Netzschau: 300.000 $

Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community





Frontal 21 | Macht im Netz: Internet als 5. Gewalt

Wer schützt auf Facebook eigentlich wen? Und wenn man dort hemmungslos liked, ist das dann politisch wertvoll? Eine Netzschau.

1. Hundeleben: Der chinesische Aktivist Michael Anti wurde seines Facebook-Accounts beraubt. Facebook mag Aliases ja bekanntlich nicht sonderlich gern. Grund genug für den Betroffenen Vergleich zu bemühen:

“Anti argues that his professional identity as Michael Anti has been established for more than a decade, with published articles and essays. "I'm really, really angry. I can't function using my Chinese name," he said. "Today, I found out that Zuckerberg's dog has a Facebook account. My journalistic work and academic work is more real than a dog."” Guardian

2. Netz-Neonazis: Post-post ist das Ding der Stunde, leider Gottes auch für die braune Suppe. Facebook und die VZ-Netzwerke setzen hier auf Selbstreinigung und Mithilfe der User. Man hat ja schließlich besseres zu tun (s.o.):

“Viele Internetanbieter bieten ihren Mitgliedern die Möglichkeit, diskriminierende oder extremistische Inhalte sperren oder löschen zu lassen. So können Nutzer bei Facebook oder StudiVZ über einen direkten Link auf der Profilseite darauf hinweisen, wenn Mitglieder gewaltverherrlichende, pornografische oder extremistische Äußerungen verbreiten. "Bei uns haben extremistische Gruppen keinen Platz", sagt eine Sprecherin der VZ-Netzwerke in Berlin. "Wir haben eine eigene Expertengruppe, die Posts oder Profile mit solchem Inhalt überwacht und gegebenenfalls löscht."” Heise

3. The very likable Mr. zu Guttenberg: Auf Wirres beschäftigt man sich mit der politischen Signifikanz von 500.000 Likes. Und kommt zumindest teilweise zu anderen Schlüssen als z.B. Spreeblick:

“oder anders gesagt: der unterschied zwischen einem facebook-like und einem kreuzchen auf einem blatt papier muss gar nicht so gross sein wie sich das johnny (und manch anderer) gerade vorstellt oder wünscht.” Wirres

Randnotiz: 1 GB Speicher kosteten 1981 300.000$.

Randnotiz 2: Michael Jackson ist immer noch "very scary".

Die letzte Netzschau findet sich hier.

11:48 09.03.2011
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Jan Jasper Kosok

Online-Journalist und Hausmeister in Kreuzberg
Jan Jasper Kosok

Kommentare 1

Avatar
Ehemaliger Nutzer | Community