RE: Im Zeichen der Abstiegsangst | 21.07.2016 | 10:26

Ich glaube, der zitierte Absatz ist missverständlich. Eine These von Freedlands Text ist ja, dass die Schäden, die Trump im demokratischen Diskurs anrichtet, bleiben werden – unabhängig davon, ob er es ins Weiße Haus schafft. In dem Sinne leben wir im "Trump-Zeitalter".

RE: Im Zeichen der Abstiegsangst | 21.07.2016 | 10:23

Woher nehmen Sie denn das Spezialwissen?

RE: Olymp männlicher Kameradschaft | 06.07.2016 | 18:46

Das kann ja auch Erkenntnis produzieren bzw. etwas deutlich machen. Aber, ich gebe zu, das ist eine gewagte Hoffnung.

RE: Olymp männlicher Kameradschaft | 06.07.2016 | 18:20

Wir haben zur Reform des Sexualstrafrechts einen Leitartikel auf Seite 1, der neuen Ausgabe. Kostet natürlich Geld: https://digital.freitag.de/#/artikel/ein-nein-ist-ein-nein Dieser Text beschäftigt sich stattdessen tatsächlich nur mit der sexistischen Polemik Fischers, mit nichts anderem. Und er wird deshalb persönlich, auch aufs Körperliche anspielend, um zu zeigen, auf welcher Ebene Fischer sich da bewegt. Da sollte man doch bitte nicht Ursache und Wirkung verwechseln.

RE: Im idealen Rahmen | 28.06.2016 | 14:44

Lieber Christoph Leusch,

wieder ein breiter Strauß von Themen in Ihrem Kommentar. Ich will nur kurz antworten. Zur Politikwissenschaft: Je komplizierter die Zeiten, desto stärker das Verlangen nach Deutung und Analyse. Und da denke ich, wäre mehr Einmischung von Politologen in den öffentlichen Diskurs unbedingt wünschenswert (ganz unabhängig von der Frage nach der Wirksamkeit, auf die Sie berechtigterweise hinweisen). Wobei Sie sicher auch Recht haben, dass sich die Ideengeschichte da leichter tut, weil Sie einfach qua Gegenstand einen einfacheren Zugang zu den Feuilletons hat. Für die Interessierten hier möchte ich auch noch auf diesen Blog hinweisen: theorieblog.de, auf dem es eine interessante politikwissenschaftliche Debatte um Müllers Buch gibt, samt Antwort des Autors.

In einem der Beiträge da finden Sie auch die Kritik an einer zu einfachen Gleichsetzung von rechtem und linken Populismus. Unterschiede gibt es, ganz klar, und mit "Extremisforschung" kann Müller auch nicht viel anfangen, aber es gibt beim Populismus auf beiden Seiten eben auch diese Parallele im Anspruch, "das Volk" zu vertreten.

Und zu den Medien: Unbedingt ja, wenn sie ihren Job nicht richtig, sprich verantwortungsvoll machen und Stimmungen einfach der höheren Auflage oder Klickzahlen wegen anheizen, ist das ein Brandbeschleuniger für Populisten bzw. gibt dem Populismus erst seinen richtigen Punch. Das belegt das Brexit-Referendum gerade in trauriger Deutlichkeit. Der Economist hat dazu eine Statistik veröffentlicht: https://twitter.com/SimonHurtz/status/746278867564904448

Beste Grüße, JP

RE: Im idealen Rahmen | 27.06.2016 | 13:12

Danke für den Link und den ausführlichen Kommentar.

"ist es durchaus mal wieder an der Zeit auf die Rationalität und die Kraft der Argumente zu verweisen, die es durchaus gibt" – in dem Sinne hatte ich auch den Essay von Müller verstanden

RE: Im idealen Rahmen | 27.06.2016 | 13:08

Ah, jetzt verstehe ich: Der Satz an sich klingt tatsächlich, als sei das die einzige Erklärung für Misstrauen gegen Medien. So war das aber nicht gemeint, sondern der Satz steht in dem Kontext, dass es die ganze Zeit um Populisten geht – deshalb war er rein auf diese bezogen. "Unter anderem" könnte man aber natürlich genauso gut sagen, wenn man den Blick auf Medienmisstrauen allgemein weiten will.

RE: Im idealen Rahmen | 27.06.2016 | 11:07

Ja, das ist kurz zusammengefasst, was Müller dazu schreibt – und die Aussage bezieht sich hier auf die Gedankenwelt von Populisten. Dass es unabhängig davon viele berechtigte Gründe für Medienkritik gibt, ist richtig. Das wäre aber ein anderer Text. In dem Buch und der Besprechung stehen aber die grundlegenden demokratietheoretischen Überlegungen zum Populismus im Fokus.

RE: Das verschwundene Land | 24.06.2016 | 16:18

In GB spricht man von „the continent“ und „Europe“, wenn man die Fähre aufs Festland nimmt. Sie haben sich nie als Europäer gesehen und wenn man außerhalb der gebildeten Schicht mit einfacheren Leuten sprach, dann zeigte sich, dass sie weder Kenntnisse noch Interesse am Rest unseres Kontinents hatten.

Das ist genau auch meine Erfahrung. Und deshalb greifen alle Erklärungen, die nur auf die außer Rand und Band geratene Exit-Kampagne der vergangenen Monate vor dem Referendum abheben zu kurz. Es hat schon viel mit Identitätsfragen und Selbstverständnis zu tun. Trotzdem hat Farage mit seinem Wahlkampf auch gezeigt, wie erfolgreich sich Anti-EU-Stimmung und Ausländerfeindlichkeit vermischen lassen. Das macht dieses Ergebnis um so bitterer.