Was machst du in einem halben Jahr?

Kampagnenkritik In der US-Serie FlashForward kennen die Menschen zwei Minuten ihrer Zukunft. Im Netz gleichen sie ihre verschiedenen Visionen ab. Die Webseite zur Serie versucht das auch

Der Plot der amerikanischen TV-Serie FlashForward ist so hanebüchen wie genial. Am 6. Oktober 2009 fallen alle Menschen weltweit für exakt 137 Sekunden in Ohnmacht. Während dieser Auszeit durchleben sie 137 Sekunden am 29. April 2010. Als sie wieder erwachen, kennen sie Fetzen ihrer eigenen Zukunft. Wie verändert sie dieses Wissen? Und ist den Visionen zu trauen? Das FBI richtet im Netz eine Datenbank ein, in der jeder seine Zukunftsvisionen eintragen soll, um sie abgleichen zu können.

Nur folgerichtig, dass Pro-Sieben, das die Serie seit Anfang März zeigt, als begleitende Kampagne eine ähnliche Webseite online stellt. Unter your-flashforward.de soll man auch einen Blick in die eigene Zukunft werfen können. Wer Fragen nach Alter, Geschlecht und Name beantwortet und ein Bild hochlädt, sieht kurze Filmszenen, wie seine Zukunft aussehen könnte. Immer durch die Augen des Erlebenden gefilmt. Kündigung des Jobs, Hochzeit am Strand, Vaterfreuden im Krankenhaus oder von Gangstern verprügelt werden. Alles ist möglich, nichts ist sicher.

Die Webseite speichert auch die ­Zukunftsträume der Nutzer, die sich ein Filmchen angesehen haben. Auf der ­"Visionmap" kann man dann – wie in der Serie – nach Städten geordnet, die ­Visionen der Anderen nachlesen. Das könnte spannend sein, ist aber meist leider nur banal. Häufigste Antwort: „Ich werde glücklich verheiratet und erfolgreich im Job sein.“ Da sind die Flash-Forwards der TV-Figuren ungleich spannender. Manchmal ist Fiktion eben doch seltsamer als das Leben ...

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