert werden.

So versucht sich z.B. Freitag-Medienredakteur Klaus Raab an den Digital Natives, den vermeintlichen Neo-68ern, die heute dabei sind, den Weg unserer Gesellschaft von morgen vorzuzeichnen. Ob dieses Bild passen wird, überprüfen Jens Jessen (Zeit), Emily Büning (Grüne), Beate Wedekind (Journalistin und Autorin) und Max Winde, der via Twitter den bedeutungsschwangeren Satz “Ihr werdet euch noch wünschen, wir wären politikverdrossen” prägte.

Mit Teresa Bücker (SPD) wird sich ein alt bekanntes Gesicht zusammen mit Janine Gibson (Online-Chefredakteurin The Guardian), Karl Lauterbach (SPD) und Markus Beckedahl (Netzpolitik.org) auf die Spur der Netzöffentlichkeit und ihren Einflusses auf Politik und Medien machen und mit Freitag-Chefredakteur Philip Grassmann erörtern, wie viel aufklärerisches Potenzial im WWW wirklich steckt. Den “anderen” Weg wählt die Freitag-Politik-Chefin Ulrike Winkelmann – sie beschäftigt sich mit Lobbyismus.

Unseren Verleger Jakob Augstein treibt derweil die Frage nach der Unabhängigkeit des Journalismus um, im speziellen den Erhalt dieser. Wie sie in unruhigen Zeiten zu sichern ist, diskutiert er mit Kalle Ruch (taz-Geschäftsführer), Thomas Darnstädt (der Spiegel) und Werner D'Inka (Herausgeber FAZ).

Des Weiteren wird sich Kulturchef Michael Angele unter anderem mit Konstantin Neven DuMont (Verleger) darüber streiten, ob es einer neuen Netzethik, eines Online-Knigges oder Leitfadens bedarf, der uns daran erinnert, dass auch das Internet ein Ort ist, an dem die Dinge, die wir tun, auf uns – im schlimmsten Fall als Shitstorm – zurückfallen könnten.

Auf weiteren Veranstaltungen tummeln sich so illustre Gäste wie Wikileaks-Aussteiger Daniel Domscheit-Berg, Peter Sunde, der Gründer des Social-Payment-Service Flattr, die Sprecherin der Chaos Computer Clubs Constanze Kurz, der Literaturwissenschaftler Joseph Vogl oder aber auch der Bundesvorsitzende der Grünen Cem Özdemir.

Neben all den Namen kommt es aber auch auf den Besucher an, der in vielen Workshops und interaktiven Veranstaltungen auf den Verlauf des Kongresses Einfluss nehmen kann und soll. Wir würden uns freuen, wenn auch der ein oder andere von Euch den Weg auf sich nehmen würde, um den Kongress zu bereichern und sich mit uns auszutauschen.

Falls Ihr Fragen, Anregungen oder sonstige Vorschläge habt, könnt Ihr Euch unter medienkongress2011@freitag.de an uns wenden – oder gleich hier kommentieren.

Viele Grüße,

Euer Jan Jasper Kosok

12:41 21.02.2011
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.

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